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Wohlstand lockt in Kleinmachnow Diebe an

Einbrüche Wohlstand lockt in Kleinmachnow Diebe an

In der Kriminalitätsstatistik der Polizeidirektion West für das vergangene Jahr steht Kleinmachnow bei den Einbruchsdelikten in der Region Teltow an erster Stelle. Die waldreiche und wohlhabende Gemeinde lockt nach wie vor Diebe an, obwohl sie zu den Pilotkommunen beim Einsatz der sogenannten künstlichen DNA zum Schutz des Eigentums zählt.

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Die waldreiche und wohlhabende Gemeinde Kleinmachnow ist nach wie vor der Einsatzschwerpunkt bei den Eigentumsdelikten für die Polizei in der Region Teltow.

Quelle: Archiv/Olaf Möldner

Region Teltow. Es ist die prunkvolle Villa auf dem Grundstück und die polierte Limousine in der Einfahrt, die Einbrechern immer wieder das sichere Gefühl geben, dass dort etwas zu holen ist, sagt Polizeisprecherin Jana Birnbaum. Im Bereich der Polizeidirektion West ist die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (TKS) schon ein Schwerpunkt, wenn alljährlich das Unfall- und Kriminalitätsgeschehen analysiert wird. Innerhalb von TKS hält Kleinmachnow nach wie vor die Spitzenposition bei den Eigentumsdelikten. 109 Einbrüche hat die Polizei im vergangenen Jahr erfasst. Fünf Fälle wurden aufgeklärt. Das entspricht einer Quote von 4,6 Prozent. Im Jahr davor nahm die Kripo in 77 Fällen Ermittlungen zu Wohnungseinbrüchen auf und konnte ebenfalls fünf Fälle davon abschließen. Im Jahr 2014 lag die Aufklärungsquote bei 6,5 Prozent.

Einbrecher stören sich nicht an Bewohnern im Haus

Dass Kleinmachnow zu den Pilotkommunen im Berliner Umland gehörte, in der die Einwohner ihren Besitz mit sogenannter künstlicher DNA schützen ließen, und dass eine Sicherheitspartnerschaft abends durch einige Straßen streift, hält Kriminelle offensichtlich trotzdem nicht davon ab, gewaltsam in Wohnhäuser einzudringen – selbst wenn die Bewohner mitunter sogar im Haus sind.

„Die Einbrecher vergreifen sich allerdings nicht mehr so oft an größeren Dingen, wie Computertechnik oder Unterhaltungselektronik. Sie stehlen jetzt bevorzugt Schmuck, Bargeld und andere Wertsachen, die sich schnell in Hosen- und Jackentaschen sowie im Rucksack verstauen lassen“, sagt Birnbaum.

In Einzelfällen verkaufen Einbruchsopfer das Haus

Mit der gestiegenen Anzahl an Einbrüchen habe sich aber der Bedarf an Beratungen zum Schutz des Eigentums nicht erhöht. Oft würden Eigenheimbesitzer meinen, der bisherige Schutz reiche aus. Nur in Einzelfällen hätten Eigentümer ihr Haus aus Angst vor weiteren Einbrüchen letztendlich verkauft, so die Polizeisprecherin.

Jeder Einbruch sei eine zerstörte Privatsphäre, hatte Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West, erst dieser Tage in seiner Jahresbilanz vor Journalisten festgestellt. Mit seiner Berlinnähe und vielen wohlhabenden Städten und Gemeinden im sogenannten Speckgürtel sei der Bereich der Polizeidirektion West für Einbrecher und Diebesbanden besonders anziehend. Gemeinsam mit den Berliner Kollegegen wolle die Brandenburger Polizei weiterhin alles unternehmen, um den Kriminellen das Handwerk zu legen.

„Wachsame Nachbarn“ bringen viel

Für Kriminaldirektor Sven Mutschischk ist es bereits ein Erfolg, den „wachsamen Nachbarn“ wieder aktiviert zu haben. „Dadurch blieb eine Vielzahl der Einbrüche im Versuch stecken“, sagt er. Dank zahlreicher Präventionsveranstaltungen zum Thema Sicherheit erhalte die Polizei jetzt mehr Hinweise auf mögliche Ausspähungen von Objekten durch verdächtige Personen.

In der Stadt Teltow wurden im vorigen Jahr 81 Einbrüche angezeigt, neun mehr als im Jahr 2014. Während im Vorjahr nur ein Fall gelöst werden konnte, waren es 2014 neun Aufklärungen. In der Gemeinde Stahnsdorf ging die Einbruchskriminalität von 57 Fällen (2014) auf 31 Fälle im vorigen Jahr zurück. Allerdings wurden in beiden Jahren nur drei Einbrüche aufgeklärt.

Künstliche DNA ist ein Risiko für Langfinger

Die künstliche DNA ist eine synthetisch hergestellte Flüssigkeit, die kaum sichtbar auf Autos und Wertgegenstände aufgetragen werden kann. Bei ihren Ermittlungen kann die Polizei die Kennung mit einer UV-Lampe sichtbar machen und die Gegenstände ihren Besitzern zuordnen. Damit werden die Wertsachen zu einem Risiko für Diebe.

In der Unfallstatistik der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf liegt die Stadt mit 726 Verkehrsunfällen vor Stahnsdorf (482) und Kleinmachnow (470). Allerdings hat es in Teltow im vorigen Jahr 49mal weniger gekracht als 2014 (775). In Stahnsdorf endeten in den beiden vorigen Jahren die Unfälle für drei Kraftfahrer tödlich.

 

Von Heinz Helwig

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