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Kirche bekommt 2016 Turmuhr zurück

Mission zur 800-Jahrfeier Saarmunds erfüllt Kirche bekommt 2016 Turmuhr zurück

Die Mission ist erfüllt: Saarmunds Kirche bekommt 2016 – zur 800-Jahrfeier des Ortes – seine Turmuhr zurück. Die nötigen Spendengelder sind jetzt zusammengekommen, der Auftrag wird in den nächsten Tagen vergeben. Die Turmuhr, die im April 1945 aufgehört haben soll zu schlagen, wird am 3. Juli 2016 feierlich enthüllt.

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Die Postkarte von 1899 zeigt rechts unten die alte Tuchfabrik Saarmunds – damals gezeichnet von Maler Otto Thomaszek.

Quelle: Privat

Saarmund. Jetzt ist es Gewissheit: Die Saarmunder Kirche bekommt 2016 zum 800. Geburtstag des Ortes ihre Turmuhr wieder. Die nötigen Spendengelder sind zusammengekommen, der Auftrag wird demnächst vergeben. Wie von Dieter Hinze vom Arbeitskreis „Turmuhr“ zu erfahren war, reicht das Geld auch für die Finanzierung eines Schlagwerks aus. Saarmunds Turmuhr soll täglich 12 und 18 Uhr schlagen  – ab dem 3. Juli 2016, dem Tag, an dem sie feierlich enthüllt wird. „Die Frage, warum die Uhr einst aufhörte zu schlagen und wann sie abgebaut wurde, bleibt aber noch offen“, sagte Hinze. Im kollektiven Bewusstsein des Ortes ist das Ende der Turmuhr bisher mit der Zeit verbunden, als der Krieg im April 1945 nach Saarmund kam. Ein Panzergeschoss soll den Turm getroffen haben.

Die Spendenaktion, die im Frühjahr gestartet war und bis jetzt gut 9000 Euro eingebracht hat, ist aber nicht beendet. Geld wird etwa noch gebraucht, um den Festakt zur Turmuhr-Enthüllung auszugestalten. Der Vision, dass am 3. Juli 2016 12 Uhr mittags die Glocken läuten, dann das Verhüllungstuch an der Uhr fällt und Pink Floyd den Song „Time“ spielt, sind die Initiatoren auch ein Stück näher gekommen. „Wir sind im Gespräch mit einer Potsdamer Band. Mein Wunsch ist es, den Pink-Floyd-Titel so originalgetreu wie möglich spielen zu lassen“, sagte Hinze.

So ähnlich soll es  aussehen

So ähnlich soll es aussehen: Diese Animation zeigt Saarmunds Kirche mit Turmuhr.

Quelle: Steppat

Die Saarmunder zeigen sich derweil auch bei anderen Jubiläums-Projekten als einfallsreich. Der Geschichtsverein bietet zum Beispiel am 12. Dezember eine Sonderfahrt mit der Straßenbahn an – zu besonderen Orten in Potsdam. Die Tatra-Bahn fährt Mareen Ruske, Mitstreiterin des Geschichtsvereins und von Beruf Straßenbahnfahrerin. Während der Adventsfahrt gibt es Stollen und Glühwein „und ein Schaffner ist als Stadtbilderklärer mit an Bord“, sagte Mareen Ruske. Die Erlöse der Fahrt sollen für die Finanzierung der Festschrift verwendet werden, die zur 800-Jahrfeier erscheint.

Im Jubiläumsjahr 2016 kommt Saarmund auch als beliebter Drehort zu Ehren. Geplant sind mehrere Abende, an denen Filme gezeigt werden, die im Ort entstanden sind. Gedreht wurden dort zum Beispiel Defa-Indianerfilme und Teile des bekannten Anti-Kriegsdramas „Die Abenteuer des Werner Holt“. Auch Szenen aus Konrad Wolfs Film „Solo Sunny“ sollen in Saarmund spielen.

Standorte für geplante Geschichtstafeln

Saarmund wurde am 28. Dezember 1216 in einer Urkunde des Bischofs Siegfried II. erstmals erwähnt.

Zur 800-Jahrfeier 2016 sollen Schautafeln über geschichtsträchtige Orte in Saarmund informieren.

Solche Tafeln, die einen QR-Code für Zusatzinformationen für Smartphone-Besitzer bekommen, sind unter anderem am Gelände der einstigen Tuchfabrik und an der Kirche geplant.

Als Tafel-Standorte sind auch das ehemalige Gasthaus „Stadt Leizpig“ und das Gelände des königlichen Vorwerks ausgewählt worden. Dort befindet sich noch ein Mietshaus, dem man freilich nicht mehr ansieht, dass es das frühere Gutshaus ist, in dem einst auch ein preußischer Prinz lebte.

Außerdem will der Geschichtsverein an historisch wichtigen Stellen Schautafeln aufstellen. „Etwa 15 Standorte stehen fest“, sagte Vereinsvorsitzende Angela Schneider. Unter dem Titel „Geschichte am Wegesrand“ soll dem Betrachter geholfen werden, besondere Orte in Saarmund zu entdecken. Eine Tafel wird am Gelände stehen, auf dem sich einst die alte Nutheburg und danach das königliche Amtshaus befanden. Später war dort eine Tuchfabrik. „In Saarmund wurden sehr gute Tuche hergestellt“, so die Vereinschefin. Verwendet wurden sie auch für Uniformen der preußischen Armee.

Von Jens Steglich

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