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Potsdam-Mittelmark Kita-Streit: Wer darf hier eigentlich mitreden?
Lokales Potsdam-Mittelmark Kita-Streit: Wer darf hier eigentlich mitreden?
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09:54 14.03.2018
Marko Beckendorf, Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Quelle: privat
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Wiesenburg

Die offenbar angespannte Personalsituation in der Kindertagesstätte „Am Hesselberg“ wird jetzt zum Politikum. Denn sie hat in der jüngsten Ortsbeiratssitzung zu einem intensiven verbalen Schlagabtausch zwischen Bernd Müller als Mitglied der Gemeindevertretung und Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) gesorgt. Der Verwaltungschef hatte dem Parlamentarier die Teilnahme an einer Elternversammlung zu dem Thema untersagen wollen.

Der Verwaltungschef hatte selbst dazu eingeladen, nachdem ein Brief bei den Müttern und Vätern kursierte, der sich mit aktuellen Problemen in der Einrichtung befasste. Allen voran der zumindest gefühlte Mangel an Erziehern. „Das war nicht der richtige Weg“, erklärt Marco Beckendorf. Er verweist auf Elternbeirat und Kitaausschuss die sich im Fall des Falles mit der Kita-Leitung ins Benehmen setzen müssten. Erst dann sollte seiner Auffassung nach der Weg ins Rathaus führen. Dies sei mit den Verfassern besprochen und geklärt worden, hieß es jetzt.

Zum Sachverhalt selbst sagt Beckendorf, dass vorgeschriebene Personalschlüssel eingehalten sei und auf Veränderungen zeitnah reagiert würde. Mehr betreute Kinder sowie Fluktuation im Kollegium hätten das zuletzt mehrmals erfordert. „Wenn jedoch jemand wegen Schwangerschaft sofort ausfällt, braucht es selbst bei günstigen Ausschreibungs- und Kündigungsfristen ein paar Monate, bis Ersatz da ist.“ Der wohl hohe Krankenstand hat die Situation zuletzt verschärft. Im Grunde seien durchschnittliche Abwesenheiten von Erziehern jedoch einkalkuliert und mit dem erprobten Vertretungsprinzip innerhalb der fünf kommunalen Einrichtungen in der Gemeinde Wiesenburg/Mark zu lösen.

Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden Essengeldsatzung und Schließzeiten erörtert, wie es heißt. „Wenn es um solche allgemeinen Themen geht, müssen Abgeordnete das Recht haben, sich selbst ein Bild zu machen“, sagt Bernd Müller. Er hatte seinen Besuch mit Daniela Rabinowitsch von der Fraktion der Linken abgestimmt, die selbst an dem Abend verhindert war. Der Wiesenburger Ortsvorsteher mahnte davor, das Problem zu den Akten zu legen. „Denn meine Erfahrung sagt, dass es mehr Grund zur Sorge gibt. Doch nur die zwei Absender des Elternbriefes haben sich getraut, sich weit aus dem Fenster zu lehnen.“

Die Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark sieht mit Verweis auf persönliche Belange, die in Elternversammlungen zur Sprache kommen können, im Grunde eher das Recht auf der Seite des Bürgermeisters. Er hatte Bernd Müller per E-Mail ausgeladen und bei dessen Anwesenheit mit Abbruch der Veranstaltung gedroht. „Bei solcher Vorgeschichte fühle ich mich natürlich erst recht herausgefordert“, erklärt der Kommunalpolitiker.

Letztlich hatte Marco Beckendorf die Elternrunde im Quergebäude gefragt, ob sie die Anwesenheit des Abgeordneten dulde. Niemand sprach sich dagegen aus. Darüber ist nicht zuletzt das Landratsamt Bad Belzig froh. „Einer kurzfristigen Äußerung der Kommunalaufsicht zur grundsätzlichen Sach- und Rechtslage bedarf es nach dem Einverständnis der Eltern (keine Gegenstimme) nicht“, ließ Fachdienstleiter Gernot von Arend auf MAZ-Anfrage wissen.

Von René Gaffron

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