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Kleinmachnow Die Montagsmalerinnen und der Eisvogel
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Die Montagsmalerinnen und der Eisvogel
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20:35 08.07.2018
Die Kleinmachnower Montagsmalerinnen mit Derk Ehlert (Mitte).
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Teltow

Im Foyer des Rathauses Kleinmachnow ist eine neue Ausstellung zu sehen. Titel: „Alle Vögel sind schon da“. Gezeigt werden Acrylarbeiten, die in der Gruppe der Montagsmalerinnen um Katharina von Baibus entstanden sind.

Die Malerinnen versuchen mit ihren Gemälden zwar nicht, filigrane Grafiken wie zur Illustration von Naturführern zu schaffen, bleiben aber trotzdem nah am Vorbild. Auf die Darstellung der Umgebung haben sie weitgehend verzichtet, die Hintergründe sind flächig, ähnlich wie die Unschärfe, die sich beim Fotografieren von Vögeln mit dem Teleobjektiv ergibt. Nichts stiehlt dem Vogel die Schau. Eine Ausnahme bilden die Arbeiten der „Gastmalerin“ Sabine Bartens-Lentz aus Kiel. Sie hat die Vögel auf der Stromleitung so gemalt, wie man sie als Passant ohne technische Hilfsmittel vor Augen hat. Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) zeigte sich „überwältigt“ von den Bildern. Der Termin für die Ausstellungseröffnung sei schon vor einem Jahr festgelegt worden, leichtsinnigerweise ohne Berücksichtigung der Fußball-Weltmeisterschaft, wie Grubert andeutete. Aber es ging ja noch mal gut – der Zuspruch zur Ausstellungseröffnung war groß.

Gigolos sorgen für frisches Blut in Kleinmachnow

Den einführenden Vortrag hielt der Wildtierbeauftragte des Berliner Senats, Derk Ehlert. Katharina von Baibus hatte an mehreren seiner Naturführungen teilgenommen. Sie bildeten den Auslöser für die Begeisterung der Kursleiterin für die heimische Vogelwelt. Schon deshalb war Ehlert der richtige Mann für die Ausstellungseröffnung.

Yvonne Adebahr hat „Familie Adebar“ in Acryl verewigt. Quelle: Stephan Laude

Für viele Zuhörer neue Erkenntnisse in Kurzfassung: Der Eisvogel hat nichts mit gefrorenem Wasser zu tun. Sein Name geht auf die rostrote – also an Eisen erinnernde – Färbung seiner Unterseite zurück. Früher habe man, so Ehlert, vom Eisenvogel gesprochen, aber das „en“ wohl meistens verschluckt, bis es schließlich auch im Schriftdeutsch verloren ging. Vernissage-Gäste, die bislang in Nebelkrähen keine Besonderheit sahen, wissen jetzt: Sie sind es durchaus. Westlich der Elbe nämlich fehlt die Art. Ehlert weiß daher von westdeutschen Kollegen und Vogelfreunden zu berichten, die auf Osttouren ganz begeistert waren: „Oooch, endlich habe ich mal Nebelkrähen gesehen!“

Schließlich korrigierte Ehlert noch eine verbreitete Auffassung zur Treue von Blaumeisen: Sie sind keineswegs treu, weder Weibchen noch Männchen. Die Nachkommen in den Nestern hätten oft verschiedene Väter, sagte Ehlert. Er sprach von Gigolos und gewinnt denen durchaus etwas Positives ab: „Die Gigolos sorgen für frisches Blut in Kleinmachnow.“ Als Verwaltungsmitarbeiter hatte Ehlert auch aus diesem Bereich eine Geschichte parat: In einem Senatsgebäude in Wilmersdorf nervte ein Vogel, der nicht aufhörte, heftig gegen eine Fensterscheibe zu trommeln. Daraufhin wurde das Fenster abgeklebt. Allerdings von innen – dem Vogel bot sich also weiter sein Spiegelbild, das er unablässig bekämpfte. Vögel erkennen in dem Bild ja nicht sich selbst, sondern gehen von einem Feind im Revier aus. Deshalb schlagen sie auch manchmal auf Autorückspiegel ein. Die 16-jährige Fee Hinz, die Jüngste unter den Montagsmalerinnen, zeigt in der Ausstellung eine solche Situation.

Ehlert ist nicht nur Vogelexperte. Ihm wird auch nachgesagt, dass er in Berlin jeden Fuchs kenne. Mit der Derk-Ehlert-Stiftung unterstützt er auch den Naturschutz am Gülper See im Westhavelland. Sein Beruf ist seine Leidenschaft. Das bedeutet aber nicht, dass es ihm an Anerkennung für andere Leidenschaften fehlt. Also malen, sagte Ehlert, malen könne er nicht. „Nicht ein bisschen.“

Die Ausstellung ist bis 30. August im Rathaus Kleinmachnow, Adolf-Grimme-Ring 10, während der Öffnungszeiten des Rathauses und bei Veranstaltungen zu sehen.

Von Stephan Laude

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