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Potsdam-Mittelmark Die Preise fürs Kita-Essen sollen bald fallen
Lokales Potsdam-Mittelmark Die Preise fürs Kita-Essen sollen bald fallen
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21:28 21.02.2018
Kartoffeln, Rührei und Sonat gab es Freitag zum Mittagessen für die Kinder in der Wiesenburger Tagesstätte Am Hesselberg Quelle: Dirk Fröhlich
Wiesenburg

Das Essen in den Tagesstätten der Gemeinde Wiesenburg/Mark sollte rückwirkend zum 1. Januar weniger kosten. Doch beträgt die vorgeschlagene Preissenkung lediglich fünf Cent pro Portion.

Die Vorlage ist deshalb in der jüngsten Parlamentssitzung nicht abgestimmt worden. Ein umfassender Fragenkatalog von Daniela Rabinowitsch (Die Linke) hat ihre Abgeordnetenkollegen offenkundig h ins Zweifeln gebracht.

Der Hauptausschuss muss sich nun ein zweites Mal mit der Angelegenheit befassen. „Hier sind noch Probleme und Varianten zu erörtern, die in unserer vorbereitenden Sitzung nicht zur Rede standen“, ärgerte sich Robert Pulz aus Medewitz als Vorsitzender des Gremiums und stimmte für die Vertagung.

„Das hat System“, beklagte Bernd Müller (SPD) und erinnerte an die Friedhofsgebührensatzung. „Da sollte auch nur bestätigt werden, was vorgelegt wurde.“, kritisierte der Wiesenburger Ortsvorsteher.

Eltern dürfe nicht mehr alle Kosten tragen

Die Kosten für die Herstellung von Mahlzeiten in der Kita dürfen neuerdings nicht mehr in vollem Umfang den Eltern in Rechnung gestellt werden. Jetzt muss von ihnen nur noch die so genannte häusliche Ersparnis bezahlt werden. Das ist der – theoretische – finanzielle Aufwand, den sie hätten, wenn sie ihre Kinder daheim bekochen.

Nur die Ausgaben für Lebensmittel und Kochenergie dürfen laut Kindertagesstättengesetz des Landes Brandenburg also berechnet werden. Das hatte ein Betroffener aus Prenzlau – bei dort fälligen 3,04 Euro pro Portion – vor dem Verwaltungsgericht Potsdam erfolgreich prüfen lassen.

Tägliches Essen für etwa 180 Kinder

Mit Mittagessen versorgt werden täglich 170 bis 190 Kinder in den kommunalen Tagesstätten in Grubo, Medewitz, Reetz, Reppinichen und Wiesenburg.

Vo Ort gekocht wird lediglich im Naturkindergarten Schmerwitz. Er hat einen Verein als Träger.

Indes befanden Wissenschaftler, dass der Ersparniswert wegen der unterschiedlichen Bedingungen in den Haushalten sowie Städten und Gemeinden nicht einheitlich berechnet, sondern nur lokal festgelegt werden kann.

Das Amt Brück etwa kalkuliert mit 1,25 Euro, die Stadt Bad Belzig mit 1,50 Euro, obwohl deren Lieferanten zwischen 1,90 und 2,60 Euro pro Portion aufrufen. Die Differenzen – fünfstellige Beträge pro Jahr – werden jeweils aus den Kassen der Kommunen beglichen. In Borkheide gab es schon eine Entscheidung.

Lediglich fünf Cent für Personal- und Transportkosten

Derweil werden seit der letzten Preissteigerung 2015 in Wiesenburg und Umgebung 1,85 Euro fällig. „Wenn davon 1,80 Euro von den Müttern und Vätern kassiert werden, bedeutet das: Lediglich fünf Cent für Personal- und Transportkosten schlagen zu Buche – das kann es wohl nicht sein“, monierte Daniela Rabinowitsch.

Eine Kalkulation des Unternehmens aus Cobbelsdorf, das seit 2007 als Dienstleister für die Gemeinde Wiesenburg/Mark tätig ist, hatte die Verwaltung indes nicht vorgelegt.

Ebenso wenig gibt es Angaben, welche Auswirkung das auf den kommunalen Etat hat und dazu, wie viele Familien einen Antrag auf Erstattung für das in den Vorjahren zu viel gezahlte Geld gestellt haben.

Gemeinde schießt jährlich halbe Million zu

„Aber eine Großküche kauft zu anderen Bedingungen ein als eine Familie“, unternahm Marco Beckendorf (Die Linke) einen Erklärungsversuch. Der Bürgermeister verwies allgemein auf die Zuschüsse für die Kindertagesbetreuung von insgesamt 500 000 Euro pro Jahr.

Er erinnerte daran, dass die Gemeinde Wiesenburg/Mark wegen des nötigen Sparzwanges vor drei Jahren eigens die langjährige Subvention gestrichen habe. Ohnehin könnten bei Bedarf von Betroffenen individuell Zuschuss vom Sozialamt beantragt werden, so der Rathauschef.

Nicht zuletzt argumentierte er mit dem Ergebnis einer Umfrage, wonach 90 Prozent der Eltern einen Essenpreis von 2 Euro und mehr tolerieren würden. Dann freilich in ansprechender Qualität. Aktuell, so ein offenes Geheimnis, sehen die Eltern jedenfalls eher Anlass den tatsächlichen Wareneinsatz, der nun auf sie umgelegt werden soll, in Frage zu stellen.

Von René Gaffron

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