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Kleinmachnow Anwohner fühlen sich wie im Zoo
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Anwohner fühlen sich wie im Zoo
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01:16 10.11.2018
Nach der Öffnung des Stolper Bergs in Kleinnmachnow als Erholungspark fühlen sich Anwohner in der Straße Hufeisen von Spaziergängern wie in einem Zoo beobachtet. Quelle: Friedrich Bungert
Kleinmachnow

Seit seiner Eröffnung am 13. September dieses Jahres wird der Stolper Berg in Kleinmachnow als Erholungspark von Familien und Spaziergängern gern als Ausflugsort aufgesucht. Kinder lassen von der Anhöhe aus Drachen steigen. Naturfreunde genießen den schönen Ausblick von oben auf die Umgebung.

Doch genau das ist für einige Anwohner in der Straße Hufeisen, die sich genau in dieser Form um den Hügel herumlegt, das Problem. Sie fühlen sich durch den freien Blick von der Erhebung auf ihre Häuser in ihrer Privatsphäre beeinträchtigt und in unzumutbarer Art beobachtet. „Schon am Wochenende nach der Eröffnung sind Besucher gekommen, haben auf dem Aussichtspunkt Stative mit Kameras aufgestellt und in die Richtung unserer Häuser fotografiert“, berichten einige Nachbarn, die nicht namentlich genannt werden wollen. Drohnen würden über die Gärten hinweg fliegen. Spaziergänger und Radfahrer blieben auf dem angrenzenden Weg direkt vor den Gärten stehen und schauten ungehindert durch die Fenster in die Häuser hinein. Einen Sichtschutz gebe es nicht. „Wir fühlen uns schon wie Freiwild“, sagen die Anwohner.

Nachbarn bilden Interessengemeinschaft

Einige Nachbarn haben sich jetzt zu einer Interessengemeinschaft Hufeisen zusammengeschlossen und fordern von der Gemeindeverwaltung, ihre Privatsphäre wiederherzustellen. Die Öffnungszeiten des Parks sollten verkürzt und das Gelände mindestens für einen Ruhetag in der Woche geschlossen werden. Derzeit können die Kleinmachnower den Berg jeden Tag von 6 bis 22 Uhr durch stets unverschlossene und selbst schließende Türen begehen.

Vor drei Jahren schon Bäume und Sträucher gepflanzt

Der Stolper Berg ist 60 Meter hoch. Seine höchsten Punkte liegen 16 bis 18 Meter höher als die Umgebung. Im Winter kann auf dem Hang gerodelt werden.

Die frühere Mülldeponie wurde von 1981 bis 1991 betrieben und danach mit Fördermitteln des Landes für 4,3 Millionen Euro saniert.

Bereits 2015 waren am Rand des Berges Bäume und Sträucher gepflanzt worden.

Außerdem sollte die Gemeinde das Areal von einem Wachschutz regelmäßig kontrollieren lassen. Statt dessen wolle sie sogar noch einen weiteren Weg näher an die Gärten heran öffnen beziehungsweise herstellen, deren Zäune höchstens hüfthoch sind und leicht überstiegen werden können. Dabei gebe es daneben bereits einen Pfad, sagt die Gemeinschaft. Gerade in Kleinmachnow, wo bekanntlich die Einbruchquote überdurchschnittlich hoch sei, werde der Kriminalität damit Tür und Tor geöffnet. Bestenfalls solle der Teil des Berges zu den Häusern hin wieder geschlossen werden, schlagen die Anwohner vor.

Parkordnung ermöglicht Miteinander

Nach ihren Angaben wurden auf dem Stolper Berg vor etwa einem Jahr Brutstätten angelegt und Eidechsen angesiedelt. Da einige Hundebesitzer den Park als Auslaufplatz für ihre Vierbeiner nutzen, die auch ihr Geschäft auf der Anhöhe verrichten, seien die Eidechsen dort weder sicher geschweige denn geschützt.

Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) hat in einem Brief an die Interessengemeinschaft darauf verwiesen, dass die ehemalige Mülldeponie nach ihrer Rekultivierung bereits früher im Flächennutzungsplan sowie in einem Bebauungsplan als „Parkanlage“ ausgewiesen ist. Nach Diskussionen in den Fachausschüssen habe Grubert keine Bereitschaft erkennen können, den Berg ganz oder in Teilen wieder sperren zu lassen oder seine Nutzung auf andere Weise einzuschränken. „Die Parkordnung . . . reicht nach dem Eindruck, den wir in den Fachausschüssen gewonnen haben, und nach meiner Auffassung aus, um ein verträgliches Miteinander zu ermöglichen“, schreibt der Bürgermeister den Anwohnern. Unabhängig davon stehe es ihnen frei, auf ihren Grundstücken durch eigene Pflanzungen einen Sichtschutz für sich zu schaffen.

Von Heinz Helwig

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