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Kleinmachnow Ein halbes Jahrhundert Meister
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00:38 14.05.2018
Maurermeister Mathias Kleemann hilft noch heute in der Logistik und betreut die Baustellen seines Betriebes. Quelle: Heinz Helwig
Kleinmachnow

In seinem bisherigen Leben hat Mathias Kleemann schon oft gemauert und ist vielen Leuten aufs Dach gestiegen. Der Kleinmachnower feiert im September dieses Jahres seinen 80. Geburtstag. Ein berufliches Jubiläum kann der frühere Maurer allerdings schon morgen begehen. Mathias Kleemann bestand vor 50 Jahren am 13. Mai 1968 seine Meisterprüfung.

Das Bauhandwerk lag und liegt bei den Kleemanns schon seit Generationen in der Familie. Der Vater Erich Kleemann war Architekt und Baumeister. Sohn Knut hat mittlerweile den Betrieb seines Vaters übernommen, in dem Mathias jetzt noch in der Logistik hilft und die Baustellen betreut. Tochter Annett hat ist Diplombauingenieurin und hat vom Studium in Weimar den Schwiegersohn Matthias in die Firma gebracht, der dort für die Kalkulation verantwortlich ist.

Sofort als Baustellenleiter eingesetzt

„Für mich war es damals ganz selbstverständlich, dass auch ich auf dem Bau arbeite“, sagt Mathias Kleemann. Bei der einstigen Firma Schäler-Bau in Berlin-Schmargendorf begann Kleemann 1954 eine Lehre als Maurer. Er lernte ein halbes Jahr früher aus und hatte bereits in seiner Lehrzeit zusätzlich ein Fachschulstudium im Bauhauptgewerk aufgenommen und eine Prüfung als Polier und Schachtmeister erfolgreich bestanden. „Nach meiner Ausbildung wurde ich sofort als Polier, als Baustellenleiter, eingesetzt“, erinnert sich der Senior immer noch stolz. Im total zerstörten Nachkriegs-Berlin wurden vor allem Wohnungen gebraucht. Kleemanns erste Baustelle lag in Charlottenburg-Nord. Die Luise-Schröder-Siedlung in Staaken war das vorerst letzte Projekt, bevor die Mauer gebaut wurde.

Dem damaligen Kleinmachnower Maurer Mathias Kleemann wurde am 13. Mai 1968 dieser Meisterbrief ausgestellt. Quelle: Repro Heinz Helwig

Danach arbeitete der Kleinmachnower zwei Jahre lang in einer Stahnsdorfer Firma und brachte Blitz- und Kathodenschutzanlagen an Gasleitungen an. Sein Meisterstudium begann Mathias Kleemann 1964. Mittlerweile hatte er in Stahnsdorf bei dem Dachdecker Knut Beyer als Polier und Vorarbeiter angefangen. Schon nach zwei Monaten musste er jedoch das Studium unterbrechen. Die Nationale Volksarmee zog Wehrdienstverweigerer als Bausoldaten ein. Fachleute wie Kleemann mussten die artfremden Bausoldaten anlernen. „Wir haben damals Scheunen und Kuhställe in Friedland gebaut und in Eggesin einen Bach verrohrt“, erinnert sich der Maurermeister. Nach anderthalb Jahren kehrte er in die Dachdeckerei Beyer zurück und setzte sein Studium fort.

Mit dem Meisterbrief in der Tasche wollte sich Mathias Kleemann 1968 selbstständig machen. Doch im Raum Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf gab es angeblich keinen Bedarf. In Groß Glienicke hätte er einen Betrieb eröffnen können, doch das wollte Kleemann wiederum nicht. „In der Teltower Region kannten mich viele und ich kannte viele. Bei einigen Aufträgen haben mir die Kunden alte Pläne von ihren Häusern gezeigt, in denen der Name meines Vaters stand. Da war ich dann jedes Mal stolz auf unsere Familie.“ Kleemann blieb bei Beyer, bis sich endlich 1981 in Kleinmachnow doch eine Chance bot, den eigenen Betrieb zu gründen.

Nachwuchs ist schwer zu bekommen

Inzwischen führt die Kleemann & Kleemann GbR in Kleinmachnow überwiegend Dachdecker- und Dachklempnerarbeiten aus. Putz- und Maurerarbeiten sind bis auf wenige Ausnahmen eher seltener geworden. Zehn Mitarbeiter beschäftigt der Betrieb und hat in manchen Jahren auch Lehrlinge ausgebildet. Doch die Nachwuchsgewinnung ist nicht so leicht, bestätigt auch Maurermeister Mathias Kleemann. „Viele mögen nicht bei Wind und Wetter im Freien arbeiten.“ Hinzu kommen die teilweise schlechten Schulabschlüsse, die den Bewerber nicht gerade vertrauenswürdig erscheinen lassen.

Nicht nur aus Familientradition hat Mathias Kleemann seine Berufswahl nie bereut. „Anders als vielleicht der Bäcker oder Fleischer schafft der Maurer etwas Bleibendes, das er sich auch nach Jahren noch ansehen und sich an seine Entstehung erinnern kann.“

Von Heinz Helwig

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