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Kleinmachnow Die Genehmigung für Pfeil und Bogen sollte eine Ausnahme bleiben
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Die Genehmigung für Pfeil und Bogen sollte eine Ausnahme bleiben
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00:20 15.03.2019
An diesen Anblick sollten Sie sich gewöhnen. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

In diesen Tagen schaut wohl ganz Deutschland auf Kleinmachnow und Stahnsdorf. Die Bilder von den Wildschweinrotten, die am helllichten Tag durch die Straßen jagen und sogar Geschäftsräume verwüsten, haben bundesweit die Runde gemacht. Jetzt sollen erstmals Pfeil und Bogen die lästigen Tiere dort zur Strecke bringen, wo es wegen der Anwohner viel zu gefährlich ist, das Jagdgewehr anzulegen.

>>Mehr zum Thema: Jagdpächter sucht fünf Bogenschützen

Bald werden wohl Jäger wie einst Robin Hood um die Häuser schleichen und auf das Schwarzwild zielen. Bei einer Abwägung zwischen den beiden Alternativen Lebendfalle oder Bogenjagd hat sich das brandenburgische Agrar- und Umweltministerium für Letztere entschieden und damit kraft des Bundesjagdgesetzes einen riskanten Vorstoß gewagt.

Kleinmachnow bleibt skeptisch

Selbst in den leidgeprüften Kommunen wird die Bogenjagd nicht ungeteilt für die geeignete Erlösung von den Borstentieren gehalten. Während Stahnsdorf erleichtert aufatmet, dass das Land seinem Antrag auf Schützen-Hilfe folgt, bleiben die Kleinmachnower skeptisch. Sie hätten lieber die Käfige aufgestellt, um das Schwarzwild erst einmal einzufangen.

So oder so werden sich die Einwohner in den beiden Gemeinden nicht eher sicherer fühlen, bevor sie nicht davon überzeugt sind, dass die verschiedenen Jagdmethoden in einer gegenseitigen Ergänzung zu einem deutlich spürbaren Erfolg führen. Doch selbst wenn es so ist, sollte die Bogenjagd trotzdem das bleiben, als das sie einmalig genehmigt wurde: eine Ausnahme. Dann werden selbst die Tierschützer vielleicht ein gewisses Verständnis dafür aufbringen.

>> Diskutieren Sie mit: Beim MAZ-Talk zum Thema Wildschweine am 12. März in Kleinmachnow!

Von Heinz Helwig

Die Genehmigung für die Bogenjagd in Stahnsdorf und Kleinmachnow soll in ein bis zwei Monaten erteilt werden. Sie gilt bis Januar 2020. Jagdpächter Peter Hemmerden möchte ein Team von fünf Bogenjägern zusammenstellen.

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Das brandenburgische Agrar-und Umweltministerium will die Bogenjagd in Kleinmachnow und Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) erlauben. Bis zur Genehmigung dauert es jedoch noch ein wenig.

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Kleinmachnow Kampf gegen die Wildschweine - Auch Kleinmachnow will seinen Jäger

Nach Stahnsdorf wollen auch die Kleinmachnower ihren Gemeindejäger haben. Der Vorschlag kommt von den Linken in der Gemeindevertretung. Erwogen wird auch eine Zusammenarbeit mit Stahnsdorf und Teltow zur Einsetzung eines gemeinsamen Jagdmannes.

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