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Potsdam-Mittelmark Kleine Eheverbrechen in Borkheide
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleine Eheverbrechen in Borkheide
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16:41 22.02.2016
Die Anziehungskraft zwischen Lisa (Suntje Freier) und Gilles (Henry Schultze) ist auch nach dem Gedächtnisverlust vom Ehemann sehr groß. Quelle: Johanna Uminski
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Borkheide

Einen gelungenen Auftakt der diesjährigen Borkheider Kulturreihe „Der besondere Abend“ erlebten am Sonntagabend die Gäste im fast voll besetzten Saal im Hotel Fliegerheim. Mit dem Schauspiel „Kleine Eheverbrechen“ des französisch-belgischen Schriftstellers Eric-Emmanuel Schmitt beeindruckten die Schauspieler Henry Schultze als Gilles und Suntje Freier als Lisa das Publikum. Unter dem Motto „Kultur kann sich jeder leisten“, war auch dieses Mal der Eintritt frei. Bereits seit 1998 organisiert Edda Haage die Kulturreihe in Borkheide.

Lediglich zwei Stühle, ein Sofa, leere Bilderrahmen, ein Radio und einige Stapel Bücher füllen das Wohnzimmer des Ehepaares, das seit 15 Jahren verheiratet ist. Mit dem Koffer steht Gilles wie ein Fremder seiner Ehefrau gegenüber, die er siezt. Ein mysteriöser Unfall vor zwei Wochen führte bei Gilles zum Gedächtnisverlust. Das Gedächtnis des Krimiautors ist leer wie eine gelöschte Festplatte. Nichts kommt ihm vertraut vor. „Was für ein Typ Ehemann war ich?“, will Gilles wissen.

Zwei Stühle, ein Sofa

Schnell lenkt seine Frau vom Thema ab. Ein ungutes Gefühl macht sich bei ihm breit. Treu war er. „Zumindest soweit ich weiß“, ergänzt Lisa. Nach und nach tastet sich das Paar an ihre Ehe heran. Sprunghaft wechseln die Szenen zwischen zärtlichen Momenten, kühlen Abweisungen und körperlicher Gewalt. Zweifel plagen Gilles, ob er tatsächlich so ein guter Ehemann war, wie seine Ehefrau ihn zeichnet.

Die Situation spitzt sich zu, als Gilles auf das Alkoholproblem seiner Frau stößt. Sie habe kein Problem mit Alkohol. „Ich habe ein Problem mit dir“, betont Lisa. Ist doch nicht alles so perfekt gewesen? Lisa steht ein, dass es „Abnutzungserscheinungen“ gegeben habe. Detektivisch macht sich Gilles weiter auf die Suche nach der dunklen Wahrheit ihrer Ehe. Ein einziges Buch hat Gilles seiner Frau gewidmet: kleine Eheverbrechen. Ein Werk, worauf der Autor stolz ist. Lisa hasst es. Seine Theorie: Paare werden zu Mördern, die sich morden. Doch was ist tatsächlich an dem besagten Tag passiert? War es wirklich ein Unfall? Täuscht Gilles seine Amnesie nur vor?

Kein Problem mit Alkohol, ein Problem im Miteinander

Ein Ehedrama aus Lüge und Wahrheit, Begierde und Hass. Nur schwer lässt sich das Stück in ein Genre zwängen „Es liegt zwischen Liebesgeschichte und Thriller, und hat auch theatralische Aspekte des Film Noir“, sagt Regisseur Björn Kruse. Seit 2012 ist der Hamburger mit dem Stück in Norddeutschland unterwegs. Bereits zum dritten Mal fand der 47-jährige vielseitige Künstler mit einem Programm den Weg nach Borkheide. Dieses Mal mit diesem besonderen Zwei-Personen-Stück, in dem Henry Schultze und Suntje Freier in den Rollen von Gilles und Lisa glänzen. Beeindruckend und packend ihr Schauspiel, lebendig und spritzig die Dialoge. Überraschend sind vor allem die abrupten Wendungen, bei denen das Publikum sich die Frage stellt, wer ist böse und wer ist gut. „Es bleibt bis zum Ende spannend“, so der Regisseur.

Das Besondere an dem Stück sei, dass sich die Leute darin wiedererkennen, so Kruse. „Ehepaare haben nach dem Stück heftige Diskussionen.“ Die Künstler kommen sehr gerne nach Borkheide, betont Edda Haage. „Ihnen gefällt die Atmosphäre und das nette Publikum.“ Das konnten die Schauspieler Henry Schultze und Suntje Freier nach der Aufführung nur unterstreichen. „Ein ganz tolles Publikum“, resümieren die beiden Künstler.

Von Johanna Uminski

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