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Potsdam-Mittelmark Erinnerung an die stillen Helden der Nazizeit
Lokales Potsdam-Mittelmark Erinnerung an die stillen Helden der Nazizeit
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14:40 09.05.2014
Das Fenster in der Stele, das an Margarete Sommer erinnert. Quelle: Stephan Laude
Potsdam

In Kleinmachnow ist seit gestern ein Platz nach Margarete Sommer benannt. Die katholische Sozialarbeiterin (1893-1965) war Geschäftsführerin des "Hilfswerks beim Bischöflichen Ordinariat Berlin", das während der Zeit des Nationalsozialismus Juden bei der Auswanderung unterstützte. An dem nach ihr benannten Platz an der Kreuzung Hohe Kiefer/Förster-Funke-Allee wurde zudem die "Stele für die Stillen Helden" enthüllt, mit der neben Margarete Sommer weitere Kleinmachnower geehrt werden, die jüdische Mitbürger vor dem Zugriff der Nazis schützten.

Die Benennung des Platzes und die Enthüllung der Stele fand nicht zufällig am 8. Mai statt. Sowohl Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) als auch Diakon Martin Bindemann, der mit der Projektgruppe Stolpersteine die Initiative für die Stele ergriffen hatte, erinnerten an die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 69 Jahren. Grubert verwies darauf, dass an drei Orten in Kleinmachnow das Ereignis gewürdigt wurde. Nun hat die Gemeinde eine weitere Stätte, um die "Verantwortung zur Erinnerung" wahrzunehmen, wie Bindemann sagte.

Die von dem Künstlerpaar Ehrt entworfene "Stele für die Stillen Helden". In den freien Fenstern ist Platz für weitere Namen. Quelle: Stephan Laude

Die Stele ist von dem Künstlerpaar Julia und Rainer Ehrt entworfen worden. Sie besteht aus Eichenholz und einem Stahlkern. In die Bohlen wurden 15 Fenster hineingeschnitten. In einigen von ihnen sind drehbare Schilder eingesetzt worden. Auf einer Seite sind die Namen der Helfer eingraviert worden, auf der anderen Seite die Namen derer, denen geholfen wurde. Zu den Helfern gehören Kurt und Ilse Richter. Die Eheleute hatten während der Pogromtage und -nächte im November 1938 zwei ihrer Freunde, das jüdische Ehepaar Walter und Ilse Munk, im Heizungskeller ihres Hauses in der heutigen Geschwister-Scholl-Allee versteckt. 1939 durften die Munks nach Palästina auswandern. 1943 erfuhr Ilse Munk in Jerusalem, dass ihre Mutter und ihr Stiefvater in Auschwitz vergast worden waren. Ein Nachkomme des Ehepaars Richter war gestern bei der Enthüllung der Stele dabei: Urenkel Tobias Schenke. Der 33-jährige Schauspieler, der in Kleinmachnow aufgewachsen ist, sagte, ihn habe das mutige Verhalten seiner Urgroßeltern politisch sehr geprägt. "Auch die anderen in unserer großen Familie macht es stolz, dass meine Urgroßeltern so gehandelt haben", sagte Schenke, der schon als Zwölfjähriger für den Film entdeckt wurde und unter anderem in der Komödie "Harte Jungs" mitgespielt hat.

Diakon Martin Bindemann sprach in seiner Begrüßungsrede von der Verantwortung zur Erinnerung. Quelle: Stephan Laude

In den freien Fenstern der Stele können nach entsprechenden Recherchen in historischen Quellen weitere Namensschilder montiert werden. Für das Stelen-Projekt wurden 8000 Euro gebraucht. Das Geld wurde durch Spenden an die Projektgruppe Stolpersteine zusammengetragen. Die Gruppe war 2013 mit dem "Ehrenamtsengel" des Evangelischen Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf ausgezeichnet worden. Zur Finanzierung dienten auch die Erlöse aus dem Verkauf einer Broschüre über die zur Erinnerung an die jüdischen Einwohner in Kleinmachnow verlegten Stolpersteine.

Broschüre: Das Heft über die Stolpersteine kann bezogen werden über die Evangelische Kirchengemeinde Kleinmachnow, Martin Bindemann, Jägerstieg 2, 033203/609684, Mail: bindemann@ev-kirche-kleinmachnow.de

Von Stephan Laude

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