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Kleinmachnow Raterunde am Stammtisch
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00:21 29.06.2018
Valeska Hanel und Christopher Stein sind die geistigen Eltern des kleinmachnower Kneipenquizes. Quelle: Saskia Kirf
Kleinmachnow

Dass die Zeit reif ist für eine Idee, ist spätestens dann klar, wenn mehrere diese Idee gleichzeitig haben. Wie Valeska Hanel und Christopher Stein, die geistigen Eltern des Kleinmachnower Kneipenquizes in den Neuen Kammerspielen. „Ich habe den Gedanken an eine solche Veranstaltung schon eine Weile mit mir herumgetragen“, sagt Hanel, die kinoleitende Vorständin des Hauses, „dann kam Christopher und wollte auch ein Quiz machen.“

Christopher Stein, der eine Comedy-Plattform betreibt, und Kinochefin Hanel taten sich zusammen und entwickelten ihre ganz eigene Variante der beliebten Kneipen-Raterunden. Im Kinofoyer gab es am Montagabend die Premiere. Sechs Kategorien haben sich die beiden ausgedacht. Es geht um Punk und Prunk, um Fashion und Nation, um Helden und Schurkinnen.

Im Mutterland Großbritannien – statistisch gibt es in jedem zweiten englischen und irischen Pub ein eigenes Quiz – laufen solche Veranstaltungen eher nebenher. Meist stehen vor allem Pints und Pie im Vordergrund. In Deutschland herrscht dagegen oft höchste Konzentration. So mancher britische Gast war schon von der Ernsthaftigkeit überrascht, mit der das Quizzen hier angegangen wird. Die Kleinmachnower bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen diesen Extremen, sie sind herrlich albern, anarchisch und kreativ, haben aber auch spannende Fragen mit viel Diskussionspotenzial vorbereitet. Wie riecht das Weltall? ISS-Astronaut Alexander Gerst hat es vor einigen Monaten im Fernsehen verraten: Das All duftet nach Walnuss und Motoröl. Wo trifft man eigentlich auf eine Steppenhexe?

Handys müssen in die Kindersocken

Für Stephan Gatti ist das keine schwere Frage. „Steppenhexen sind diese Grasbüschel, die man in Western-Filmen sieht, wenn sonst gar nichts passiert“, sagt er. Der extra aus Berlin zum Quiz angereiste Musiker hat recht. Die Kammerspiel-Variante des Pubquizes gefällt ihm. „Die beiden Moderatoren haben sich viele Gedanken gemacht und richtig gute Ideen entwickelt“, sagt Gatti,

So müssen die sieben teilnehmenden Teams Filmsoundtracks nach wenigen angespielten Takten erkennen, sich über die Bedeutung italienischer Nudelnamen im Klaren sein und vollkommen unbekannten Superhelden wie dem Arm-Fall-Off-Man oder dem Gin Genie ihre Superkräfte zuordnen. „Ich finde es schön, neben Arbeit und Alltag hier etwas Auflockerung zu erfahren“, sagt Karin Schielmann. Die 60-Jährige ist mit ihrem Sohn Thomas und dessen Freundin Julia Sel ins Kino gekommen. „Eine sehr nette Atmosphäre“, attestiert Julia Sel dem Kino-Quiz. „Schön ist zum Beispiel, dass alle Handys in Kindersocken gesteckt wurden, damit keiner schummeln kann.“

Das erste Kneipenquiz in den Kleinmachnower Kammerspielen kam bei den Gästen gut an. Quelle: Saskia Kirf

Auch die beiden Moderatoren haben sichtlich Spaß. „Es geht ja auch ein bisschen darum, mit den Fragen den eigenen Sadismus auszuleben“, sagt Valeska Hanel im Scherz. Sie lässt ihre Gäste Begriffe aus der Modewelt pantomimisch erklären und Karaoke singen. Sogar bei den Team-Namen geht es nicht ernst zu. Denn diese vergeben Hanel und Stein anhand einer vor dem eigentlichen Quiz gespielten Kreativ-Frage: Sie lassen die Spieler in einer Minute möglichst viele Kosenamen für den Partner aufschreiben – und wählen dann einfach einen davon aus, den die Mannschaft dann den ganzen Abend tragen muss. So spielt Julia Sel mit ihrem Partner und dessen Mutter unter dem Namen „Schlappohr“ gegen die „Honeypupse“, Stephan Gatti findet sich bei den „Hasen“ wieder. Diese gewinnen den Abend am Ende auch. Der erste Preis ist eine Garnelenpfanne im Kino-Restaurant Schröders. Doch das ist hier gar nicht so wichtig – das Kleinmachnower Quiz, das sich selbst und seine Teilnehmer nicht allzu ernst nimmt und dadurch umso besser unterhält, macht auch Spaß, wenn man nicht gewinnt.

Die nächste Ausgabe des Kneipenquizes in den Kammerspielen wird am 25. September stattfinden. „Eigentlich wollen wir das dann auch gern monatlich machen“, sagt Valeska Hanel. Genug gute Ideen haben die Macher allemal.

Von Saskia Kirf

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