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Kleinmachnow Kein Platz fürs Feuerwehrauto
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19:11 28.02.2019
Die Feuerwehr im Kleinmachnower Bannwald hat Platznot. Sie hofft, ihr Gelände bald erweitern zu können. Quelle: Gemeindeamt Kleinmachnow
Kleinmachnow

Die Feuerwehr Kleinmachnow klagt über Platznot: Mehrere Fahrzeuge finden schon jetzt keinen Platz mehr in den Garagen – und ab Mai wird die Situation noch schlimmer, wenn noch ein Kommandowagen und ein Anhänger dazukommen. Nun hofft Gemeindewehrführer Alexander Scholz auf eine Erweiterung des Geländes, sollte der benachbarte Bauhof voraussichtlich bis 2023 ausziehen. „Es stellt sich die Frage, ob die Feuerwehr nicht bei einem Nachnutzungskonzept berücksichtigt werden sollte. Das Entwicklungspotenzial ist vorhanden“, sagt er.

Im Ort gibt es keine Alternativen

Im Ort gebe es keine Alternativen. Die Einsatzzeiten aus dem Gewerbegebiet sind einfach zu lang, erklärt Scholz. Im Bannwald habe die Feuerwehr einen Standort im Zentrum der Gemeinde aus den 1930-er Jahren, der in den vergangenen zehn bis 15 Jahren auch technisch gewachsen sei.

Scholz hat konkrete Vorschläge: Bereits jetzt gehen Bauhof und Feuerwehr ineinander über. So befinden sich unter dem Schulungsraum der Brandschützer die Werkstatthallen des Bauhofes. „Da hätten zwei Fahrzeuge Platz“, sagt Scholz. Die Garagen hätte er ebenso gern für die Feuerwehr. Dort könnten die kleineren Busse und ein Lager untergebracht werden. Denn mit dem Unterbringen von Schläuchen, Ölbindemitteln und anderen Materialien ist man an Grenzen gestoßen. „Wir wollen nicht die ganze Fläche des Bauhofes, aber eine Erweiterung der Feuerwehr nach hinten wäre das Ziel“, sagt Scholz.

87 Feuerwehrleute und elf Fahrzeuge

Die Kleinmachnower Wehr hat aktuell 87 Kameraden und 22 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Im aktiven Dienst sind 43 Kameraden.

Im vorigen Jahr fuhr die Kleinmachnower Wehr 345 Einsätze. 2017 waren es 577 Einsätze.

Die Feuerwehrwache im Bannwald wurde in den 1930er Jahren errichtet. Heute stehen elf Fahrzeuge auf sieben Plätzen sowie auf dem Hof vor dem Haus.

Die Wehr verfügt über ein Löschgruppenfahrzeug, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, ein Tanklöschfahrzeug, einen Einsatzleitwagen, ein Teleskopmastfahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug, zwei Mannschaftstransportwagen, einen Gerätewagen Logistik, einen Anhänger mit Rettungsboot und einen Kastenanhänger.

Aktuell behilft sich die Feuerwehr damit, auf den sieben vorhandenen Stellplätzen unerlaubterweise acht Fahrzeuge und einen Bootsanhänger unterzubringen, zwei weitere Fahrzeuge – ein Bus und ein Logistikfahrzeug – sowie ein Anhänger stehen auf dem Hof. Dort werden wohl im Mai auch die beiden neuen Fahrzeuge landen. Für Einsätze bedeutet das nicht nur, dass die Kameraden vielleicht nicht ausreichend Parkplätze bei der Anfahrt zur Verfügung haben, sondern auch, dass manchmal erst rangiert werden muss, um das betreffende Einsatzfahrzeug aus der Garage fahren zu können. „Es geht vor allem um den Platzverlust und die damit erhöhte Unfallgefahr“, erklärt Scholz. Die Fahrzeuge auf dem Hof seien außerdem der Witterung ausgesetzt, im Winter müssten sie vor dem Einsatz manchmal erst vom Eis befreit werden. Funkgeräte und Lampen müssen aus den Fahrzeugen genommen werden, damit sie nicht die Autobatterien leeren und seien dann bei einem Einsatzbeginn nicht geladen.

In einem Ernstfall müssen die Kameraden ihre Einsatzfahrzeuge erst umständlich rangieren, bevor sie zum Einsatz fahren können. Das kostet wertvolle Zeit. Quelle: Gemeindeamt Kleinmachnow

Die Gemeinde ist sich des Problems bewusst. „Der Bürgermeister hat seine Unterstützung versprochen“, sagt Scholz. Gemeindesprecherin Martina Bellack bestätigt: „Wir werden sehen, dass wir für die Feuerwehr etwas finden.“ Natürlich sei geplant gewesen, nach dem Auszug des Bauhofes das Gelände möglichst zu entsiegeln, aber: „Man muss überlegen, was man wirklich braucht. Man darf die Feuerwehr nicht stiefmütterlich behandeln.“ Die Nachnutzung soll erst beschlossen werden, wenn sicher ist, dass der Bauhof auch wirklich 2023 auszieht. Nach wie vor sei geplant, in dem Gebäude selbst ein Familienzentrum unterzubringen und die Verbindung zum ehemaligen Kirchenhaus am Jägerstieg 2 herzustellen. Dort werden Vereine untergebracht, die sich mit der Geschichte der Gemeinde beschäftigen – Heimatverein, Museumsinitiative und Initiative Stolpersteine.

Anderen Wehren geht es ähnlich

Die Kleinmachnower Feuerwehr ist nicht die einzige in der Region, die über Platznot klagt: In Stahnsdorf hat man sich vor einem Jahr nach jahrelangem Streit auf ein neues Depot an den Upstall-Wiesen geeinigt. Teltow plant auch einen Neubau seiner Feuerwehr, aber am bestehenden Standort und in Kombination mit einer Rettungswache.

Von Konstanze Kobel-Höller

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