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Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow poliert Stolpersteine
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow poliert Stolpersteine
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10:52 18.02.2014
Die MAZ-Praktikantin Eleonora Renn aus Kleinmachnow hat schon einmal einen Stolperstein zur Probe geputzt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Kleinmachnow

Mit Schwamm und Messingpaste ausgerüstet, können Freiwillige die Stolpersteine (Adressen siehe Kasten) von Straßenschmutz und Patina schnell befreien, sagt Martin Bindemann, Diakon der Evangelischen Kirchengemeinde, und hofft auf eine rege Beteiligung.

Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig in unserer Gemeinde die Stolpersteine initiiert, um die Namen der Opfer in unserer Erinnerung zu halten und mahnen damit an ihre grausame Vergangenheit", sagte Bindemann gestern im Gespräch mit der MAZ.

Unterdessen hat sich hoher Besuch in Kleinmachnow angekündigt. Zur feierlichen Enthüllung einer "Stele für stille Helden - für den Mut und das Überleben" am 8. Mai wird der ehemalige Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) am Abend im Rathaussaal die Eröffnungsrede halten. "Das ist schon eine Ehre und ziemlich cool, dass Herr Thierse zu uns kommt", sagt Bindemann, der das jüngste Projekt der Stolperstein-Gruppe, "Stille Helden", maßgeblich vorangetrieben hat.

Wolfgang Thierse ist in der Katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu in Berlin-Mitte/Prenzlauer Berg aktiv. "Dort war Margarete Sommer im bischöflichen Ordinariat tätig und hat Netzwerke gespannt, um Verfolgten des Nazi-Regimes zu helfen. Und so schließt sich der Kreis," berichtet Bindemann.

Margarete Sommer, die bis 1950 in Kleinmachnow lebte, gehörte also selbst zu den stillen Helden. Die israelische Gedenkstätte Jad Va-shem ehrte die frühere Kleinmachnowerin 2003 als "Gerechte unter den Völkern". Es ist die höchste Ehrung, die Zeitzeugen des Nationalsozialismus zugesprochen werden kann. Margarete Sommer half von 1938 bis 1945 Verfolgten auch an ihrem Wohnort Kleinmachnow bei der Ausreise aus Nazi-Deutschland. "Stille Helden, das sind für uns die Mitmenschen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens anderen geholfen haben", erklärt Bindemann.

Am 8. Mai soll die Stele an der Förster-Funke-Allee/Ecke Hohe Kiefer aufgestellt werden. Das Fundament hat der Kleinmachnower Bauhof auf dem Platz, der künftig auch nach Margarete Sommer benannt sein wird, bereits angelegt.

Finanziert werde das Projekt ausschließlich über Spendengelder, also ohne öffentliche Förderung. "Wir benötigen mindestens 8000 Euro, das ist das untere Limit. 7500 Euro sind als Spenden bis jetzt bereits zusammen gekommen." Zehn Menschen und ihre Schicksale hat die Aktionsgruppe Stolpersteine schon recherchiert. "Es gibt jedoch noch weitere Fenster für weitere stille Helden. Wir werden unsere Ergebnisse dann mit Kleinmachnower Gemeindevertretern besprechen. Denn die Stele hat nicht nur ihren Platz in Kleinmachnow, sie gehört zum Ort und dessen Menschen", betont Bindemann.

Stele für "Stille Helden" wird am 8. Mai enthüllt

  • Seit 2010 hat die Projektgruppe Stolpersteine gemeinsam mit Gunter Demnig 23 Gedenktafeln vor den letzten bekannten Wohnorten von Opfern des NS-Regimes verlegt.
  • Die Stolpersteine befinden sich an folgenden Adressen: Rudolf-Breitscheid-Straße 60, An der Stammbahn 41 und 141, Wendemarken 41 und 108, Brodberg 16, Uhlenhorst 9
  • Elsternstieg 18, Heideweg 21a, Weidenbusch 23a, Erlenweg 2, Zehlendorfer Damm 90 und 138, Geschwister-Scholl-Allee 54, Lepckestraße und Auf der Drift 11 und 12.
  • Die Stele für die „Stillen Helden“ wird am 8. Mai auf dem Platz Ecke Förster-Funke-Allee/Hohe Kiefer enthüllt. Am Abend wird der ehemalige Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) bei einer Feier im Rathaussaal die Eröffnungsrede halten.
  • Der Platz, auf dem die Stele des Kleinmachnower Künstlerehepaares Julia und Rainer Ehrt stehen wird, soll künftig Margarete-Sommer-Platz heißen. Margarete Sommer war im Katholischen Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin tätig und half Verfolgten des Nazi-Regimes.

Von Konstanze Wild

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