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Kirche als Gemeindezentrum geschätzt

Fahlhorst Kirche als Gemeindezentrum geschätzt

Die Fahlhorster sind stolz auf ihr Gemeindezentrum in der alten Dorfkirche. Für den Umbau des Gotteshauses ohne Kanzel und Kirchenbänke in eine Begegnungsstätte hat sich die Mehrheit der Bürger stark gemacht, obwohl der einstige Pfarrer die Kirche verkaufen wollte. Das Dorf ist gewachsen, gefeiert wird gemeinsam und nun am liebsten unterm Glockenturm.

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Zwei, die sich für Fahlhorst stark machen – Wehrführer Klaus Kler (l.) und Ortsvorsteher Rolf Mayhack.

Quelle: Köster

Fahlhorst. Wer die knapp 200-Seelen-Gemeinde Fahlhorst besucht, hat den die anderen Dächer überragenden Backsteinbau von 1882 schnell entdeckt. Doch beim Blick in das Innere des Gotteshauses sucht man eine prächtige Ausstattung, eine Kanzel vor stattlichen Kirchbänken vergebens. Nur das Möbelstück im Raum mit Jesus Kreuz als Standfigur neben Seminartischen und Stühlen lässt einen Altartisch vermuten. Darüber schmückt eine Stiftungstafel die Wand.

„Aber einen Turm und zwei Glocken haben wir schon, eine davon ist sogar von 1602, und sie läuten auch zum Gottesdienst oder zur Taufe“, sagt der Ortsvorsteher Rolf Mayhack (Bürger Ortsteile Nuthetal). Die Kirche gehöre zur Gemeinde Saarmund. „Aber es war nach der Wende der Wille vieler Bürger, dass der Backsteinbau, der auch nach der Errichtung als Schule, Lehrerwohnung und Beetraum genutzt wurde, zur offenen Begegnungsstätte umgestaltet wird“, sagt Ortsbeiratsmitglied und Ortswehrführer Klaus Kler. Doch der damalige Pfarrer konnte sich für die Absicht nicht begeistern, wollte die Kirche verkaufen. „Aber wir haben nicht locker gelassen und konnten am 5. Juni 2010 die Eröffnung unserer gewünschten Begegnungsstätte feiern“, sagt Mayhack. „Und der neue Pfarrer aus Saarmund kann mit der vielfältigen Nutzung der Kirche sehr gut umgehen.“

Der Umbau zum Mehrzweckraum mit Küche und Toilette habe 18 Monate gedauert. Eigenmittel der Gemeinde und Fördermittel haben die Neugestaltung möglich gemacht. „Der Gemeinschaftsraum unterm Kirchturm sollte sogar mal Kulisse für den Polizeiruf 110 mit Dorfpolizist Horst Krause sein, aber die Eingangstür passte wohl nicht ins Konzept“, erinnert sich Kler. Doch die Absage vom Film kann die Liebe der Fahlhorster zu ihrem Gemeindezentrum mit Glockenklang in keiner Weise trüben. Und damit die Stube für Gottesdienste, Treffs und Feste immer schön geschmückt ist, stellt die heimische Künstlerin Elke Hübner-Lipkau regelmäßig ihre Fotos und Malereien aus. Den Friedhof an der Kirche haben die Bürger in Eigenleistungen verschönert, bei einem Arbeitseinsatz Strom- und Wasserleitungen eingebracht, neue Wege angelegt. „Die Trauerhalle wurde von der sogenannten ehrenamtlichen Nuthetaler Rentnerbrigade saniert“, hebt Kler hervor.

Das Dorf ist in den vergangenen Jahren gewachsen. „Die Einwohnerzahl hat sich seit 1996 verdoppelt“, plaudert Mayhack nicht ohne Stolz. Auch ein Storchenpaar habe im Dorf sein Nest, und es in diesem Jahr sogar auf drei Junge gebracht. „Und noch immer rufen regelmäßig Leute an, die in Fahlhorst bauen oder sich ansiedeln wollen, aber es gibt keine Baulücke mehr“, bedauert der Ortsvorsteher. Er und der Feuerwehrchef schwärmen vom Zusammenhalt im Dorf. „Man trifft sich zum Einsatz oder zum Feiern und fast alle kommen. Im Sportverein wird mit Begeisterung Volleyball gespielt. Was nicht heißt, dass wir wunschlos glücklich sind“, sagt Mayhack. Für die 14 Kameraden und den Nachwuchs der Mannschaft werde dringend ein neues Feuerwehrgebäude gebraucht, weil das von 1870 längst nicht mehr den Anforderungen entspricht. Auch ein Löschfahrzeug steht auf der Wunschliste, weil die Wehr sich gegenwärtig mit einem Transportwagen für die Mannschaft begnügen muss. Die Fahlhorster geben auch nicht auf, wenn es darum geht, sich für einen Lärmschutz an der Autobahn 10 einzusetzen und für Radwege nach Nudow und Saarmund. „Schließlich hat sich unser Ziel vom Gemeindezentrum in der Kirche ja auch erfüllt“, sagt Mayhack. „Also wer uns kennt, weiß, wir bleiben da hartnäckig, wenn es um das Wohl unser Bürger geht.“

Von Regine Greiner

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