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Potsdam-Mittelmark Kita als Kraftwerk
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17:29 10.04.2018
Einige Schüler der beiden achten Klassen des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums in Stahnsdorf mit ihrem Kita-Modell und den beiden Projektbetreuerinnen Margarete Sydow (2. v. r., hinten) und Pia Lehmann (l.). Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Stahnsdorf

Für das Finale des Wettbewerbs „Mission Energiesparen“ bereiten sich derzeit zwei achte Klassen des Stahnsdorfer Vicco-von-Bülow-Gymnasiums vor: Sie müssen energiesparende Kitas planen und Modelle davon anfertigen. Schon nach den Herbstferien hatten die Schüler damit begonnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen: In der ersten Runde des Wettbewerbes mussten Fragebogen bearbeitet werden, die sich mit dem Thema Energiesparen im eigenen Haus beschäftigten, erzählt Tom aus der 8c. So sollten sich die Jugendlichen zunächst einmal zuhause damit auseinandersetzen, erklärt Margarete Sydow, Lehrerin für Physik und Mathematik. In der zweiten Runde wurde dann eine Kita energetisch vermessen – einige Vertreter der teilnehmenden Klassen untersuchten dafür die kommunale Kita „Regenbogenland“. Generell würden die Inhalte gut in den Lehrplan der achten Klassen passen, sagt Sydow, so dass der Wettbewerb Teil des Schulunterrichts sein könne.

Nur die sechs besten Klassen zogen schließlich ins Finale ein. Zwei davon sind die Stahnsdorfer 8c auf Platz vier und die 8a des Gymnasiums auf der fünften Position. Eigentlich hätte auch die 8d genügend Punkte erreicht. Doch laut Spielregeln dürfen nur die zwei besten Klassen jeder Schule in die letzte Runde. So rutschte die 8d vom sechsten auf den siebten Platz und musste einer Veltener Klasse den Vortritt lassen. Außerdem mit im Rennen: zwei achte Klassen aus dem Gymnasium Wittstock (Platz eins und drei) sowie eine Klasse aus der Goetheoberschule Trebbin (Platz zwei). Die Stahnsdorfer 8b war nach der zweiten Runde auf Platz neun gelandet. Seit rund fünf Jahren beteiligt sich Schule jetzt schon bei dem Wettbewerb, immer schnitt sie dabei mit guten Plätzen ab, erzählt Sydow.

Klassen wurden in Gruppen eingeteilt

In der dritten Etappe müssen die Schüler nun das bisher Gelernte und Erforschte anwenden: Sie sollen das Modell einer selbst geplanten Kita bauen, die wenig Energie verbraucht und im Idealfall sogar noch Energie produziert. Gleichzeitig soll auch darüber nachgedacht werden, wie den – fiktiven – Kita-Kindern nahegebracht werden könnte, was es heißt, die Umwelt zu schonen. Die Modelle der Finalisten werden am 26. April im Potsdamer „Treffpunkt Freizeit“ präsentiert.

Die beiden Stahnsdorfer Klassen haben sich dabei für ganz unterschiedliche Wege entschieden. In der 8c wollte man die Kita zunächst an einem Fluss bauen, um dort die Wasserkraft zur Energiegewinnung zu nutzen. Da sich dies als zu teuer herausstellte, stieg man bald auf Solarenergie um. Sydow ist vom Interesse der Schüler begeistert: „Wir haben die Klassen in Gruppen eingeteilt, und gerade die Jungs haben sich bald intensiv mit dem Thema der Energie beschäftigt. So wurde etwa die Idee, Windenergie zu nutzen, auch verworfen, weil etwa die Windstärke in Stahnsdorf zu gering ist und die Turbinen auch zu laut für eine Kita wären.“

Schüler entschieden sich für achteckigen Grundriss

Im nächsten Schritt war die effizienteste Form des Gebäudes zu finden: Eigentlich würde es sich dabei um einen Kreis handeln, so John. Doch mit Holz sei dies schwierig umzusetzen und so entschied sich die Klasse schließlich pragmatisch für einen achteckigen Grundriss. Sydow: „Man merkt, wie schwierig es ist, so ein Modell zu entwickeln. Im Finale haben schon alle ihre eigenen Ideen und in der Diskussion wird dann etwas Gemeinsames entwickelt – das bringt die Schüler vorwärts.“ 180 Solarplatten sollen auf dem Flachdach leicht schräg angebracht werden und so umgerechnet rund 180 Quadratmeter Fläche zur Gewinnung von Sonnenenergie bilden. Dies würde eine Energieproduktion von annähernd 100 000 Kilowattstunden im Jahr bedeuten, erklären Tom und John. So könnte sogar noch überschüssiger Strom ins Netz zurückgespeist werden. Die Heizung soll mit Geothermal-Energie laufen. Ein Glaskreuz im Dach und große Fenster sollen es ermöglichen, dass an der Beleuchtung gespart werden kann, und das Regenwasser wird unter anderem für die Spülung genutzt, schildern sie ihre Pläne. Im Außenbereich der Kita sind außerdem Spielgeräte geplant, an denen sich die Kinder anschaulich mit dem Thema auseinandersetzen können.

Die andere Klasse, betreut von Pia Lehmann, hat sich dafür entschieden, die Hälfte ihrer Kita unter die Erde zu versenken. Auch in der 8a wird Solarenergie zur Stromgewinnung genutzt, und die Hälfte des Daches ist aus Glas. Im Unterricht arbeiten gerade einige Schülerinnen daran, mit Sprühkleber Sand an ihrem Modell zu befestigen, der die Erde darstellen soll. Es ist ein erster Versuch. Noch weiß niemand, ob das auch hält. Später sollen noch Mulch und Moos darüber kommen. Andere bearbeiten Halbkugeln aus Kunststoff, die später Glaskuppeln darstellen werden. „Das Anfertigen ist manchmal nervig“, sagt Ruben, „aber wenn es fertig ist, macht es doch Spaß.“

Einige Schülerinnen der 8 a des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums in Stahnsdorf befestigen mit Sprühkleber Sand an ihrem Modell, der die Erde darstellen soll. Später sollen noch Mulch und Moos darüber kommen. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

32 Klassen nahmen am Wettbewerb teil

Die Finalrunde des Wettbewerbes „Mission Energiesparen 2017/18“ der Energie Mark Brandenburg (EMB) GmbH findet am 26. April statt. Sechs Klassen aus Stahnsdorf, Wittstock, Trebbin und Velten präsentieren an diesem Tag im Potsdamer „Treffpunkt Freizeit“ ihre Modelle von energiefreundlichen Kindergärten.

Der Wettbewerb findet bereits zum achten Mal statt. Insgesamt haben in diesem Jahr 32 Klassen an den ersten beiden Etappen – dem Zuhause-Check und dem Kommunen-Check – teilgenommen.

Insgesamt 7000 Euro gibt es für die Finalisten zu gewinnen – die Siegerklasse darf sich über 3000 Euro freuen, die Platzierten erhalten 1500, 1000 und dreimal je 500 Euro.

Von Konstanze Kobel-Höller

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