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Potsdam-Mittelmark Kita „Mäuseburg“ begeht 55-jähriges Bestehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Kita „Mäuseburg“ begeht 55-jähriges Bestehen
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17:29 10.04.2018
Bei der Verabschiedung von zwei Erzieherinnen der Musik-Kita „Mäuseburg“ in Stahnsdorf führten die Kinder den Tanz „Abschied“ auf. Quelle: Stephan Reitzig

Eigentlich hätte die Musik-Kita „Mäuseburg“ in Stahnsdorf schon im vorigen Jahr ihren 60. Geburtstag feiern können. Doch ihre eigene Zeitrechnung beginnt erst im Jahr 1963 mit dem Einzug ins erste eigene Haus in der heutigen Wilhelm-Külz-Straße. Seinen Betriebskindergarten eröffnete das frühere Geräte- und Regler-Werk (GRW) Teltow aber bereits 1957 in der benachbarten Villa. Dort residiert heute die Alpina AG, ein Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau-Unternehmen. Auf dem Gelände der heutigen Kita befanden sich seinerzeit nur Gärten, Freiflächen und Wiesen. Mit vier Gruppen ging der Betriebskindergarten im Gründungsjahr an den Start.

Bis zum vergangenen Jahr war die Kindereinrichtung in den zurück liegenden 55 Jahren immer wieder mal Baustelle beziehungsweise Sanierungsobjekt. Obwohl sich die Anzahl der Kindergruppen in der Villa und im Neubau auf insgesamt sieben erhöht hatte, merkte man bald, dass es eng in den beiden Häusern werden würde. Darum ließ das GRW 1967 einen Anbau für zwei weitere Gruppen errichten. 1972 kam ein weiteres Gebäude dazu. In selben Jahr gestaltete der Betrieb auch das Freigelände des Kindergartens um, auf dem es bis dahin lediglich einen selbst gezimmerten Buddelkasten aus alten Brettern und einige ausgediente Autoreifen als Spielmöglichkeit gab. Nun wurde unter anderem ein Verkehrsgarten mit Ampeln, Verkehrsschildern, kleinen Straßen und Übergängen angelegt, in dem die Kinder das richtige Verhalten im Straßenverkehr lernen konnten. Er wich jetzt einer erneuten Modernisierung des Freigeländes, die Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen wurde. Die größte Herausforderung für die Kinder und Erzieher war allerdings die Komplettsanierung des Kitakomplexes in den Jahren 2006 bis 2011, die bei laufendem Betrieb erfolgte.

Richtfest für den ersten Kita-Neubau im Frühjahr 1963 Quelle: privat

Im Mittelpunkt der Erziehungsarbeit standen schon immer die Förderung der Kreativität der Kinder sowie naturwissenschaftliche Themen, wobei sich die materiellen Bedingungen gerade nach der Wende grundlegend verbessert haben. „Zur Messe der Meister von Morgen haben wir in der DDR Lernmaterial selbst hergestellt. Wir bastelten aus Spanplatten Obst-Puzzle und aus Sektkorken didaktisches Material“, erinnert sich Kita-Mitarbeiterin Christine Hendtrich. Die Fachbücher aus der Vorwendezeit sind für die Erzieher bis heute wichtige Hilfsmittel in ihrer täglichen Arbeit. Zum Singen werden aus den Musikbüchern allerdings nur noch die Kinder- und Heimatlieder herausgesucht. Die politischen Lieder passen nicht mehr in diese Zeit.

Enge Beziehungen unterhielten die früheren Kinder zu ihren Patenbrigaden im Geräte- und Regler-Werk. Die besuchten den Kindergarten regelmäßig und besonders zum Weihnachtsfest und brachten selbst gestrickte Puppensachen sowie selbst gebasteltes Holzspielzeug mit. Dafür revanchierten sich die Kleinen auf Brigadeabenden und Betriebsfeiern mit kleinen kulturellen Programmen. Vor massivem politischen Einfluss blieb der Betriebskindergarten verschont. „Nur wenn die Friedensfahrer mal durch Stahnsdorf fuhren, sollten wir die Häuser schmücken und mit den Kindern am Straßenrand Spalier stehen“, sagt Heike Jankowski.

Die Patenbrigaden aus dem Geräte- und Regler-Werk (GRW) Teltow besuchten die Kindergruppen regelmäßig und brachten ab und zu auch kleine Geschenke mit. Quelle: privat

Sie leitet die Kita seit 2006 und gab ihr die heute vordergründig musikalische Ausrichtung. Jankowski konnte die Kreismusikschule „Engelbert Humperdinck“ in Kleinmachnow für eine Kooperation gewinnen. Drei Musikpädagogen kommen regelmäßig zur musikalischen Früherziehung in die Kita. Alle zwei Jahre unternehmen die Kinder eine „Instrumentenreise“ in die Kreismusikschule nach Kleinmachnow und lernen dort die verschiedenen Instrumente kennen.

Heike Jankowski leitet die Kita „Mäuseburg“ seit 2006. Sie prägt deren musikalische Ausrichtung maßgeblich mit. Quelle: Heinz Helwig

Mit Hilfe der Musikschule sind in den vergangenen sieben Jahren drei Kindermusicals in der Kita entstanden, die zunächst vor den Eltern und anschließend vor den Gruppen anderer Kitas in der Gemeinde und der Region aufgeführt wurden. „Viel mehr Meer“ feierte 2011 einen großen Erfolg, und „Maus komm’ raus“ (2014) begeisterte ebenfalls das Publikum. Zur 55-Jahr-Feier präsentierten Kita und Kreismusikschule vor wenigen Tagen „Thilos geheimnisvolle Eisenbahn“, die – wie die anderen Requisiten – von Haustechniker Thilo Tolkmitt in Handarbeit angefertigt wurde. Eine eigene Musik-CD haben die „Mäuseburg“-Kinder auch schon herausgebracht, und für ihre künstlerischen Leistungen den „Felix“- Musikpreis des Deutschen Chorverbandes sowie dessen Nachfolgepreis „Caruso“ erhalten. „Musik ist ein wichtiges Medium in der Erziehung der Kinder. Sie fördert deren Sozialkompetenz“ “, erklärt Kita-Leiterin Heike Jankowski.

Kita hieß früher einmal „Knirpsentreff“

Bis 1999 hieß die Kita „Mäuseburg“ in Stahnsdorf noch Kita „Knirpsentreff“. Durch die Rückgabe des Gebäudes der Kita „Schlumpfhausen“ am Dorfplatz an einen Alteigentümer mussten die „Schlümpfe“ in einen Neubau auf dem Gelände des „Knirpsentreffs“ umziehen. Mit der Zusammenlegung der beiden Einrichtungen wurde ein neuer Name notwendig.

Dienstälteste Kita-Leiterin ist Hannelore Schewe. Sie führte den Betriebskindergarten beziehungsweise die Kita „Mäuseburg“ vom 1. März 1967 bis zum Juni 2006.

Kita-Leiterin Heike Jankowski hatte zuvor in einer Kindereinrichtung an der Potsdamer Allee in Stahnsdorf, danach im Hort der Heinrich-Zille-Grundschule gearbeitet.

Zu DDR-Zeiten gab es lediglich konkrete Vorgaben, wie lange sich die Erzieherinnen mit einem Kind je nach Alter beschäftigen sollen. Heute konzentrieren sich die Pädagogen vor allem auf die Stärken und Schwächen ihrer Schützlinge.

Seit 2016 bietet die Kita „Mäuseburg“ in ihrer Einrichtung eine Vollverpflegung an.

Über eine Bundesinitiative unterstützt die Sprachtherapeutin Daniela Reder die frühkindliche Erziehung in der Kita „Mäuseburg“.

Seit dem vorigen Jahr steht der Kita mit Kristin Näthe auch eine Heilpädagogin zur Verfügung.

Von Heinz Helwig

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