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Kleinmachnow Älteren wird noch zu wenig geholfen
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Älteren wird noch zu wenig geholfen
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21:44 31.05.2018
Zwei Mini-Messen zum Thema Altenpflege hat Marion Höne im vorigen Herbst und in diesem Frühjahr initiiert. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Kleinmachnow

Der Gemeinde fehlt es an jungen Mitarbeitern. Es gibt immer weniger Flüchtlinge aber dafür in diesem Zusammenhang mehr Probleme. Alterspflege gilt oft noch als unwichtiges Thema und es gab eine erfolgreich veranstaltete Mini-Messe zum Thema Pflege im Bürgersaal – das sind einige der wichtigsten Punkte, die aus dem Jahresbericht von Marion Höne, der Beauftragten für Chancengleichheit der Gemeinde Kleinmachnow, hervorgehen. Chancen eröffnen und den Leuten dabei helfen, diese zu nutzen – auch in der Verwaltung der Gemeinde selbst, das sei ihre Aufgabe, erklärt Höne. Sie betont dabei eindringlich, es gehe ihr darum, alle zu unterstützen, die es nötig hätten. „Nicht nur Frauen – deshalb habe ich auch meinen Titel ändern lassen, ursprünglich hieß dieser nämlich Gleichstellungsbeauftragte.”

So hat sie auch mit einem ganz anderen Bereich zu tun: Viele Mitarbeiter der Gemeinde würden jedes Jahr in Rente gehen. „Der demografische Wandel ist jetzt auch ganz besonders in der Verwaltung im Lande Brandenburg angekommen“, so Höne. Diejenigen, die nachkämen, seien einfach „anders“ und würden auf andere Sachen Wert legen – ganz besonders etwa auf die Unterstützung ihrer Familie. Sie betont: „Gerade junge Leute wollen arbeiten, um zu leben, und nicht leben, um zu arbeiten“. Darauf müsse man eingehen, denn nun sei es essentiell, als Arbeitgeber wieder attraktiver zu werden. Nicht nur, um neue Mitarbeiter zu gewinnen, sondern auch, um sie zu halten. Denn zu viele würden schon jetzt zu anderen Arbeitsplätzen wechseln.

Das Thema Pflegeberatung steht ganz oben

Neue Leute für die Gemeinde zu finden, sei sehr zeitaufwendig, so Höne. Bis eine Entscheidung von Seiten der Behörden gefallen wäre, seien manche der Kandidaten schon wieder abgesprungen, möglicherweise bei einem Job, der günstiger liegt, denn viele von ihnen sind Pendler aus Berlin.

Aus Berlin kommen auch einige der Freiwilligen, die sich mit den Flüchtlingen in der Region beschäftigen. Die Zahl sei zwar zurückgegangen, die Probleme hätten allerdings zugenommen, klagt Höne. Denn nun gebe es noch weniger Unterstützung als zuvor. Dabei sei es nicht ungewöhnlich, dass die Bürokratie der Behörden selbst den Prozess der Integration blockiere. „Man sieht die Hochglanzbroschüren, aber die Realität sieht dann doch etwas anders aus“, so Höne. „Es kann nicht sein, dass jemand gefördert wird und sich perfekt entwickelt, und wenn dann die Zeit abläuft, einfach fallen gelassen wird“.

Marion Höne will den Kleinmachnowern helfen, ihre Chancen zu nutzen. Deshalb sieht sie sich nicht nur als Gleichstellungsbeauftragte für Frauen, sondern als Beauftragte für Chancengleichheit für alle Kleinmachnower. Quelle: Linus Höler

Mangelnde Unterstützung beklagt Höne auch für die älteren Bewohner Kleinmachnows und ihre Familien. Pflegeberatung sei zwar eigentlich nicht ihr direkter Aufgabenbereich, doch sehe sie es als ihre moralische Aufgabe. Deswegen rief die Beauftragte für Chancengleichheit gleich zwei Mal – im Juni 2017 und im April 2018 – eine Art „Mini-Messe“ im Bürgersaal des Rathauses ins Leben. Höne betont: „Das Thema Pflegeberatung steht bei den Menschen in Kleinmachnow ganz, ganz oben, aber die Organisation ist nicht so, dass sie bürgerfreundlich wäre. Die ist Landkreissache und es gibt auch Beratungsstellen, allerdings sind diese für viele Leute schlecht erreichbar. Alle Versuche, dies zu verbessern, haben bislang noch nichts gebracht. Das Einverständnis der Verwaltung, das in unseren Besprechungsräumen zu machen, wäre gegeben.“ So, wie es jetzt sei, komme das Thema Pflege oft erst ins Gespräch, wenn es schon zu spät sei, so Höne.

Ohne Kooperation geht gar nichts

Was allerdings bereits geklappt hat, sind mehrere Konferenzen im Rathausmarkt, unter anderem zu den Themen Demenz, Kinderschutz, Ambulanz im Dienst und natürlich Pflege. Gerade Demenz sei ein Thema, das ihr auch sehr am Herzen liege, meint Höne, denn die Betroffenen hätten ganz spezielle Bedürfnisse. Zunächst sei allerdings wesentlich, das Thema aus der „Tabu-Ecke“ zu holen, damit man es tatenkräftig angehen könne.

Höne dankt besonders all jenen Freiwilligen, die Zeit und Kraft opfern, um denen zu helfen, die Hilfe benötigen. „Ohne Kooperation geht gar nichts. Wir haben ganz großartige Leute die super mitarbeiten“. Auch noch so kleine Akte der Unterstützung machen einen Unterschied. „Wenn man Bürgernähe leben will, muss man das auch tun“, so Höne und verpricht: „Auch wenn es Probleme gibt: Wir machen weiter.“

Von Linus Höller

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