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Kleinmachnow Imker kritisieren Fällungen im Bannwald
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20:09 26.02.2019
Bodo Wackrow ärgert sich, dass im Kleinmachnower Bannwald gesunde Robinien gefällt werden. Quelle: Gesine Michalsky
Kleinmachnow

Die aktuellen Fällungen im Bannwald zwischen Heidefeld und Heidereiterweg sorgen für erheblichen Unmut in Kleinmachnow. Jetzt hat der Vorsitzende des Imkervereins der Region Teltow, Bodo Wackrow, mit deutlichen Worten den Eingriff von der Gemeinde als unverhältnismäßig und unverständlich kritisiert.

„Es ärgert mich richtig, dass im Bannwald immer weiter die dicken Robinien abgesägt werden“, sagt Wackrow und sprach sich kürzlich im Namen von 50 Kleinmachnower Imkern nachdrücklich dafür aus, gesunde Robinien in dem Waldgebiet nicht mehr zu fällen.

Lückenlos übers Jahr verfügbares Nahrungsangebot für Bienen

Die Robinien im Bannwald blühen im Juni und werden von Insekten in diesem Zeitraum auch dringend gebraucht, erklärt der Vereinsvorsitzende. „Für Schwärme mit tausenden Tieren sind sie Teil des Trachtfließbandes“, sagt der Fachmann, also des lückenlos übers Jahr verfügbaren Nahrungsangebotes für Bienen und Hummeln. Fehlt es zwischen Frühjahr und Sommer an Nektar und Pollen ist der Fortbestand eines Bienenvolkes bedroht. „Gesunde Robinien zu fällen, macht daher überhaupt keinen Sinn. Und die von der Gemeinde favorisierten Buchen ersetzen diese für Insekten nicht, da sie keine Nektarlieferanten sind“, sagt Wackrow.

Die Begründung der Gemeinde für die Fällungen, man wolle heranwachsenden Buchen eine Chance geben, enttäuscht die Imker besonders. „Wir dachten, dass die Mitarbeiter im Grünflächenamt nach unserer gemeinsamen Begehung vor Ort unsere Interessen teilen“, empört sich der erfahrene Hobby-Imker Wackrow. Zumal sich Kleinmachnow selbst als „bienenfreundliche Gemeinde“ bezeichne.

Robinien füllen Lücke zwischen Obstbaum- und der Lindenblüte

Im vorigen heißen Sommer war das Abweiden der üppig blühenden Robinien im Bannwald für die Aufzucht und Pflege der Brut, also der nächsten Generation im Bienenstock, unentbehrlich, berichtet Wackrow. „Zwischen der Obstbaum- und der Lindenblüte füllten die aus Nordamerika stammenden Trachtpflanzen die Nahrungslücke“, erklärt der seit 30 Jahren aktive Imker. Bei spätem Frost bilden die Obstbäume zudem kein garantiertes Nahrungsangebot und die Lindenblüte fiel 2018 wegen Trockenheit sogar aus.

Vor gut zwei Wochen und damit früher als üblich haben die ersten Bienen in diesem Jahr ihre 30 Grad warmen Kugeln in Bodo Wackrows Kisten verlassen. Es geht ihnen gut, weil der Winter kurz war, heißt seine gute Nachricht. Aber unter den extremen Wetterschwankungen in den vergangenen Jahren leiden die Bienen, ist die schlechte Nachricht.

Bienen gehen jetzt schon auf Frühblüher

Jetzt beginnen sie auszuschwärmen und suchen ergiebige Nahrungsquellen, also große Weideflächen mit Massentracht. Dabei kommunizieren 15 000 Tiere je Bienenvolk und bereiten sich darauf vor, die ersten Frühblüher, Erlen und Haselsträucher, in der Region anzufliegen. Wenn als nächstes die Obstblüte kommt, arbeiten die Insekten schon auf Hochtouren. Ein Wintereinbruch würde sie in ihrer gesamten Arbeit höchstwahrscheinlich enorm zurückwerfen.

Obstbäume sind bienenfreundlich

Mit der richtigen Gestaltung von Gärten kann jeder etwas für die Bestäubung durch Insekten und für Bienen tun, sagt der Bodo Wackrow. Obstbäume pflanzen ist zum Beispiel sehr empfehlenswert. Große Rasenflächen schaden dagegen.

Statt Forsythien, die von Bienen nicht angeflogen werden, bieten Kornelkirschen einen bunten Ersatz im Frühjahr. Auch für Geranien interessieren sich Nektar sammelnde Insekten übrigens nicht.

Immer mehr Imker kümmern sich um immer weniger Bienenvölker, beobachtet der Chef-Züchter. „Die Bienen sterben aber ganz sicher nicht aus“ beruhigt er und erklärt, „die Bienen brauchen die Imker aber dringend.“ Er selbst fädelt gerade einen neuen Standort für zwei Völker im Gewerbegebiet am Stolper Berg ein – ein guter Standort, weil dort die Wiese nur einmal im Jahr gemäht wird. An alle Gartenbesitzer appelliert er: „Tut etwas für Bienen und Insekten.“

Von Gesine Michalsky

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