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Kita-Kinder und Senioren in einem Haus

Investor will zehn Millionen Euro in Michendorf investieren Kita-Kinder und Senioren in einem Haus

Ein Berliner Investor will in Michendorf zehn Millionen Euro in den Bau eines Gebäudes investieren, unter dessen Dach eine Kita und eine Senioreneinrichtung eingerichtet werden sollen. Die Michendorfer Gemeindevertreter haben am Montagabend nach kontroverser Debatte die Weichen für das Vorhaben gestellt.

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So etwa soll der Komplex mit Kita und Seniorenhaus aussehen.

Quelle: C.P. GbR

Michendorf. Die Michendorfer Gemeindevertreter haben am Montagabend die Weichen für den Bau eines Gebäudekomplexes am Schwalbenweg gestellt, in dem unter einem Dach eine Kita und eine Senioreneinrichtung entstehen sollen. Mehrheitlich (15 Ja-, drei Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen) votierten sie für die Aufstellung eines Bebauungsplanes, der das Vorhaben in der vom Investor konzipierten Größe ermöglichen soll.

Die Kombination aus Kinder- und Senioreneinrichtung will der Berliner Investor Jörg Kuttig mit seiner Firma, der JKT Real Estate Development GmbH, realisieren. Er will zehn Millionen Euro investieren. Nach aktuellem Planungsstand soll im Michendorfer Bahnstraßenviertel auf dem Areal zwischen Schwalben- und Finkenweg eine Pflegeeinrichtung entstehen, in der 34 Einheiten betreuten Wohnens für 40 Menschen, 20 Tagespflegeplätze und zwei Wohngruppen mit je 30 Plätzen für stationäre Pflege vorgesehen sind. Außerdem soll eine Sozialstation mit untergebracht werden, von der aus ein ambulanter Dienst mobil pflegen kann. Die Mischung der Betreuungsarten biete die Möglichkeit, „alle wechselnden Bedürfnisse, die mit verschiedenen Arten des Älterwerdens einhergehen, in der selben Einrichtung befriedigt zu bekommen“, sagte der Investor. Dafür bestehe ein größerer Bedarf als für ein Heim mit einer rein stationären Pflege.

In der Kita sollen Plätze für 92 Kinder entstehen, sagte Kuttig am Dienstag der MAZ. Er glaube, die älteste und die jüngste Generation unter einem Dach zusammenzubringen, sei für die Alten wie für die Jungen reizvoll – und fürs Personal auch. Dafür gebe es national wie international zahlreiche gute Beispiele. Den potenziellen Kita-Betreibern gefalle das Konzept, so Kuttig. Die JKT verhandelt nach eigenen Angaben mit mehreren Interessenten, die das Seniorenhaus betreiben wollen. Für den Kindergarten stehen laut Kuttig zwei freie Träger bereit – das Unionhilfswerk und die gemeinnützige GmbH Step Kids-Kitas. Die Kita soll aus Lärmschutzgründen im Bereich der Bahnstraße untergebracht werden, die parallel zu einer Bahnstrecke verläuft. „Der Güterverkehr ist lauter und der wird überwiegend nachts abgewickelt.“ Weil es in der Kita keinen Nachtbetrieb gibt, soll der Gebäudeteil an der Bahnstraße vor allem durch sie genutzt werden. Anfangen zu bauen würde er gern im Frühsommer 2018, um zu vermeiden, dass zwei Winter in die Bauphase fallen. Er geht von einer Bauzeit von anderthalb Jahren aus. Den favorisierten Baustart nennt er selbst ambitioniert. Den B-Plan will die Gemeinde in einem beschleunigten Verfahren auf den Weg bringen. Der Umfang der Bebauung ist nicht unumstritten. „Tatsache ist, wir bewegen uns an der Grenze zu dem, was an Bebauung in allgemeinen Wohngebieten zulässig ist“, sagte Eckhard Reinkensmeier (Bündnis für Michendorf). Dichter gehe es nicht. Er hatte vor dem Votum dem Investor geraten, nicht die Grenzen auszuloten. „Es wäre gut, auf eine der beiden Einrichtungen zu verzichten. Für beide ist die Fläche zu klein“, so Reinkensmeier, der auch kritisierte, es gebe nur 850 Quadratmeter „pädagogische Freifläche“ für die Kita. Laut Kuttig sollen nach jetzigem Stand für 92 Kinder 920 Quadratmeter Freifläche zur Verfügung stehen. Das Verhältnis von 100 Kita-Plätzen zu 850 Quadratmetern Freifläche sei nicht mehr aktuell. Die Kritik, er hantiere mit sich ändernden Zahlen, wies Kuttig zurück. Er müsse die Vorlagen frühzeitig in der Gemeindeverwaltung einreichen, die Planung sei zum Zeitpunkt der Sitzung dann oft schon wieder weiter. Verhandelt werde mit mehreren Interessenten, „die ihre eigenen Vorstellungen haben“. Verbindlich bis ins Detail könne er also erst informieren, „wenn ich einen Betreiber ausgewählt und mit ihm einen Mietvertrag abgeschlossen habe“.

In der Debatte hatten Bauausschuss-Chef Andreas Henning (CDU) und Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) appelliert, dem Vorhaben zuzustimmen. Es werde in der Gemeinde gebraucht und bewege sich im gesetzlichen Rahmen. In der Gemeinde werden perspektivisch 100 zusätzliche Kita-Plätze benötigt. „Ich finde das Projekt gut. Eine Symbiose aus Alt und Jung wird Zukunft haben“, sagte Dirk Noack (FDP), der hinzufügte: Eine gewisse Größe, um die Einrichtungen wirtschaftlich betreiben zu können, müsse man dem Investor zugestehen. Zweifel, ob das Angebot für Normalbürger bezahlbar sein wird, äußerte FDP-Fraktionschef Hartmut Besch.

Von Jens Steglich

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