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Kleine Forscher mit Zertifikat belohnt

Niemegk Kleine Forscher mit Zertifikat belohnt

Die Arbeit und das Engagement zum Umbau des Niemegker Hortes haben sich ausgezahlt. Die Einrichtung erhielt jetzt den Titel „Haus der kleinen Forscher“, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Für die Kinder gibt es in ihrer Forschungsstätte viel zu entdecken und zu lernen. Die Anmeldeliste ist stets schnell gefüllt,

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In ihrer von Corinna Rühlicke (li.) und Steffi Andexer aufgebauten Forscherwerkstatt haben die Niemegker Hortkinder viel Spaß.

Quelle: Johanna Uminski

Niemegk. Tief greifen die Kinder in den Sandberg auf dem Tisch, kneten und formen die Masse. Interessiert lassen sie die feinen Körnchen durch ihre Finger fließen, obwohl der Sand nicht rieselt. Schnell merken die Jungen und Mädchen, dass es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Strandsand, sondern kinetischen Sand handelt. Dieser trocknet nie aus, lässt sich gut formen und fließt durch die Finger. Doch das ist nicht die einzige spannende Entdeckung, die diese Hortkinder der Niemegker Grundschule im Forscherraum machen können. Viele Spiele und Angebote laden sie zum Experimentieren und Forschen ein. Die Einrichtung erhielt jetzt den Titel „Haus der kleinen Forscher“, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Antrag nach zwei Jahren Probezeit

Mit der energetischen Sanierung des Hortes kam für die Leiterin Steffi Andexer und die stellvertretenden Leiterin Corinna Rühlicke vor zwei Jahren die Frage auf, wie man den Hort neu profiliert. „Wir haben uns auf die Forschung spezialisiert“, sagt Rühlicke, die gelernte Unterstufenlehrerin mit dem Wahlfach Schulgartenunterricht ist. „Die Natur ist ja direkt hier vor der Tür – Wald und See sind in unmittelbarer Nähe“, betont die stellvertretende Leiterin, die bei der Umsetzung der neuen Idee federführend war. Es lag also nahe, diese günstigen Gegebenheiten zu nutzen. Nachdem die Einrichtung bereits zwei Jahren das neue Konzept umgesetzt hat, war die Zeit ideal den Antrag für das Zertifikat zu stellen. Unzählige Stunden verbrachten die zwei Leiterinnen an einem umfangreichen Fragebogen mit knapp 300 Fragen, arbeiteten das Konzept aus und besuchten Weiterbildungen. Die Arbeit und das Engagement haben sich ausgezahlt.

Forschen im Alltag

Der Niemegker Hort wird getragen durch die Johanniter Unfallhilfe im Regionalverband Potsdam-Mittelmark-Fläming.

Das Haus besuchen derzeit 126 Kinder. Neben der Forscherwerkstatt warten auf sie Angebote rund um die Themen Theater, Nähen, Bewegung und Spiel.

Das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher“ erhält die Einrichtung für zwei Jahre. Mit der Arbeit soll nicht nur die Förderung der frühkindlichen Bildung unterstützt, sondern auch die Kinder für Naturwissenschaften und Technik begeistert werden.

Voraussetzungen für eine Zertifizierung sind Forschen im Alltag, die Dokumentation der Projekte in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Zudem müssen zwei pädagogische Fach- und Lehrkräfte zweimal jährlich Fortbildungen besuchen.

Gefördert wir das Zertifikat vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Partner sind Helmholtz-Gemeinschaft, Siemens Stiftung, Dietmar Hoppe Stiftung und Deutsche Telekom Stiftung.

Egal wie viel Arbeit die zwei Leiterinnen in das Konzept, dessen Umsetzung und in den Antrag gesteckt haben – für sie geht es vor allem um die Grundschüler. „Wir bekommen jeden Tag neuen Antrieb durch die Kinder, die offen und wissbegierig sind und selbst Ideen entwickeln“, sagt Andexer. Durch die Umsetzung des neuen Konzeptes sei die allgemeine Neugierde der Kinder gewachsen. Vor allem aber kommt die Forscherwerkstatt mit den durchgeführten Experimenten sehr gut an.

Rakete aus einem Teebeutel gebaut

Jede Woche dabei ist Marie Block. Der Schülerin gefallen vor allem die Experimente. „Wir haben mal Zucker und Wasser in einem Löffel gehabt und diesen über Feuer gehalten – daraus ist Karamell geworden“, sagt die Zehnjährige begeistert. Philipp Paul mag nicht nur den besonderen Sand, aus dem er schon eine tolle Sandburg gebaut hat, sondern die vielen Experimente. „Ich bin fast immer hier, weil ich viel neues Wissen erwerben kann“, schwärmt der Viertklässler.

Egal ob die Kinder mit Wachs eine Geheimschrift auf ein Blatt Papier zaubern, aus einem gewöhnlichen Teebeutel eine kleine ungefährliche Rakete bauen oder mit Zitronen experimentieren – die Forscherwerkstatt ist bei den Kindern heiß begehrt. Alle zwei Wochen wird in dem Raum an zwei Tagen unter Anleitung geforscht und experimentiert. Damit der Andrang nicht so groß ist, hängen Anmeldelisten aus. „Die Kinder stehen schon Montagvormittag davor, um sich einzutragen“, sagt Corinna Rühlicke. In zwei Jahren müssen sie und ihre Kollegin den Titel wieder verteidigen. „Wir hoffen, dass der Aufwand und die Fragen dann nicht ganz so umfangreich sind“, sagt Corinna Rühlicke.

Von Johanna Uminski

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