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Kleinmachnow Fit für die digitale Welt
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02:24 19.04.2018
Kursberaterin Astrid Kiy (l.) erklärt in der Akademie „2.Lebenshälfte“ in Kleinmachnow einer Seniorin den Umgang mit einem Smartphone. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
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Kleinmachnow

„Digital? Digitoll! Technik. Clever. Nutzen.“ Unter diesem Motto möchte die Akademie „2. Lebenshälfte“ den älteren Menschen in der Teltower Region den Umgang mit Smartphones, Tablets und Computern näherbringen. „Wir sind schon lange mit der Zielgruppe 50 bis 100 plus unterwegs“, erklärt Ingrid Witzsche, Leiterin des Geschäftsbereichs Süd, der noch bis zum Sommer in Kleinmachnow beheimatet ist und dann ein paar hundert Meter weiter nach Teltow zieht. „Vom ersten Tag an standen dabei die Themen PC und Technik im Fokus.“

Vor rund drei Jahren sei dabei großes Interesse an Handys und Smartphones aufgekommen. Anfangs habe es bei den Angeboten noch Wildwuchs gegeben, da es bundesweit keine Strukturen zur Orientierung gab, was in Kursen zu diesen Themen vermittelt werden sollte, so Witzsche. Lediglich vom Engagement der Dozenten hing es ab, was die Teilnehmer lernten. Mittlerweile hat sich die Situation verbessert. Der Bedarf wurde erkannt, und mit finanzieller Förderung des Bildungsministeriums wird nun an der Akademie dieses modulartig aufgebaute System angeboten.

Viele haben Interesse, aber niemanden, der ihnen hilft

Astrid Kiy bietet den Kurs „Einstieg für Offliner“ an. Man möchte den annähernd 50 Prozent der älteren Menschen, die noch nicht im Internet unterwegs sind, die Hemmungen nehmen. „Viele haben zwar Interesse, aber zum Beispiel niemanden, der ihnen zeigt, wie alles funktioniert. Andere haben Angst wegen der Sicherheit im Netz“, erzählt sie. In ihren Einzelberatungen, die seit kurzer Zeit jeweils freitags nach Vereinbarung stattfinden, möchte sie den Menschen die Möglichkeit geben, die entsprechenden Geräte auch mal in die Hand zu nehmen und auszuprobieren.

„Probieren Sie mal, ob sie mit der Tastatur des Smartphones klarkommen“, fordert sie eine ältere Dame auf, die sich angemeldet hat. Fest drückt die Angesprochene drauf. „Es reicht eine ganz leichte Berührung“, erklärt Kiy – eine Sache, die viele erst lernen müssen. Kein Wunder also, dass man auch mal was schreibt und dann die Autokorrektur eingreift. „Was heißt Schultern?“, fragt die Teilnehmerin verwundert, die etwas ganz anderes schreiben wollte. Kiy zeigt die Spracheingabe. Für die Anfrage „Adonisröschenblüte“ liefert das Handy tatsächlich Ergebnisse, präsentiert Wikipedia, erklärt, wie man an Apps kommt, dass der Home-Button immer wieder zum Startbildschirm führt oder dass die meisten Smartphones heute schon Schrittzähler haben.

Die den Weg nicht finden, verbauen sich eine Chance

Dann lässt die Aufmerksamkeit ein bisschen nach. Die Dame beschreibt ein Kochrezept, das sie aus einer Zeitschrift nachgekocht hat. Kiy bietet ihr eine bekannte Kochseite aus dem Internet an, die es auch als App gibt, und lädt ihr dort eine entsprechende Anleitung. Die Teilnehmerin ist wenig beeindruckt: „Das ist mit Ahornsirup, das ist bei meinem nicht dabei.“ Auch von Navis hält sie nicht viel, seit sie schlechte Erfahrungen mit einem gemacht hat, erklärt sie. Lieber schreibt sie sich den Weg auf einen Zettel, den sie griffbereit auf den Beifahrersitz legt. Wenn sie sich verfährt, wird sie schon irgendwie heimfinden. Ein Smartphone – sollte sie sich tatsächlich eines zulegen – würde sie vor allem fürs Lesen von Informationen verwenden, vielleicht um Fotos zu machen – zum Beispiel im Wald. „Kann ich da eine Pflanze fotografieren und fragen, welche das ist?“

Das Argument „Brauche ich nicht“, höre sie oft, bestätigt Witzsche. Dabei gebe es schon so viele technische Hilfsleistungen, etwa beim Thema Wohnen – die aber oft noch nicht von der Zielgruppe angenommen würden. „Wir sind uns sicher, dass dieses Thema in den nächsten Jahren noch stark wachsen wird“, ist sie sich sicher. „Die den Weg nicht suchen, verbauen sich eine Chance – das versuchen wir zu ändern.“ Noch sei man im Ideenprozess, nicht alles steht schon fest. Sicher sei jedoch, dass es ein klares Kurssystem gebe, das an den verschiedenen Standorten einheitlich aussehen werde.

Die ersten Kurse werden seit April angeboten

Die ersten Kurse „Digital? Digitoll!“ werden seit April angeboten.

Für Smartphone-Besitzer (auch künftige) gibt es die Module „Basiswissen“, „Internet und Sicherheit“ sowie „Tipps und Tricks“, die jeweils aufeinander aufbauen.

Auch Laptop-Kurse sind im Programm – sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene.

Die Akademie „2. Lebenshälfte“ in Kleinmachnow ist noch bis Sommer am Schwarzen Weg 3 zu finden. Telefon: 03328 473134, E-Mail: aka-tks@lebenshaelfte.de

Von Konstanze Kobel-Höller

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