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Potsdam-Mittelmark Kennenlernen beim Grillfest
Lokales Potsdam-Mittelmark Kennenlernen beim Grillfest
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00:17 19.07.2017
Mohamed Mohamed, Daoud EL Daoud, Detlef Schwarz und Khalil Omar (von links) haben am Grill das Essen vorbereitet. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

„Eigentlich müssten wir für dich einen roten Teppich ausrollen“, sagt Manuela Schwarz aus Bad Belzig am späten Sonnabend Nachmittag zu ihrem Ehemann Detlef. Der lächelt und antwortet: „Die Kinder sollen einen schönen Nachmittag erleben. Die Frauen sollen sich kennenlernen und die Männer miteinander reden. Wenn ich das erreiche, dann bin ich zufrieden.“

Die Kinder, Frauen und Männer, deren Wohl dem 54-Jährigen am Herzen liegt, sind allesamt Neu-Bad-Belziger. Es sind Kurden, Moslems und Christen. Sie sind in den zurückliegenden Monaten nach und nach in das Wohngebiet Klinkengrund gezogen und haben arabische Wurzeln. „Trotzdem kennen sich die wenigsten“, erklärt Schwarz, der am Sonnabend zu einem Grillnachmittag eingeladen hat.

Hausmeister wurde zur Vertrauensperson

„Ich habe schon mehrere Flüchtlingswellen miterlebt“, beginnt der Hausmeister der Belziger Wohnungsbaugenossenschaft sein ehrenamtliches Engagement zu erklären. Dann kommt er auf die ersten Syrer zu sprechen, die im Mai vergangenen Jahres ein Quartier im Klinkengrund erhalten haben. Mittlerweile leben Menschen aus arabischen Ländern in knapp 40 Wohnungen zwischen Heinrich-Heine- und Schillerstraße, Hans-Marchwitza- und Erich-Weinert-Straße.

In gemütlicher Runde konnten sich die Gäste kennenlernen. Quelle: Christiane Sommer

Als Hausmeister war er zumeist der erste, der sie kennenlernte. Sich nur um tropfende Wasserhähne zu kümmern, war ihm dabei jedoch zu wenig. Wurde er auch in anderen Dingen um Hilfe gebeten, half er – nach Feierabend. Die offene und herzliche Art, mit der er den Menschen dabei begegnete, ließ ein besonderes Vertrauensverhältnis entstehen. In dieser Folge wurde Detlef Schwarz ein Mann für alle Fälle – ein Hausmeister, der Stückweit auch Sozialarbeiter ist. Mit dem Gespür, sich anbahnende Probleme im Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen frühzeitig zu erkennen.

Hilfe bei der Suche nach Unterstützern

„Mich kennen alle im Quartier“, so Schwarz. Er erzählt, wie die Kontakte zu den Syrern im Klinkengrund gewachsen sind. Anfangs sprach, anders als heute, kaum einer deutsch. Die Verständigung gelang dennoch. „Mit Händen, Füßen und einem lächeln im Gesicht“, so der 54-Jährige. Mittlerweile hat er viel aus dem Leben der Neuankömmlinge erfahren. Sie erzählten ihm von der alten Heimat, vom Krieg und von der Flucht – aber auch von den Gefühlen der Ankunft im fremden Land.

Als Hausmeister erlebt er zudem den Alltag der Menschen, die zurückgezogen und mit wenig sozialen Kontakten leben. Er erläutert: „Daraus entstand die Überlegung, was kannst Du machen, damit sich sie sich kennenlernen“. Carsten Tarrach und Mike Wieland, die als Quartiersmanager im Wohngebiet arbeiten, waren die ersten mit denen Schwarz darüber sprach. Sie halfen mit einem Kontakt zum Verein Neues Forum, über den er wiederum Fördermittel aus dem Lokalen Aktionsplan für seine Idee beantragen konnte.

Wiederholung erwünscht

Danach suchte Detlef Schwarz Mitstreiter unter den Neu-Bad-Belzigern im Klinkengrund – gemeinsam sollte das Fest verwirklich werden. Khalil Omar hat für ihn die Einladungen ins arabische übersetzt. 48 Erwachsene und 46 Kinder meldeten sich daraufhin an. „Von jedem Erwachsenen habe ich einen Euro eingesammelt, als Eigenanteil“, so Schwarz, der mit strahlendem Gesicht von Einheimischen erzählt, die mit einer Kuchenspende unterstützten, den beiden Tafeln die Obst für das Fest beisteuerten und anderen Helfern im Hintergrund.

Neben Fleisch und Wurst vom Grill gab es auch frisches Obst sowie Kuchen. Quelle: Christiane Sommer

Aber auch von Khalil Omar, Mohamed Mohamed und Daoud EL Daoud, die die Speisen für das Fest am Sonnabend zubereiteten. Als sich der Nachmittag an der Kegelbahn dem Ende neigt, fragt Schwarz in die Runde: „Wenn es euch gefallen hat, dann können wir das wiederholen.“ Daoud EL Daoud übersetzt. Aus lachenden Gesichtern kommt ein vielstimmiges und glückliches „ja“.

Von Christiane Sommer

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