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Keine Solar-Schutzwände an der A 10

Aus für Michendorfer Modellprojekt an der Autobahn Keine Solar-Schutzwände an der A 10

Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat das Aus für das Modellprojekt an der A 10 bei Michendorf verkündet. Die anvisierten Solar-Lärmschutzwände werden nicht gebaut. Nachdem die Vergütungen für eingespeisten Solarstrom weiter gekürzt worden sind, rechnen sich solche Projekte nicht mehr, sagte sie. Die Initiative „Lärmschutz Jetzt“ wirft ihr fehlenden Mut vor.

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So hätte es aussehen können: Solare Lärmschutzwände an der A 10 – hier in einer Animation.

Quelle: Deges

Michendorf. Der Traum ist aus: An der A 10 bei Michendorf werden keine Solar-Lärmschutzwände gebaut. Der Versuch, Lärmschutz mit der Erzeugung alternativer Energien in einem Modellprojekt miteinander zu verknüpfen, ist gescheitert. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider bedauerte, dass das Vorhaben nicht umgesetzt werden könne. „Nachdem aber in den vergangenen Jahren die Vergütungen für den eingespeisten Solarstrom immer weiter gekürzt worden sind, rechnen sich solche Projekte nicht mehr. Auch die besseren Bedingungen für die zweite Ausschreibung haben daran nichts geändert“, sagte die Ministerin am Freitag.

Im ersten Vergabeverfahren hatte sich kein Investor beteiligt, beim zweiten Anlauf waren die Rahmenbedingungen verbessert worden, um das Projekt ökonomisch attraktiver zu machen. In dieser zweiten Runde gab es freilich ein Angebot einer Firma. Das Angebot „erfüllt allerdings nicht die Mindestkriterien der Ausschreibung“, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums. „Zu Details können wird uns aus vergaberechtlichen Gründen nicht äußern“, sagte Ministeriumssprecher Steffen Streu.

Dem Vernehmen nach hatte sich ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen beworben, das auf den Bau von Lärmschutzwänden spezialisiert ist, aber noch über keine großen Erfahrungen im Solarbereich verfügen soll.

„Uns hat dieses Angebot zu den solaren Lärmschutzwänden sehr gut gefallen“, sagte Andree Halpap von der Initiative „Lärmschutz Jetzt“. Die Lärmsituation für Michendorf hätte sich damit deutlich verbessert. „Soweit wir es einschätzen können, wäre eine Lösung möglich gewesen, wenn man es wirklich gewollt hätte“, so Halpap. „Es fehlte der Mut, das Risiko einzugehen“, sagte er. Zudem hätte es die Möglichkeit gegeben, das Ausschreibungsergebnis noch einmal nachzuverhandeln.

Mit der Aufhebung der Ausschreibung endet ein sechs Jahre langer Kampf für mehr Lärmschutz an der A 10, die ab Frühjahr 2016 von sechs auf acht Spuren erweitert wird. Umsonst war das Ringen nicht. So ist es maßgeblich der Bürgerinitiative zu verdanken, dass auf einem neun Kilometer langen Autobahnabschnitt Flüsterasphalt eingesetzt wird, der den Lärm um fünf Dezibel mindert. Die Lärmschutzwände, die eigentlich mit Hilfe von Photovoltaikanlagen auf zehn Meter erhöht werden sollten, schrumpfen jetzt wieder auf das Maß, das im Planfeststellungsverfahren festgelegt ist. Sie werden bis zu acht Meter Höhe erreichen.

„Vielleicht waren wir am Ende zu nett und hätten mehr Krawall organisieren müssen, damit man auch bei ständig wechselnden politischen Verantwortlichen ausreichend Gehör findet“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap. Die Initiative hatte in der Vergangenheit Politiker auf allen Ebenen gewarnt: „Wenn ihr das Erneuerbare-Energien-Gesetz so ändert, haben wir ein Problem mit dem Projekt.“ Genau so ist es jetzt gekommen.

Von Jens Steglich

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