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Kleinmachnow Schutzgemeinschaft gegen Stammbahn-Antrag
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02:25 19.05.2018
Kleinmachnows Gemeindevertreter sollen sich zur Stammbahn bekennen. Doch der Antrag des Bürgermeisters ist mangelhaft und berücksichtigt die Interessen der Kleinmachnower nicht, rügt die Schutzgemeinschaft an der Stammbahn. Quelle: Archiv/Horn
Kleinmachnow

Vor der Sitzung der Gemeindevertreter in Kleinmachnow hat die Bürgerinitiative Schutzgemeinschaft an der Stammbahn Bürgermeister Michael Grubert (SPD) aufgefordert, seinen Antrag zum Wiederaufbau der Stammbahn zurückzuziehen. In der Sitzung sollen sich die Abgeordneten zur Reaktivierung der historischen Eisenbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin bekennen. Die Schutzgemeinschaft kritisiert, der vorliegende Entwurf berücksichtige nicht die Interessen der Kleinmachnower. Weiterhin unterstellt sie dem Gemeindeoberhaupt eine Nähe zur Bürgerinitiative Stammbahn, die sich für deren Wiederaufbau einsetzt. Passagen aus Gruberts Beschlusstext und Informationen auf der Internetseite der Bahnbefürworter seien nahezu wortgleich, sagt Peer Hartwig, 1. Vorsitzender der Schutzgemeinschaft.

Naherholungsbereiche würden zerstört

„Wir haben rund 3000 Flyer in Kleinmachnow verteilt, mit denen wir die Bürger aufrufen, heute zur Gemeinderatssitzung zu kommen. Außerdem habe ich für die Sitzung ein Rederecht beantragt. Vielleicht können wir die Gemeindevertreter dazu bewegen, den Antrag abzulehnen.“ Hartwig hält den Beschlussentwurf vor allem deshalb für mangelhaft, weil dieser nichts darüber aussagt, ob die künftige Trasse von einer S-Bahn oder vom Regional- und Fernverkehr genutzt werden soll, welche Ausprägung der Strang haben wird und wie sich alles zusammen auf die Kleinmachnower und ihr Umfeld auswirkt. „Für den Regional- und Fernverkehr müsste ein maximal 30 Meter breiter und mehrere Meter hoher Bahndamm verlegt werden. Solch ein Damm würde den Wald durchschneiden, wichtige Naherholungsbereiche zerstören und damit unzugänglich machen“, argumentiert Hartwig. Außerdem fehlten genaue Aussagen zum Lärmschutz, zur ergänzenden Infrastruktur, zu Taktzeiten und Parkplätzen sowie zu finanziellen Folgen und notwendigen Investitionen durch die Gemeinde. Eine frühere, konkretere Vorlage hätten Grubert und die SPD-Fraktion blockiert, behauptet Hartwig. Die dort enthaltenen Angaben seien nicht in den vorliegenden Antrag übernommen worden. Die Schutzgemeinschaft verlangt vom Bürgermeister eine neue Vorlage mit fachlich fundierten Inhalten.

Schutzgemeinschaft favorisiert S-Bahn

Bei einem solch komplexen Thema wie der Stammbahn dürfe der Bürgermeister nicht ausschließlich auf die Argumente einer einzigen Interessengruppe zurückgreifen, sondern müsse mit allen betroffenen Initiativen reden, spielt Hartwig auf die erwähnte Textgleichheit an. Während sich Grubert in seiner Begründung für die Stammbahn hauptsächlich auf den Regionalverkehr konzentriere, favorisiert die Schutzgemeinschaft eine S-Bahn auf der alten Trasse. Diese hätte aufgrund der engeren Taktzeiten, der dichteren Haltestellen und einer dreifach höher zu erwartenden Fahrgastzahl einen deutlich größeren Nutzen für Kleinmachnow als die Regionalbahn, meint Hartwig. Dies habe auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) festgestellt, als er kürzlich die Trassenführung untersucht habe.

Kleinmachnow braucht einen Schienenanschluss

Mit einer Regional- und Fernverkehrstrasse drohe aber auch ein Güterverkehr, für den die Stammbahn dann nach geltendem Recht freigegeben werden müsse, warnt die Schutzgemeinschaft. Auch wenn die spätere Nutzung der Strecke noch nicht endgültig feststeht, dürfe dieses Thema in der Diskussion nicht ausgeschlossen werden. Aus politischem Kalkül und wirtschaftlichen Interessen würde die Deutsche Bahn AG das Thema Güterverkehr ausblenden. An den Kosten eines Regionalverkehres muss sie sich weit geringer beteiligen, als an den Aufwendungen für einen Fern- und Güterverkehr. Mit einer S-Bahn-Strecke wäre ein Güterverkehr technisch ausgeschlossen.

„Wir entscheiden nichts. Das machen die Bahn und der Bund“, antwortet Bürgermeister Grubert auf die Stellungnahme der Schutzgemeinschaft zum Stammbahn-Beschluss. Ihm ist aber ein klares Bekenntnis zur Stammbahn wichtig, weil „...wir einen Schienenanschluss für Kleinmachnow brauchen.“ Er würde eine S-Bahn begrüßen, kann aber auch mit einer Regionalbahn leben, sagte Grubert.

Bedarf im Regionalverkehr löste Diskussion aus

Die Stammbahn soll als Regional- und Fernbahntrasse zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten.

Die Eisenbahnstrecke wurde 1828 eröffnet und war die erste Trasse in Brandenburg.

Seit der Einstellung des Betriebes auf dem Abschnitt Zehlendorf–Düppel am 18. September 1980 verfallen die Anlagen.

Die aktuelle Diskussion über die Stammbahn von Berlin nach Potsdam wurde letztendlich durch die ständig steigende Nachfrage im Regionalverkehr ausgelöst.

Zum Wiederaufbau der Stammbahn haben sich die Länder Berlin und Brandenburg sowie die Deutsche Bahn AG mit einer Rahmenvereinbarung vom 4. Oktober 2017 positioniert.

Die Schutzgemeinschaft an der Stammbahn hatte sich 1998 in Kleinmachnow gegründet.

Von Heinz Helwig

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