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Spargelsymposium will Familien helfen

Beelitz-Heilstätten Spargelsymposium will Familien helfen

Die Klinik für Kinder und Jugendliche mit psychischem und psychosomatischem Rehabilitationsschwerpunkt in Beelitz-Heilstätten veranstaltet jährlich eine Fachtagung zu einem bestimmten Thema. In diesem Jahr steht die Familie im Mittelpunkt. Die Erfahrungen in Beelitz besagen, dass Eltern in der Erziehung ihrer Kinder zunehmend verunsichert sind.

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Chefärztin Maike Pellarin und Verwaltungsleiter Thomas Eisenla sind die Gastgeber des Spargelsymposiums in der Kinder- und Jugend-Rehaklinik in Beelitz-Heilstätten

Quelle: Jens Steglich

Beelitz-Heilstätten. Mit dem Thema Familie beschäftigt sich das diesjährige Spargelsymposium, das die Klinik für Kinder und Jugendliche mit psychischem und psychosomatischem Rehabilitationsschwerpunkt in Beelitz-Heilstätten traditionell veranstaltet. Zur Fachtagung am 13. Mai sind niedergelassene Ärzte, Lehrer und Erzieher, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten und Vertreter von Jugendämtern eingeladen. „Wir orientieren uns bei den Themen immer an unserer praktischen Arbeit“ sagt Chefärztin Maike Pellarin. Die Foren hießen so, weil sie stets zur Spargelzeit in Beelitz-Heilstätten stattfänden.

„In unserer täglichen Arbeit stellen wir fest, dass Eltern zunehmend verunsichert sind, wie sie ihre Kinder erziehen richtig sollen. Sie probieren verschiedene Modelle aus und wissen oft nicht, was für sie das Geeignetste ist“, sagt Pellarin. Die Ansichten darüber, welche Erziehungsaufgaben die Familie und was die entsprechenden Einrichtungen übernehmen sollten, hätten sich im Laufe der gesellschaftlichen Umgestaltungen verschoben. Hinzu kämen zunehmend psychische Erkrankungen, die die Eltern in ihrer Sorge- und Erziehungspflicht beeinträchtigen. „Das geht auch an den Kindern nicht spurlos vorbei. Sie sorgen sich um ihre Eltern. Wenn sie zu uns kommen, erzählen sie von zu Hause“, schildert die Ärztin. Im Spargelsymposium soll mit Hilfe renommierter Fachleute geklärt werden, wie Kindern und Eltern geholfen werden kann. Die Veranstaltung ist aber auch für die Teilnehmer eine Weiterbildung und ein Erfahrungsaustausch zugleich.

Die Klinik auf dem Gelände der früheren Lungenheilstätten behandelt Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren. Im Durchschnitt sind 15 bis 25 Begleiter mit im Haus. Oft verwechseln Eltern die Rehabilitation mit einer Mutter-Kind-Kur, muss Pellarin immer wieder feststellen. „Die Mutter-Kind-Kur ist eine vorbeugende Maßnahme, bevor ein Elternteil erkrankt. Die Kinder, die zu uns kommen, sind bereits gesundheitlich geschädigt.“

Das neue Flexirentengesetz, das seit diesem Jahr in Kraft ist, bietet der Kinder- und Jugendrehabilitation neue Möglichkeiten, erklärt die Ärztin. Vorher galt die Reha als freiwillige Leistung. Jetzt ist die Rentenversicherung zur Kostenübernahme verpflichtet. Trotzdem muss der Kostenträger erst feststehen, bevor ein Kind in die Klinik aufgenommen werden kann, so Pellarin. Wie ein Antrag für eine Kinder- beziehungsweise Jugendreha gestellt werden muss, erfahren Eltern unter diesem Stichwort im Internet, rät sie.

Jeweils an einem Samstag im Monat berät die Kinderklinik Familien in öffentlichen Seminaren zu ADHS und Übergewicht. Bei älteren Kindern und Jugendlichen werden Tipps gegeben, wie sie in die Verselbstständigung kommen. Oft ist das „Hotel Mama“ allerdings immer noch gefragter, weiß Maike Pellarin aus Erfahrung.

Übrigens hat „Doktor Kingsley“, der Therapiehund der Klinik, seit dem vorigen Sommer Verstärkung erhalten: Jetzt ist auch „Doktor Winston“, ebenfalls ein Bearded Colli, ein Lieblingsfreund der Kinder.

Von Heinz Helwig

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