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Potsdam-Mittelmark Kita-Eltern lehnen Caterer ab
Lokales Potsdam-Mittelmark Kita-Eltern lehnen Caterer ab
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20:32 08.03.2018
Sandra Bicher und die anderen Eltern der Kita „Buddelflink“ in Güterfelde wollen, dass in der Einrichtung auch künftig selbst gekocht wird. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
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Güterfelde

Um ihr frisch gekochtes Kita-Essen kämpfen derzeit die Eltern der Güterfelder Kita „Buddelflink“. „Das aktive Mitgestalten der Mahlzeiten durch die Kinder, Geschmackstests von Gemüsesorten, das Backen von Kuchen und Plätzchen und auch der Anbau und die Pflege von Obst und Gemüsearten im eigenen Hochbeet hinter der Kita – all das gehört zu unserem pädagogischen Konzept. Viele Eltern haben sich darum für unsere Kita entschieden“, erklärt Sandra Bicher, die Leiterin der Elternvertretung.

Doch im Juni des vorigen Jahres war die Kita-Köchin erkrankt. Seitdem wird das Mittagessen von einem Caterer geliefert, der Märkische-Food-Service V. & V. GmbH aus der TIM GmbH. Dieses Unternehmen, dem der Stahnsdorfer Gemeindevertreter Harald Mushack (Die Linke) als Geschäftsführer vorsteht, beliefert bereits auch die anderen Einrichtungen der Gemeinde. Aber die Eltern sind mit der Qualität des gebrachten Essens nicht glücklich. Sie bevorzugen das Selbstgekochte, und so sehnen sie sich den ursprünglichen Zustand wieder zurück.

Was zunächst wie eine Zwischenlösung aussah, soll nun allerdings dauerhaft eingerichtet werden: „Die Küchenkraft geht wie geplant zum Jahresende in Rente“, erklärt Stahnsdorfs Pressesprecher Stephan Reitzig. Die Küche sei mit nur elf Quadratmetern extrem klein und suboptimal zugeschnitten, so dass seit Einführung der Vollverpflegung in den kommunalen Kitas eine angemessene Vor-, Zu- und Nachbereitung von Mahlzeiten dort „im Grunde nicht möglich“ sei. In Zukunft solle die Küche nur noch für die Ausgabe von Frühstück und Vesper sowie für die Zubereitung von Getränken genutzt werden, sagt Reitzig.

Die eigene Zubereitung der Mahlzeiten in der Kita „Buddelflink“ in Güterfeld ist „im Grunde nicht möglich“, sagt Stahnsdorfs Gemeindesprecher Stephan Reitzig. Die Küche ist mit elf Quadratmetern Fläche extrem zu klein. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Auch das Geschirr müsse dort abgewaschen und gelagert werden. Ein Umbau zu einer größeren Küche sei nicht sinnvoll, da dies auf Kosten der Betreuungskapazität gehen würde. Bicher kontert, es gäbe keine gesetzlichen Vorschriften, wie groß eine Küche für 49 Kinder sein müsse. Reitzig räumt zwar ein, dass natürlich auch die Verwaltung „den Charme der Zubereitung von Essen vor Ort“ sehen würde. Er ergänzt aber, dass jedoch die Einstellung einer zweiten Kraft unrealistisch sei, so dass im Vertretungsfall eine Zubereitung vor Ort nicht zu gewährleisten sei. Bicher erklärt diesbezüglich, dass bisher im Krankheitsfall oder wenn die Köchin auf Urlaub war, das Essen dann eben vorübergehend geliefert wurde.

Sowohl die Leiterin der Einrichtung, Katrin Krause, als auch der Kita-Ausschuss seien über den Sachverhalt informiert worden, betont Reitzig. Die Entscheidung ist aber offensichtlich ohne Einbeziehung der Betroffenen gefallen. So trafen sich im Februar die Eltern, um einen Brief an die Stahnsdorfer Verwaltung zu formulieren, in dem sie sich ganz klar dafür aussprechen, dass ihre Kinder in Zukunft wieder selbst gekochtes Essen bekommen. Das Votum ist ein klares: Alle Kita-Eltern unterzeichneten das Schreiben, in dem sie fordern, dass die Stelle einer Köchin in der Kita erhalten bleibt.

Förderverein hat noch zweite Rechnung mit der Verwaltung offen

Rückendeckung bekommen die Eltern jetzt vom Ortsbeirat Güterfelde: Einstimmig wurde dort beschlossen, den Aufruf der Eltern zu unterstützen und mit Nachdruck die schnellstmögliche Nachbesetzung der Stelle zu fordern. „Für mich hapert es eindeutig am Nicht-Wollen. Sicher ist es für die Verwaltung einfacher, wenn alle gleichlaufen und nicht einer aus der Reihe tanzt“, kommentiert Dietrich Huckshold (WG Wir Vier) die Situation.

Unterdessen hat der Förderverein noch eine zweite Rechnung mit der Verwaltung offen: Nicht nur, dass die Einrichtung bei der Aktion „Kita Cool“ von Radio Teddy im Februar 500 Euro gewinnen konnte – bereits im vorigen Herbst hatte es der Förderverein geschafft, bei der Aktion „Du und Dein Verein“ der Bank IngDiba unter die Sieger zu kommen: 621 Stimmen für den Verein bedeuteten Platz 23 in der Kategorie „1 bis 25 Mitglieder“ und damit 1000 Euro, die in einen neuen Balancierbalken und eine Klangstrecke – ein Holzxylophon – für die Außenanlage der Kita angelegt werden sollen.

Aufstellung der Spielgeräte noch nicht genehmigt

Im November freute sich Bicher über den Erfolg. Im Januar fragte sie in der Gemeinde nach, wann sie mit der benötigten Bestätigung von Seiten der Verwaltung rechnen könne, dass die Spielgeräte an der geplanten Stelle unter Beachtung der gesetzlich geltenden Sicherheitsbestimmungen aufgestellt werden dürfen. Doch in der Gemeinde fehlte zu diesem Zeitpunkt die dafür zuständige Sachbearbeiterin. Die Stelle wurde erst mit dem 1. März nachbesetzt. Die Kinder müssen also erst einmal warten. Auch mit der Sponsoring-Vereinbarung zwischen der Verwaltung und dem Förderverein, die aufgrund der Anti-Korruptions-Richtlinien erforderlich ist, hapert es. Im Februar wurde der entsprechende Tagesordnungspunkt aus Zeitgründen nicht in der Gemeindevertretungssitzung behandelt.

Nun steht er am 19. April wieder zum Beschluss auf dem Programm der Gemeindevertreter. Eigentlich hatte die Kita gehofft, die beiden neuen Spielgeräte bereits am Tag der offenen Tür am 13. April vorstellen zu können. Doch das klappt nun zeitlich auf keinen Fall mehr.

Von Konstanze Kobel-Höller

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