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Kirche in Buchholz vor Verfall gerettet

Buchholz Kirche in Buchholz vor Verfall gerettet

Noch vor einem Jahr musste man bei der Dorfkirche Buchholz mit dem Schlimmsten rechnen. Eine mehr als 170 000 Euro teure Sanierung hat das Gotteshaus nun aber vor dem Verfall gerettet. Am Samstag wurde Kirchenweihe gefeiert. Eine neue Idee soll indes Geld für weitere Restaurationsarbeiten einbringen.

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Der Festgottesdienst wurde musikalisch vom Gruboer Kirchenchor begleitet.

Quelle: Christiane Sommer

Buchholz. Noch vor einem Jahr war es um die Zukunft der Dorfkirche von Buchholz schlecht bestellt. Das Dach war derart undicht, dass Regenwasser mit Eimern und Wannen aufgefangen werden musste. Verfaulte Dachbalken und bedrohliche Risse im Mauerwerk ließen das Schlimmste befürchten. Dieses Bild gehört jetzt der Vergangenheit an. Die 1854/55 erbaute Dorfkirche ist vor dem Verfall gerettet und die mehr als 170 000 Euro teure Sanierung nahezu abgeschlossen. Obgleich in den kommenden Tagen an der Außenfassade noch einige Restarbeiten zu erledigen sind, wurde am Sonnabend bereits Kirchenweihe gefeiert.

Mit einer Fotoausstellung wird dokumentiert, welch gigantischer Herausforderung sich die kleine Gemeinde gestellt hat. Von den knapp 90 Einwohnern gehört nur die Hälfte der evangelischen Kirche an. Für die Kirchenrettung haben sich jedoch alle stark gemacht. Nicht weil die Kirche als Denkmal erhalten bleiben soll, sondern weil sie zum Dorf gehört.

Pfarrer Matthias Stephan dankt Helfern und Unterstützern

Dafür, dass sich ihr Turm wie ein Fingerzeig Gottes auch in den kommenden 100 Jahren gen Himmel recken kann, dankt der Gemeindekirchenrat späterhin den vielen Fördermittelgebern, Helfern und Unterstützern.

Festpredigt mit Pfarrer Matthias Stephan

Festpredigt mit Pfarrer Matthias Stephan.

Quelle: Christiane Sommer

Pfarrer Matthias Stephan sagt in der Festpredigt: „Wir haben den Erhalt der Kirche besiegelt. Wie Generationen von Buchholzern zuvor.“ Der Blick in die wechselvolle Vergangenheit des in den Grundmauern 700 Jahre alten Kirchbaus bestätigt, dass die Gemeinde sich immer um deren Erhalt mühte. Ob nach dem Dreißigjährigen Krieg, als Buchholz nahezu menschenleer war, oder nach dem verheerenden Brandunglück am 7. Juni 1849, als ein Großfeuer fast das ganze Dorf samt Schule und Kirche in Asche legte. „Immer wieder fanden sich Menschen, die sich der Kirche angenommen haben“, so der Pfarrer.

Kirche soll Ort der Begegnung werden

Sabrina Kienow und Anette Benke vom Gemeindekirchenrat, die im Dorf die Fäden der Rettungsarbeiten in den Händen hielten, gehören zu den Menschen, die sich dem Gemäuer in besonderem Maße angenommen haben. Sie sagen: „Uns fällt ein Stein vom Herzen. Wir sind glücklich und erleichtert.“ Künftig soll die Kirche als Ort der Begegnung, als Kunstkirche, etabliert werden und als Ort, an dem „die Seele fröhlich sein kann“.

„Heute ist die Buchholzer Kirche wieder so schön, wie sie 1855 nach dem Wiederaufbau und 1955 nach der letzten großen Sanierung war“, so Stephan während der Festpredigt. Später, nach der Kaffeetafel, zieht es die Buchholzer und viele Gäste immer wieder in die Kirche. Unter anderem vom Farbenspiel angelockt, dass die Sonnenstrahlen durch die aufgearbeiteten Bleiglasfenster zaubert. „Waren die kleinen Scheiben schon immer so bunt“, hört man es immer wieder leise fragen.

Patenschaften für weitere Restaurationsarbeiten

„Sie waren es. Man hat es nur nicht mehr erkannt“, erklärt Anette Benke und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Idee, über Fensterscheibenpatenschaften Geld für weitere kleine Restaurierungsarbeiten ein zu werben – 28 Paten finden sich gleich an diesem Nachmittag. Unter anderem müsste die Orgel noch dringend gereinigt werden. „Das wäre eine gute Idee“, sagt der Bad Belziger Kantor Winfried Kuntz, der gemeinsam mit dem Gruboer Kirchenchor den Festgottesdienst musikalisch umrahmt.

Jörg Gauruhn und die Zwillinge Lilly und Anne Kienow zeigen stolz die Fotografie ihres Patenfensters

Jörg Gauruhn und die Zwillinge Lilly und Anne Kienow zeigen stolz die Fotografie ihres Patenfensters. Ebenfalls im Bild: Sabrina Kienow vom Gemeindekirchenrat.

Quelle: Christiane Sommer

Glasermeister Jörg Gauruhn, der in der Vergangenheit so manchem alten Kirchenfenster zu neuer Schönheit verhalf, freut sich über die Idee der Scheibenpatenschaften und greift sofort zu. „Jetzt habe ich ein Fenster in der Buchholzer Kirche, dass mir gehört“, so der Bad Belziger Unternehmer lachend und zeigt mit Stolz eine Fotografie seiner neuen Errungenschaft.

Von Christiane Sommer

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