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Kita-Kinder werden wasserfest gemacht

DLRG zu Gast in Werder Kita-Kinder werden wasserfest gemacht

Rund 30 Vorschulkinder der Integrationskita „Anne Frank“ in Werder haben dank eines interaktiven Projektes der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Dienstag gelernt, wie man sich am und im Wasser richtig verhält. Der Bedarf ist da, doch das Projekt braucht mehr freiwillige Helfer, um sich weiter für die Sicherheit der Kleinen engagieren zu können.

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Rettungsübung auf dem Trockenen: Anabel wird auf dem Möbelroller „an Land“ gezogen .

Quelle: Stefanie Wagner-Leppin

Werder. „Wenn man zu tief ins Wasser geht, könnte man von einem Hai gefressen werden.“ Das befürchtet zumindest Karl und ist damit nicht allein in der Gruppe. Wer Kita-Kinder nach den möglichen Gefahren beim Baden fragt, muss sich eben auf abenteuerliche Antworten einstellen. Torsten Dalski und Gabi Oostinga vom Landesverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Brandenburg sind in dieser Sache schon einiges gewohnt. Als Kita-Teamer sind sie regelmäßig in Kindergärten und Grundschulen unterwegs, um für mehr Sicherheit beim Baden zu sorgen. Am Dienstag war das Projekt erstmals in der Integrationskita „Anne Frank“ in Werder zu Gast.

In etwa zwei Stunden lernen die Vorschulkinder spielerisch, worauf es beim Baden ankommt: angefangen vom Sonnenschutz über Baderegeln bis zur Rettung mit Rettungsring. „Was meint ihr, wie lange man warten sollte, bis man nach Pommes und Eis wieder ins Wasser gehen kann“, fragt Torsten Dalski. Von einer halben Minute bis zu einer Stunde ist alles dabei. Dass sie mindestens 20 Minuten ausharren sollen, sorgt erwartungsgemäß für lange Gesichter.

60 Prozent der Grundschulkinder sind nicht sicher im Wasser

Den größten Spaß hatten die Werderaner Kinder bei der Rettungsübung. „Einer setzt sich auf das Brett, hält die Arme in die Luft und ruft dann ganz laut um Hilfe“, erklärt Gabi Oostinga. „Dann werfen wir den Rettungsring und ziehen euch an Land.“ Schon der erste Durchgang, bei dem Anabel auf dem Möbelroller quer durch den Sportraum fegt, sorgt für fröhliches Gelächter. „Wir wollen die Kinder vertraut machen mit den Gefahren am und im Wasser. Außerdem wollen wir zeigen, was Rettungsschwimmer und die DLRG eigentlich machen,“ erklärt Gabor Kühn vom Landesverband. Eine aktuelle Umfrage, die der DLRG-Bundesverband in Auftrag gegeben hat, hat gezeigt, dass sich knapp 60 Prozent der Grundschüler nicht sicher im Wasser bewegen können. „Es fehlt auch in Brandenburg massiv an Kapazitäten für die Schwimmausbildung,“ kritisiert Gabor Kühn.

Die DLRG bietet zwar eigene Schwimmkurse an, ist dabei aber auch auf kommunale Schwimmhallen angewiesen. Selbst das kostenlose Kindergarten-Projekt kann nicht flächendeckend angeboten werden. „Uns fehlen die Ehrenamtlichen, die bereit sind, ihre Freizeit dafür zu opfern. Die DLRG hat generell einen akuten Mangel an freiwilligen Helfern,“ erklärt Kühn. Von den Kita-Teamern gibt es derzeit nur etwa 20 im gesamten Land Brandenburg. „Das Projekt wurde länger nicht so richtig aktiv betrieben. Es gab teilweise nur zwei oder drei Kita-Teamer in Brandenburg. Doch mit der jetzigen Situation, dass viele Kinder nicht mehr schwimmen können und die Gefahren nicht kennen, will die DLRG das Projekt wieder vorantreiben.“

Von Stefanie Wagner-Leppin

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