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Klamme Gemeinde will Windmüllerin werden

Gemeinde Mühlenfließ Klamme Gemeinde will Windmüllerin werden

Über einen neuen Kredit will sich die Gemeinde in die Schlalacher Bürgerwindgesellschaft einkaufen. Nach 20 Jahren sollen auf diese Weise mindestens 200 000 Euro eingenommen worden sein, „ohne etwas dafür zu tun“. Doch die Gemeinde hat Schulden und muss deshalb die Kommunalaufsicht von der Idee überzeugen.

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Für 300 000 will die Gemeinde Anteile an einem Bürgerwindrad kaufen.

Quelle: Thomas Wachs

Schlalach. Die Gemeinde Mühlenfließ will Teilhaberin der Bürgerwindgesellschaft Schlalach werden. Mit 300 000 Euro möchte sie sich einkaufen. Das beschlossen die Gemeindevertreter einstimmig. Obwohl das Thema Windkraft in der Gemeinde ein heißes Pflaster ist, blieb eine hitzige Debatte aus. Nur einige Anwohner hatten in der Sitzung protestiert und den Sinn der Investition infrage gestellt.

Für die Gemeindevertreter ist ihr Zweck jedoch eindeutig: Einen Gewinn von mindestens 200 000 Euro soll die Investition nach 20 Jahren eingebracht haben. „Mit dieser Investition haben wir die Chance, Geld einzunehmen, ohne etwas dafür zu tun“, sagte Gemeindevertreter Olaf Günther (GfM) aus Schlalach. Um den Beschluss in die Tat umzusetzen, muss aber die Kommunalaufsicht davon überzeugt werden, dass sich der Kostenaufwand tatsächlich lohnt. Denn die Einlagen in die Bürgergesellschaft in Höhe von 300 000 Euro möchte die Gemeinde über einen Kredit aufbringen. Dieser wiederum muss wegen der Schulden der Gemeinde von der Kommunalaufsicht genehmigt werden. Dort herrsche Skepsis, kündigte Niemegks Vize-Amtsdirektor Thomas Griesbach an.

Luft nach oben beim prognostizierten Gewinn

Um dennoch eine Zusage für den Kredit zu erhalten, prüfte die Gemeinde im Vorfeld des Beschlusses die Wirtschaftlichkeit der Investition. In der Analyse wurde neben der Kapitalanlage in das Bürgerwindrad auch eine Alternative geprüft: 100 Quadratmeter kommunaler Wohnraum könnten durch die 300 000 Euro ebenfalls entstehen. Über denselben Zeitraum von 20 Jahren hinweg würde diese Alternative die Gemeinde allerdings weitere 290 000 Euro kosten.

Die Windradteilhabe soll sich hingegen mit einem Plus von 200 000 Euro unterm Strich auszahlen – wenn auch erst ab dem 18. Jahr nach der Kreditaufnahme. Die kleine Gemeinde denkt also offenbar langfristig. Die Daten, die der Prognose zugrunde liegen, stammen aus den im Windpark bereits betriebenen Anlagen. Um die Gewinne oder Verluste der Investition berechnen zu können, wurden nur 75 Prozent der Erträge zugrunde gelegt, die diese aktiven Windräder aktuell einbringen. Beim Gewinn wäre also sogar noch Luft nach oben.

Das Bürgerwindrad, um das es in dem Beschluss geht, ist seit Mitte 2016 am Netz und wurde zum Jahresbeginn von der Bürgerwindparkgesellschaft Schlalach gekauft. Im dazugehörigen Projektentwurf geht die Gesellschaft jährlich von Einnahmen in Höhe von mehr als 5,4 Millionen Euro aus. Diese Einnahmen würden dann auf alle Teilhaber verteilt, zu denen künftig auch die Gemeinde Mühlenfließ gehören möchte.

Von Victoria Barnack

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