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Kleinmachnow Museum hilft bei der Berufsorientierung
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Museum hilft bei der Berufsorientierung
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16:34 29.06.2018
Im Industriemuseum der Region Teltow können sich Schüler auch über die Berufsperspektiven in der Region informieren. Quelle: IZB
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Teltow

Das Teltower Industriemuseum und sein Informationszentrum zur Berufs- und Studienorientierung (IZB) haben jüngst auf ihrer Schuljahreskonferenz ein positives Resümee des vergangenen Schuljahres ziehen können. Die Kombination aus Museum und Orientierungshilfe habe sich einmal mehr als wichtiger Partner für Schüler, Schulen und Unternehmen der Region präsentiert, so Norbert Gölitzer. Er ist der zweite Vorsitzende des Museumsvereins und zuständig für das Berufs-Informationszentrum.

Zehn Jahre nach seiner Gründung steht das Industriemuseum demnach gut da. „Wir konnten soeben die zweiundzwangzigste Partnerschule begrüßen“, sagt Hartmut Wittich, der den inhaltlichen Aufbau des Museums mitverantwortet. Gestartet war man einst mit sieben Schulen. Grundschulen aus der Region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf nutzen die Dienste der Einrichtung ebenso wie weiterführende Schulen. Auch aus Potsdam und Großbeeren kommen die Partner. „Das südliche Berlin zeigt mittlerweile auch Interesse“, sagt Wittich.

Kein Wunder, für die Schulen ist die Zusammenarbeit mit dem Industriemuseum lohnend. Sie können die Ausstellung zum technischen Wandel der vergangenen Jahrhunderte besuchen, Projekttage durchführen und die Kontakte zur Industrie nutzen. „Wir haben eine gut gepflegte Liste von ungefähr 150 Unternehmen aus der Umgebung“, sagt Wittich. 50 Exkursionen fanden im aktuellen Schuljahr statt, bei denen es für die Schüler spannende Einblicke in die technischen Berufe gab – und für die Unternehmen die Möglichkeit, den Berufsnachwuchs direkt anzusprechen.

„Wir müssen die Schüler motivieren, den Beruf zu erreichen, der ihnen Spaß macht und in dem sie überzeugen können“, sagt Michael Oeter von der IHK Potsdam. Die Industrie- und Handelskammer arbeitet mit dem Industriemuseum zusammen. Man hat schließlich die gleichen Ziele. „Der Markt hat sich gedreht“, weiß Oeter, „heute versucht ein Großteil der Jugendlichen, das Abitur zu erreichen.“ Es gebe in manchen Landstrichen bereits Abiturquoten von 60 Prozent pro Jahrgang. „Dadurch fehlen die Zehntklässler, die traditionell nach ihrem Abschluss eine Lehre begonnen haben.“

Deshalb sprechen Wittich, Gölitzer und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter gezielt auch die Gymnasiasten an. Rund 1800 Schüler haben das Industriemuseum im vergangenen Schuljahr genutzt, ein Drittel davon lernt an Gymnasien. Nur die Gruppe der Grundschüler ist noch größer. 800 von ihnen haben im Museum Industrieluft geschnuppert.

Das große Interesse des Nachwuchses ist jedoch nicht nur Grund zur Freude. „Wir stoßen personell an unsere Grenzen“, sagt Gölitzer. Und nicht nur das: „Man fühlt sich auch von der Politik manchmal im Stich gelassen.“ Der Ärger beruht auf einer fehlenden Förderungsbewilligung des Bildungsministeriums für ein Projekt zur Digitalisierung. „Da sieht man, wie weit das Ministerium von der bildungspolitischen Realität entfernt ist“, sagt Gölitzer. Die Digitalisierung sei gesellschaftlich äußerst relevant, aber für die Macher der Lehrpläne nicht wichtig genug. „Dabei startet jetzt in Teltow sogar eine Schule mit diesem Schwerpunkt“, so Gölitzer. Er wünscht sich für die Zukunft daher mehr Wahrnehmung und Anerkennung der vielschichtigen Arbeit seines Vereins. „Unser Engagement für die technische Berufsorientierung ist keine Eintagsfliege, sondern die praktische Umsetzung der Landesstrategie zur Berufs- und Studienorientierung.“ Diese ist die offizielle Handhabe des Landes, die für die Schulen einen Handlungsrahmen zur Umsetzung einer individuellen, kontinuierlichen und praxisorientierten Berufs- und Studienorientierung vorgibt.

An dem bisher nicht geförderten Projekt arbeitet das Museum indes weiter. „Wir hoffen auf Hilfe von außen“, sagt Wittich. Es geht um die 3-D-Fertigung von Werkstücken – eine Technik, die etwa aus dem Maschinenbau längst nicht mehr wegzudenken ist. Zudem wird es im kommenden Schuljahr Projekttage zur optischen Datenübertragung und zu intelligenten Montageprozessen geben. „Die moderne Welt besteht nicht nur aus Smartphones und WhatsApp“, so Wittich, „und das wollen wir den Kindern und Jugendlichen vermitteln.“

Von Saskia Kirf

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