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Potsdam-Mittelmark Dorfjubiläum als Feuertaufe für jungen Ortvorsteher
Lokales Potsdam-Mittelmark Dorfjubiläum als Feuertaufe für jungen Ortvorsteher
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18:31 03.08.2018
Kevin Bolz mit den Jubiläumsflyern in der Damsdorfer Kirche, wo das Fest eröffnet wird. Quelle: Marion von Imhoff
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Damsdorf

Kevin Bolz ist ohne Übertreibung einer der jüngsten Ortsvorsteher im Land Brandenburg. Der 26-jährige Student ist seit 2016 in dieser ehrenamtlichen Position für die Geschicke seines Heimatortes Damsdorf mit verantwortlich. Das dreitägige Jubiläumsfest vom 7. bis 9. September anlässlich des 750-jährigen Bestehen Damsdorfs empfindet der künftige Wirtschaftsingenieur denn auch als seine Feuertaufe. „Ich möchte den Einwohnern das Misstrauen in ihren jungen Ortsvorsteher nehmen und durch gute Arbeit überzeugen.“

Kein Wunder also, dass Kevin Bolz und die übrigen Ortsvorsteher und Dutzende Mitwirkende schon seit zwei Jahren das Jubiläumsfest vorbereiten. Mit 2000 bis 5000 Besuchern rechnen die Organisatoren. Es gibt 15 Arbeitsgruppen. Alle Damsdorfer Vereine und Institutionen wirken mit. Schon mehr als 150 Männer, Frauen und Kinder gestalten den Festumzug. Einen fünfstelligen Betrag steckt der Ortsbeirat, unterstützt von Sponsoren, in das Fest. Das soll laut Bolz nicht nur den Anlass würdigen, sondern auch das Wir-Gefühl und den Zusammenhalt der 1600 Damsdorfer stärken. Ein Dorffest habe es schon lange nicht mehr gegeben, sagt Bolz. Er würde es gerne zur Tradition werden lassen.

Damsdorf feiert drei Tage lang

Aus dem Jahr 1268 stammt die Schenkungsurkunde, in der Otto V., Gründer der Mark Brandenburg, Domestorb, heute Damsdorf, an seinen Bruder Johann III. übertrug. Der Name leitet sich von „Dorf des Thomas’“ ab, einem Dorfschulzen.

Das Festgelände an der Alten Lindenstraße zwischen Waldbühne, Sportplatz und Feuerwehr wird gesperrt. Eintritt ist an allen Tagen kostenlos. Auftakt ist am Freitag, 7. September, um 18 Uhr der Eröffnungsgottesdienst in der Kirche als ältestem Gebäude mit Pfarrer Reinhard Danner. Später folgt Livemusik und ein Feuerwerk.

Am Samstag, 8. September, startet der Tag mit Preisangeln, einem Handwerkermarkt, Oldtimertreffen und Kremserfahrt. Eine Familienrallye bietet Spaß von 10.30 bis 16.30 Uhr. Es gibt zwei Hüpfburgen und ein Kinderprogramm von Accoardina auf der Waldbühne. Die Feuerwehr präsentiert sich ab 12 Uhr. Um 17 Uhr folgt ein Fußballspiel SV Blau Weiß Damsdorf gegen den 1. FC Magdeburg. Abends tritt die Band Extraleicht auf der Waldbühne auf.

Am Sonntag, 9. September, beginnt der Festumzug um 11 Uhr am Gewerbepark. Das Fest klingt um 16 Uhr aus. Alle Infos zum Fest veröffentlicht die MAZ rechtzeitig.

Zu feiern gibt es einiges an diesen drei Tagen. Die Freiwillige Feuerwehr Damsdorf begeht ihr 90-jähriges Bestehen. Der Sportverein kann auf 70 Jahre Geschichte zurückschauen. Zu feiern gilt auch die seit 15 Jahren bestehende Partnerschaft mit der belgischen Kloster Lehniner Partnergemeinde Gemeinde Tervuren. Kevin Bolz zeigt sich hocherfreut, dass auch von dort Abgesandte eigens für das Fest anreisen werden.

Als Kevin Bolz mit 24 Jahren Ortsvorsteher wurde, hörte er hinter vorgehaltener Hand Sätze wie „ein bisschen mehr Lebenserfahrung könnte nicht schaden“. Sein damaliger Vorgänger, Uwe Brückner, heute Bürgermeister der Gemeinde Kloster Lehnin, ist 30 Jahre älter. Ehrenamtlich engagiert hat sich Kevin Bolz schon als Mitglied der Schulkonferenz des Oberstufenzentrums Werder. „Mich für andere einzusetzen, macht mir viel Spaß.“ Irgendwann auch für einen Sitz im Kreistag zu kandidieren, schließt er nicht aus.

Schon als 22-Jähriger Gemeindevertreter

Zunächst wurde Kevin Bolz sachkundiger Bürger im Schulausschuss der Gemeinde. 2014 trat er als 22-Jähriger bei den Kommunalwahlen an, wurde Mitglied im Ortsbeirat und sogleich auch in der Gemeindevertretung Kloster Lehnin.

Auch wenn Kevin Bolz auf der Liste der SPD-Fraktion steht, betont er parteilos zu sein. „Mir ist das wichtig, dass ich meine politische Meinung nicht einer Partei unterordnen muss.“ Sich im Kommunalen politisch einzubringen, hat ihn gereizt. „Hier trifft man Entscheidungen, die einen selbst und auch den Nachbarn betreffen. In der Kommunalpolitik anzufangen, ist daher wichtig, auch um bürgernah zu sein“, so Bolz. Als Wirtschaftsingenieur wolle er später in der Industrie arbeiten, ein Leben als Berufspolitiker sei nicht sein Ziel.

Seine Familie stammt aus Damsdorf

Kevin Bolz ist zwar in Baden-Württemberg geboren, doch seine ganze Familie lebt in und um Damsdorf. Seine Eltern hatten kurze Zeit nach der Wende „Westluft geschnuppert“, erzählt er. Sie kamen mit ihrem damals zweijährigen Sohn in ihre Heimatregion zurück. „Ich bin hier in Damsdorf aufgewachsen. Ich sehe mich daher vollkommen als Einheimischer.“

Sich selbst beschreibt Kevin Bolz als zielstrebig und ehrgeizig. Seinen Heimatort nennt er einen blühendes Dorf mit großem Potenzial allein schon von der Lage her.

Von Marion von Imhoff

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