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Potsdam-Mittelmark Kirchensanierung dauert länger als erhofft
Lokales Potsdam-Mittelmark Kirchensanierung dauert länger als erhofft
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02:15 23.04.2017
Anette Benke (re.) und Sabrina Kienow dokumentieren die Sanierung der Dorfkirche zu Buchholz bei Niemegk (PM). Sie kam im Winter ins Stocken und verschiebt nun den Einweihungstermin. Quelle: christiane Sommer
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Buchholz

Mit einem festlichen Gottesdienst sollte eigentlich an diesem Sonntag in Buchholz bei Niemegk der Abschluss der Kirchensanierung gefeiert werden. Doch daraus wird nichts.

„Vor zwei Wochen haben wir uns endgültig von diesem Termin verabschiedet“, sagt Anette Benke vom Gemeindekirchenrat. „Jetzt soll die Einweihung erst am 24. Juni stattfinden“, erklärt Benke. Die Landschaftsgärtnerin ist mit allen Fragen rund um das Projekt vertraut. Die Bauarbeiten kamen witterungsbedingt in den Wintermonaten zum Erliegen. Grund dafür waren Maurerarbeiten, die zuvor nicht mehr rechtzeitig vergeben werden konnten. Als endlich eine Fachfirma gefunden war, stellte sich die Kälte ein. Sie bremste den Fortgang der Arbeiten abermals aus.

Seit gut vier Wochen ist nun jedoch wieder eifrige Bewegung auf der Baustelle. Die verlorene Zeit konnte dennoch nicht mehr eingeholt werden. Dieser Tage wurden nun die letzten Maurer- und Klempnerarbeiten erledigt. So können endlich die Dachdecker anrücken, um das Kirchenschiff und den Turm neu einzudecken. Danach sollen die Kirchenfenster, von denen die ersten bereits überarbeitet sind, wieder eingebaut werden. Inwieweit auch im Inneren des Gotteshauses vor der Einweihung noch kleinere Verschönerungsarbeiten erledigt werden können, bleibt indes abzuwarten. Denn auch die Finanzen müssen neu geordnet werden.

Vorgängerin bei Großfeuer zerstört

Die heutige Kirche zu Buchholz ist im Jahr 1855 erbaut worden.

Die Spuren einer jetzt bei den Restaurierungsarbeiten entdeckten älteren Fenstergruppe mit spitzbogigem Abschluss sind Zeugen der Vorgängerkirche.

Die ältere Kirche wurde im Jahr 1849 bei einem Großfeuer zerstört. Ihr Ursprung ist am Ende des 13. Jahrhunderts zu finden.

„Die Rüstung, die durch die Bauverzögerung nun viel mehr kostet als geplant, muss bezahlt werden. Wir müssen also abwarten, was danach noch möglich ist“, sagt die 58-jährige Koordinatorin vom Gemeindekirchenrat. 173 000 Euro waren im Vorfeld für die Hüllensanierung veranschlagt worden.

Seit mittlerweile vier Jahren ist die Kirchenrettung das bestimmende Thema im Dorf. „Unsere Kirche ist ja eigentlich nichts besonderes. Aber für uns ist sie etwas ganz besonderes“, sagen Anette Benke und Sabrina Kienow einstimmig.

In einem dicken Fotoalbum haben die Frauen vom Gemeindekirchenrat jeden einzelnen Baufortschritt dokumentiert. Während das Sorgenkind Kirche auf den ersten Seiten noch mit all seinen Gebrechen abgelichtet ist, geben die folgenden über jeden einzelnen Schritt zur Rettung Auskunft. Die Bilder zeigen, dass die großen Risse im Ostgiebel wieder verputzt sind, dass Zimmerleute neue Balken und Balkenköpfe im Deckenbereich eingezogen haben. Aber auch, dass Restauratoren im 1855 erbauten Gotteshaus auf Spurensuche unterwegs waren.

„Im Ostgiebel hatte unsere Kirche früher einmal drei Fenster“, erzählt Anette Benke und greift nach einem weiteren Aktenordner. Darin hat der in Bad Belzig lebende Diplom-Restaurator Udo Drott diesen und andere Funde bestens dokumentiert. Dann zeigt Anette Benke auf das Gesims, das endlich fertig saniert ist: „Die Fugen des Ziegelmauerwerks waren früher blau gefasst.“

Dann erzählen die Freuen vom Gemeindekirchenrat begeistert von der Entdeckung weiterer Farbspuren im Innern der Kirche. Berichten wollen Anette Benke und Sabrina Kienow aber auch davon, dass jede einzelne Erkenntnis der Denkmalexperten im Dorf mit großem Interesse verfolgt werde. So wie auch das gesamte Baugeschehen an der inzwischen seit August 2016 eingerüsteten Kirche.

Von Christiane Sommer

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