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Kleinmachnow Norwegische Schüler spielen Gesetzgeber
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01:16 07.12.2018
Parlamentarier auf Probe: Die norwegischen Gastschüler aus Bergen besuchten in ihrer Projektwoche auch den Landtag Brandenburg im Potsdamer Stadtschloss. Quelle: Privat
Kleinmachnow

Demokratie und Mitbestimmung standen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Projektwoche von Schülern der neunten bis elften Klasse der Maxim-Gorki-Gesamtschule in Kleinmachnow und gleichaltrigen Jugendlichen der Nordahl-Grieg-Highschool aus dem norwegischen Bergen. Dazu kamen vor kurzem 16 Jugendliche aus dem Land der Fjorde ins märkische Kleinmachnow. Es war der erste persönliche Kontakt zwischen Schülern der beiden Schulen.

Nordahl Grieg, norwegischer Schriftsteller und Journalist, war am 2. Dezember 1943 als Kriegsberichterstatter in einem australischen Flugzeug nach einem Luftangriff auf Berlin über Kleinmachnow abgeschossen worden. Am Machnower See erinnert ein Gedenkstein an ihn. Alljährlich findet in der Gemeinde der Nordahl-Grieg-Gedenk-Lauf statt.

Nach der Begrüßung stellte Julie Thiede aus der elften Klasse den norwegischen Gästen in Kleinmachnow ihre Gesamtschule sowie die Region vor. Quelle: Privat

Vor allem über das deutsche Bildungssystem und die Mitwirkungsmöglichkeiten junger Menschen in Jugendparlamenten, -organisationen und -verbänden wollten die norwegischen Schüler viel wissen. Beides nimmt in ihrem Leben einen wichtigen Stellenwert ein, sagten sie in der Kennenlern-Runde in Kleinmachnow. Anders als das deutsche föderalistische System, bei dem in den einzelnen Bundesländern jeweils andere Kriterien für die Anerkennung von Schulabschlüssen gelten, gibt es in Norwegen ein einheitliches Schulsystem, erfuhren die Kleinmachnower Gesamtschüler.

Dort werden erst in der siebten Klasse erbrachte Leistungen mit einer Note bewertet. Bis dahin werden lediglich mündliche und schriftliche Einschätzungen gegeben, berichtet Jenny (16) aus der zehnten Klasse von einem Gespräch mit ihrer Partnerschülerin. Für deutsche Schüler geradezu traumhaft, beginnt der Unterricht an norwegischen Schulen in der Regel erst ab 10 Uhr, zieht sich dafür aber bis in den späten Nachmittag hinein.

Beim Nordahl-Grieg-Lauf kennengelernt

Der Schüleraustausch ist Bestandteil der Initiative „Erasmus + Schulpartnerschaft“. Für Schülerreisen und Projekte stellt die EU für 2018 bis 2020 mehr als 32 000 Euro bereit.

Am Gedenkstein für Nordahl Grieg legten die norwegischen und deutschen Schüler am Beginn ihres Treffens Blumen nieder.

Der Kontakt zwischen beiden Schulen war im Herbst 2009 beim Nordahl-Grieg-Lauf in Kleinmachnow hergestellt worden. Lin Holvik, damalige Leiterin der neu eröffneten Highschool in Bergen, suchte eine Partnereinrichtung in Europa.

Vorläufer der EU-Initiative war das Comenius-Projekt, das 2013 gestartet und 2015 abgeschlossen wurde.

Besonders spannend fanden die Gäste die Arbeit des Brandenburger Landtags, den ihnen die Abgeordneten Barbara Richstein (CDU), Udo Folgart (SPD), Anita Tack und Isabelle Vandre (beide Linkspartei) bei einem Besuch im Potsdamer Stadtschloss im Zusammenhang mit ihrer Arbeit vorstellten. Dann ging es in der Schule in einem Rollenspiel mit der Gesellschaft für Europa- und Kommunalpolitik (Geko) Berlin selbst ans Regieren. Als Mitglieder des Europaparlamentes beziehungsweise -rates mussten die Schüler ein Gesetz zur Vermeidung von Plastemüll auf den Weg bringen. Auch wenn Norwegen nicht zur EU gehört, so begeisterten sich dessen Jugendliche sehr für die Arbeit der Union. Dagegen schrieb ein Kleinmachnower Schüler am Ende in den Auswertungsbogen der Gesellschaft, er sei „völlig desillusioniert, wie undurchdacht und unübersichtlich“ mitunter in der EU entschieden wird.

Schon jetzt freuen sich 16 Maxim-Gorki-Schüler aus Kleinmachnow auf ihren Gegenbesuch im März des nächsten Jahres in der Nordahl-Grieg-Highschool im norwegischen Bergen.

Von Heinz Helwig

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