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Potsdam-Mittelmark Wem gehören die toten Fische?
Lokales Potsdam-Mittelmark Wem gehören die toten Fische?
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17:40 04.08.2016
Die Freiwillige Feuerwehr Kleinmachnow fischt die leblosen Tierkörper aus dem Machnower See. Quelle: Gemeinde Kleinmachnow
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Kleinmachnow

Rund fünf Tonnen toter Fische müssen nach Schätzung des Landesanglerverbandes Brandenburg aus dem Machnower See in Kleinmachnow herausgeholt werden. Wer die Kadaver entsorgen und die Kosten dafür übernehmen muss, bleibt heftig umstritten. Während sich Behörden und Verbände weiter gegenseitig die Verantwortung zuschieben, hat die Gemeinde Kleinmachnow die Initiative ergriffen und die toten Tiere von der Freiwilligen Feuerwehr und Mitarbeitern des Ordnungsamtes am Donnerstag mit Kescher und Boot aus dem Wasser holen lassen. Eine Spezialfirma entsorgt sie in einem Container als Sondermüll.

Der Landesanglerverband hatte „aus moralischen Gründen“ rund 600 Kilogramm Fisch aus dem See geborgen. Der Verband habe ein „Aneignungsrecht“ am Fang, sei aber nicht verpflichtet, tote Tiere zu entfernen, sagte ein Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle zur MAZ. Nach einem großen Fischsterben 2010 im Rangsdorfer See habe es lediglich unverbindliche „Absprachen“ zwischen beteiligten Behörden und Verbänden mit dem Land Brandenburg gegeben, wonach bei ähnlichen Unglücken der zuständige Wasser- und Bodenverband, der die Gewässer rein hält und das Ufer pflegt, die Tiere einsammeln und die betreffenden Abfallwirtschaftsbehörden den Abtransport übernehmen sollen, erklärt Hauptgeschäftsführer Andreas Koppetzki. Der Machnower See wird vom Wasser- und Bodenverband „Nuthe-Nieplitz“ unterhalten. Der Landesanglerverband hatte seinen Teil am Mittwoch auf eigene Kosten einer Tierkörperbeseitigungsanlage übergeben.

„Es gibt wohl nichts Schlimmeres, als mit dem Boot mitten in einem Haufen stinkender Fische zu stehen“, beschreibt Mitarbeiter Daniel Müller seinen Einsatz am vergangenen Freitag in Kleinmachnow. Nachdem er am Vormittag vom Kleinmachnower Ordnungsamt alarmiert worden war, hatte sich Müller mit dem Kreisgewässerwart Wolfram Hahlweg vor Ort die Situation angesehen. Wenn selbst die Krebse ihren natürlichen Lebensraum verlassen, um zu überleben, ist das schlimm, meint er. Besorgt ist Müller auch deshalb, weil sich unter den toten Fischen in großen Mengen Aale befinden, die ansonsten als „relativ harte Burschen“ gelten. Der Experte schließt nicht aus, dass Welse, Zander und Hechte auf den Boden des Sees gesunken sind, weil sie beim Absammeln nicht gefunden wurden. Auch fünf Sonnenbarsche, die in diesen Breiten als Exoten gelten, fischten die Angler heraus. Der überwiegende Teil sei Weißfisch – Barsche, Bleie, Güstern und Plötzen. Der Grenzwert zum Überleben der Fische liege bei drei Milligramm Sauerstoff je Liter Wasser, erklärt Müller. Im Machnower See wurden am vorigen Freitag 0,01 Milligramm je Liter gemessen.

Das große Fischsterben

Die Kosten für die Beräumung des Machnower Sees in Kleinmachnow schätzt die Gemeindeverwaltung auf etwa 2500 Euro.

Aus dem Rangsdorfer See mussten seinerzeit knapp 300 Tonnen toter Fisch geborgen werden.

Im Haussee in Petzow hatte es 2003 ein großes Fischsterben gegeben. Damals mussten dreieinhalb Tonnen Kadaver aus dem Wasser geholt werden.

Von Heinz Helwig

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