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Ginsterheide bleibt teuerstes Pflaster

Kleinmachnow Ginsterheide bleibt teuerstes Pflaster

Die Grundstückspreise in der Teltower Region haben im vergangenen Jahr die 600-Euro-Marke für den Quadratmeter geknackt. Spitzenreiter bleibt die Ginsterheide in Kleinmachnow, in der man für den Quadratmeter 640 Euro hinlegen muss. Aber auch Waldflächen werden mehr zu Geldanlagen, sagt Wilk Mroß von der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark.

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Die Ginsterheide in Kleinmachnow bleibt die Schlossallee im mittelmärkischen Grundstücks-Monopoly

Quelle: Archiv/Stephan Laude

Potsdam-Mittelmark. Die 600-Euro-Marke bei den Bodenrichtwerten für unbebaute Grundstücke in Potsdam-Mittelmark wurde im vorigen Jahr erstmals geknackt. Wurde für 2015 der teuerste Boden der Region Teltow rund um die Kleinmachnower Ginsterheide noch mit einem Richtwert von 490 Euro für den Quadratmeter ermittelt, konnte dieser voriges Jahr noch einmal gründlich zulegen und weist nun den Rekordwert von 640 Euro aus, gefolgt von der Medonstraße (600 Euro) sowie dem Meiereifeld (540 Euro), beide ebenfalls in Kleinmachnow. Auch die Stadt Teltow konnte deutliche Erhöhungen verzeichnen. Insgesamt wurden 14 Bodenrichtwerte um 25 bis 110 Euro angehoben, so stieg etwa der Wert von Grundstücken in der Blumensiedlung von vormals 210 auf 270 Euro, in Teltow-Seehof sogar von 190 auf 300 Euro je Quadratmeter.

„Damit bewegt sich Teltow weiter von Stahnsdorf weg, wo das Niveau und die Steigerungen niedriger sind“, kommentierte Wilk Mroß, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Potsdam-Mittelmark. In Stahnsdorf liegen die Richtwerte im Bereich von 120 bis 290 Euro. Mroß führt diese Entwicklung auf die bessere Erschließung Teltows zurück: „In Teltow konnte man die S-Bahn-Anbindung sofort an den Grundstückspreisen sehen“, berichtete er.

Auch wenn Kleinmachnow mit seinen absoluten Werten damit klarer Spitzenreiter ist – deutliche Steigerungen waren im vorigen Jahr im gesamten Berliner Umland zu verzeichnen: Verglichen mit 2010 kostete baureifes Land dort im Durchschnitt um knapp die Hälfte mehr
(49, 7 Prozent), während es noch ein Jahr davor „nur“ um 36 Prozent mehr waren. Damit hebt sich diese Region erstmals vom erweiterten Metropolraum ab, wo sich das Vorjahr unwesentlich zu 2015 unterscheidet. „Die Schere geht weiter auseinander“, kommentierte Mroß die Entwicklung.

Werder hatte 2016 gemischte Richtwerte, teilweise sind sie gleich geblieben, zum Teil angestiegen. Das Niveau bewegt sich von 10 Euro (Bliesendorf, Resau) bis 190 Euro (Hafenresidenz, im vergangenen Jahr 160 Euro). In Michendorf liegen die Werte bei 45 Euro (Wildenbruch, Siedlung Lehnmarke, 2015: 40 Euro) bis 160 Euro (Wohnpark Bahnstraße). Auch hier gab es 2016 bei fast bei allen Richtwertzonen Steigerungen, doch sie bewegen sich eher im Bereich von zehn Prozent. Ähnlich sieht es in Caputh aus, wo ebenfalls moderate Erhöhungen zu verzeichnen sind (von 135 auf 145 Euro), wogegen Ferch nun schon das dritte Jahr konstant bei 100 Euro liegt. Geltow, das – im Gegensatz zu Ferch – öffentlich wieder besser angebunden ist, darf sich dagegen über leicht gestiegene Werte bis zu 140 Euro freuen.

Beliebt scheint im Vorjahr auch Seddiner See gewesen zu sein, das fast ausschließlich teurer wurde und Richtwerte von 50 bis 115 Euro vorweisen kann. Besonders günstigen Baugrund mit Richtwerten von fünf Euro gibt es wie auch in den Vorjahren unter anderem in Lühnsdorf (Niemegk), Dretzen, Stromtal (Brück) sowie in Mühlenfließ, Bad Belzig, Planetal, Rabenstein, Rosenau, Wiesenburg und Wollin.

Bei Gewerbegrundstücken gab es die stärkste Steigerung ebenfalls in Kleinmachnow: Der Richtwert im Europarc Dreilinden stieg von vormals
210 auf 310 Euro. In Stahnsdorf und Werder gab es ebenfalls Erhöhungen bei Gewerbegrundstücken. Auch die Bodenrichtwerte für Ackerland, Grünland und Forstland sind wieder gestiegen: Ackerland von 0,60 auf 0,66 Euro, Grünland von 0,52 auf 0,57 Euro und Wald sogar von 0,36 auf 0,51 Euro pro Quadratmeter. Bei letzterem Bereich bedeutet dies sogar eine Steigerung um 42 Prozent. Wilk Mroß vermutet, dass für einige der Ankauf von Waldflächen als Geldanlage interessant geworden ist.

„Die Preise für Grund und Boden sind der Indikator für den freien Markt und die wirtschaftliche Entwicklung“, erklärte Mroß. Daher ist seine Prognose: „Die Grundstückspreise werden gerade im Berliner Umland noch weiter steigen – und im weiteren Metropolenraum werden sie nicht sinken.“

Gutachterausschuss zog 3665 Kaufverträge zur Ermittlung heran

Der Gutachterausschuss hat 3665 Kaufverträge, die für das Vorjahr in Potsdam-Mittelmark gemeldet wurden, für die Ermittlung der aktuellen Bodenrichtwerte einbezogen worden. Dem Gremium gehören 16 Experten an.

Von den 381 Richtwerten für baureifes Land entfallen 311 auf historisch gewachsene Ortslagen, 41 auf Wohnparksiedlungen, 19 auf Gewerbegebiete und zehn auf Sondergebiete Erholung.

Die Bodenrichtwerte können im Bodenrichtwertportal BORIS des Landes Brandenburg unter http://www.boris-brandenburg.de abgerufen werden. Auskünfte und weitere Informationen sind auch unter der Rufnummer
03328/31 83 14 oder -3 23 erhältlich.

Von Konstanze Kobel-Höller

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