Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kleinmachnow Kreismusikschule spürt Aufwind
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Kreismusikschule spürt Aufwind
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:46 29.06.2018
Im neuen Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Kleinmachnow präsentiert das CODA-Jugendkammerorchester der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark in Kleinmachnow am Sonntag die Highlights des vergangenen Schuljahres. Quelle: Kreismusikschule
Kleinmachnow

Unter dem Motto „Das Beste zum Schluss“ präsentiert am Sonntag, dem 1. Juli, die Kreismusikschule im neuen evangelischen Kirchenhaus bei ihrem Abschlusskonzert die Highlights des diesjährigen Schuljahres. Mit dabei sind unter anderem das Coda Jugendkammerorchester, die „VocaBellas“, das Jugendblasorchester, die Schüler und Schülerinnen aus der studienvorbereitenden Ausbildung sowie die Preisträger und Preisträgerinnen der in diesem Jahr gelaufenen Wettbewerbe.

Doch auch für das nächste Schuljahr hat sich die Musikschule bereits einige Highlights ausgedacht. So ist etwa bald nach den Sommerferien ein Festival für Neue Musik geplant. „Diese Musik hat bisher gefehlt“, übt Schulleiterin Uta Hoffmann-Thoben Selbstkritik. „Es ist aber ein gesellschaftlicher Aspekt.“ Leider komme diese Art Musik in Konzerten oft zu kurz. Dabei müsse man hier aus der „Bequem-Zuhörhaltung“ heraus. „Klar, die Leute verlassen den Saal – aber in der Pause wird über das Stück gesprochen“, ist Hoffmann-Thoben überzeugt. Unter dem Titel „Horizont der Klänge“ bietet die Musikschule daher am 22. und 23. September Lehrer- und Schülerkonzerte ebenso an wie Workshops. „Wir wollen auch unsere Schüler dorthin führen, sie sollen neue Techniken und Ausdrucksformen verstehen.“

Den Saitenwechsel bei Streichinstrumenten müssen die Eltern der Musikschüler in Zukunft nicht mehr extra bezahlen. Quelle: Thomas Wachs

Ein Kammermusik-Probenwochenende in Rheinsberg steht dann im Frühjahr auf dem Programm. Rund 60 Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Fachbereichen werden daran teilnehmen und in verschiedenen Besetzungen gemeinsam musizieren. „Wir möchten die Kammermusik fördern, aber im laufenden Betrieb ist es schwierig, für sechs Schüler oder so einen gemeinsamen Termin zu finden“, erklärt Hoffmann-Thoben. „Dort kann ohne Zeitdruck gearbeitet werden, ohne den nächsten Termin im Nacken. Die Schüler können sich musikalisch kennen lernen.“ Bereits vor drei Jahren hat es in Gollwitz ein ähnliches Angebot gegeben, und in Zukunft sollen solche Probenwochenenden alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Kammerspiel-Wettbewerb stattfinden, der in diesem Jahr das erste Mal veranstaltet wurde. „Die Kammermusik ist wichtig – nicht nur im Orchester, sondern auch in den kleinen Ensembles.“

Lehrer lernen von Schülern

Wie bereits berichtet, soll es auch bei den Tarifen der Musikschule Änderungen geben – sofern diese in der nächsten Sitzung des Kreistages Potsdam-Mittelmark am 5. Juli auch tatsächlich beschlossen werden. 50 Cent soll der Unterricht monatlich mehr kosten, also sechs Euro im Jahr, da die Gebühren für die Urheberrechtsgesellschaft GEMA auf die Kursgebühren umgelegt werden sollen. Auch die Miete von Musikinstrumenten soll teurer werden: Sie soll von neun auf zwölf Euro im Monat steigen. Damit ist aber künftig auch die Wartung mit abgeglichen, die bisher von den Familien extra bezahlt werden musste. Darunter fallen etwa der Saitenwechsel bei Streichinstrumenten oder der Austausch von Filzteilen bei Blasinstrumenten. Da dies bisher ungerecht war – die einen kamen nicht dran, die anderen mussten dafür vielleicht dann 120 Euro auf den Tisch legen – wird nun auf eine Pauschale umgestellt.

„Außerdem sollen ab Januar 50 Prozent der Unterrichtsstunden durch Festangestellte geleistet werden“, gibt Hoffmann-Thoben ein weiteres Vorhaben für das kommende Schuljahr an. „Das ist wichtig für die Festigung der Strukturen und die Sicherung der Qualität.“ Derzeit liegt die Quote bei 40 Prozent. Um sie anzuheben, werden einerseits bisherige Honorarlehrer fest angestellt, andererseits auch neue Kräfte dazu geholt. Gerade bei Randinstrumenten wie Tuba oder Fagott sei es wichtig, feste Mitarbeiter zu gewinnen, um das Angebot auch dauerhaft bieten zu können.

Warteliste im Fach Klavier

Insgesamt stehen der Kreismusikschule „Engelbert Humperdinck“ 70 000 Lehrstunden pro Jahr zur Verfügung, die sie auf alle ihre Standorte verteilt.

Diese Zahl reicht laut Schulleiterin Uta Hoffmann-Thoben nicht vollständig. Vor allem im Fach Klavier müsse man oft warten, zum Teil auch in den Fächern Schlagzeug, Gitarre oder Gesang. Es werde aber darauf geachtet, dass gerade im Fach Piano nach einem Jahr wenigstens Gruppenunterricht mit einem zweiten Schüler angeboten werden könne.

Die Finanzierung der Musikschule erfolgt zu knapp mehr als 40 Prozent durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark (1,34 Millionen Euro im laufenden Jahr) und zu 50 Prozent über die Elternbeiträge (1,5 Millionen Euro). 460 000 Euro stammen aus Landesmitteln, der Rest aus sonstigen Einnahmen.

Das Schuljahres-Abschlusskonzert findet am Sonntag, 1. Juli, um 16 Uhr im neuen Gemeindesaal der evangelischen Kirche in Kleinmachnow statt.

Generell verspüre sie einen Aufwind bei der Zahl der Anmeldungen. „In dem sehr schnellen, digitalen Leben ist es sicher auch ein Gegengewicht zur andauernden Fremdbestimmung durch die elektronischen Medien“, so Hoffmann-Thoben. Doch auch die Lehrer in der Musikschule müssen sich mit den neuen Technologien auseinandersetzen, erzählt Christiane Heinke, Fachbereichsleiterin Gesang. Gerade im Populär-Bereich kämen etwa Schüler oft mit YouTube-Anleitungen und würden um ihre Meinung fragen. Sie hält viel von einer sinnvollen pädagogischen Einbindung der Medien und berichtet, dass auch sie selbst ganz viel von ihren Schülern über die Anwendung der Tools lerne.

Von Konstanze Kobel-Höller

Die Mittelmärkische Wasser- und Abwasser GmbH (MWA) und die Fachhochschule Potsdam haben eine Kooperation abgeschlossen. Mit einem dualen Studiengang können Schule und Beruf kombiniert werden.

30.06.2018

Eine neue Veranstaltungsidee haben Valeska Hanel und Christopher Stein am Montag in den neuen Kammerspielen Kleinmachnow ausprobiert. Das erste Kneipenquiz kam bei ihren Gästen sofort gut an.

29.06.2018

Nach der gefeierten Premiere seines Stückes „Dr. Bizarr und die Kammer des Grauens“ zeigt das „TAWclassics“ seine schrille Comedy am 26. Juni noch einmal im Wohnstift Augustinum in Kleinmachnow.

25.06.2018