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Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow: Kontroverse um Wohnungsbau
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow: Kontroverse um Wohnungsbau
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02:16 30.11.2015
SPD-Chef Bernd Bültermann (l.) und Pro Kleinmachnow-Vorsitzender Lutz Binneboese machen sich stark für den Wohnungsbau mit bezahlbaren Mieten. Quelle: Claudia Krause
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Kleinmachnow

In der hübschen Waldgemeinde Kleinmachnow ist eine Kontroverse zum Bau von bezahlbaren Wohnungen entstanden, die mitunter hässliche Züge trägt. Mit Sprüchen wie „Es ist genug, das Boot ist voll“ oder „Die können doch in Stahnsdorf oder Teltow wohnen“ machten die Grünen bzw. die CDU deutlich, was sie von Neuansiedlungen in Mehrfamilienhäusern halten. Dem gegenüber bekräftigte Bürgermeister Michael Grubert (SPD) im jüngsten Bauausschuss, „die Erzieherin muss auch hier leben können und nicht in Brück“. Man habe „wirklich nicht genug Sozialwohnungen für Menschen, die hier arbeiten“, so Grubert.

Wie berichtet, geht es darum, einige Flächen im ehemaligen Fashion-Park nördlich und südlich des Stahnsdorfer Dammes, auf denen sich ursprünglich Gewerbe ansiedeln sollte, für neue Wohnbebauung freizugeben. Laut Grubert sei die Entwicklung im Gewerbegebiet „nicht so geworden, wie gewünscht“. Jetzt könnten auf drei Flächen verteilt bis maximal 300 Wohneinheiten entstehen. Im Moment geht die Verwaltung von 270 aus. Davon sollten etwa 120 Wohnungen altersgerecht und mit sozial verträglicher Miete sein. Eigentümer der Flächen sind Kleinmachnow, das Land Brandenburg und die Hausmann Grundbesitz AG. Laut Grubert würden immer noch 70- bis 80 000 Quadratmeter fürs Gewerbe bleiben.

SPD-Chef Bernd Bültermann und Pro Kleinmachnow-Vorsitzender Lutz Binneboese bezeichneten die Einwände der Kritiker als „hochnäsig und arrogant“. Binneboese bestätigte der MAZ gegenüber, dass Gaststättenbetreiber keine Angestellten mehr bekämen, weil diese keine Wohnungen in der Gemeinde fänden, und auch das Senvital-Heim, Arztpraxen und andere Arbeitgeber über das Problem klagten. Den Vorwurf der Grünen an Grubert, er würde damit sein Wort aus dem Bürgermeisterwahlkampf von 2008 brechen, wehrte Bültermann ab. Damals seien eine andere Zeit und eine Buschgraben-Bebauung gemeint gewesen. Jetzt müsse man sich der neuen Lage mit einem Grundsatzbeschluss stellen, verteidigte Bültermann die Pläne. Er lässt auch nicht den Einwurf gelten, es würde weiter Wald abgeholzt. Die Bebauung solle „möglichst ohne Aufgabe von Grünflächen erfolgen“, heißt es in der „Angebotsplanung“ der Gemeinde. Die Zwei- und Mehrfamilienhäuser würden sich in die Natur einpassen lassen, meinte Bültermann.

Konsens bei den Befürwortern ist, einen Wettbewerb für die Bebauung auszurufen. Alles, was gebaut werden würde, müsste „Modelcharakter haben“ und dürfe nicht „was sein, was in Teltow und Stahnsdorf so rum steht“, sagte Angelika Scheib (CDU).

Gemeinde ist gewachsen

Die Gemeinde Kleinmachnow hat seit der Wende ihre Einwohnerzahl von damals rund 11 500 auf jetzt 20 601 fast verdoppelt; mit Nutzern von Nebenwohnungen aktuell noch einmal 642 Einwohner hinzu.

Vor allem auf junge Familien wirkt die Waldgemeinde gleich neben Berlin höchst anziehend. Zwei bis drei Kinder pro Familie sind hier fast normal. Entgegen dem allgemeinen demografischen Trend in Deutschland erlebte Kleinmachnow von 1998 bis 2011 sogar stets einen Geburtenüberschuss. Das hat sich inzwischen etwas beruhigt.

Dennoch wird die Gemeinde weiter wachsen. Politik und Verwaltung sehen jedoch bei 22 000 Einwohnern die Höchstgrenze.

Jetzt wird in der Gemeindevertretung ein Verwaltungsvorschlag diskutiert, einige Flächen im ehemaligen Fashion-Park nördlich und südlich des Stahnsdorfer Dammes, auf denen sich ursprünglich Gewerbe ansiedeln sollte, für Wohnungen vorzusehen. Nach ersten Vorstellungen könnten dort – verteilt auf drei Flächen – bis maximal 300 Wohnungen in Zweifamilienhäusern und Viergeschossern entstehen.

Von Claudia Krause

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