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Kleinmachnow So kommt „Biedermann und die Brandstifter“ auf die Kammerspiel-Bühne in Kleinmachnow
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow So kommt „Biedermann und die Brandstifter“ auf die Kammerspiel-Bühne in Kleinmachnow
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05:48 15.03.2019
Das Ensemble „Nachbarn spielen für Nachbarn“ probt für „Biedermann und die Brandstifter“ in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow. Quelle: Theater
Kleinmachnow

Obwohl Brandstiftungen allgegenwärtig sind, nimmt Biedermann zwei fragwürdige Gestalten in sein Haus auf und verbrüdert sich schließlich sogar mit ihnen, je stärker die Gefahr fühlbar wird. In „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch wird eine pragmatisch-überhebliche Geisteshaltung aufgezeigt, die Populismus durch Ignoranz zum Erfolg verhilft.

Um dies zu bearbeiten, wird das Werk von „Nachbarn spielen für Nachbarn“ in den Neuen Kammerspielen in Kleinmachnow auf die Bühne gebracht. „Das Stück ist hochaktuell, wir denken, es hat viel mit uns zu tun“, sagt Marie Schneider, Schauspielerin und Leiterin der Theatergruppe. Das Stück aus den 1950er Jahren sei schon viel benutzt worden, sagt sie – gegen Faschisten, Kommunisten und andere Gruppierungen.

Denn die Brandstifter seien nicht vorgegeben, das könnte auch der Plastikmüll oder etwas anderes sein, was die Gesellschaft bedroht, so Schneider weiter: „Jeder holt sich das raus, was er für richtig hält. Wir möchten aber mehr zeigen, wie wir Biedermänner sehenden Auges in eine Katastrophe gehen.“

Neue Kammerspiele in Kleinmachnow. Quelle: Julian Stähle

Die Schauspieler haben sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. „Wir haben irre Diskussionen, so wurde etwa stundenlang über die Frage gesprochen, was Menschlichkeit ist und wo ihre Grenzen sind“, berichtet die Theaterleiterin. Nach der Aufführung kämen die Schauspieler auch gern mit dem Publikum ins Gespräch. „Das ist uns ein großes Anliegen. Schließlich ist das ein Stück, bei dem man viel Streiten und Diskutieren kann. Wir sind schon gespannt.“

Aktuell besteht das Ensemble aus 20 Mitgliedern von Mitte 20 bis ins Seniorenalter. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufen: von Arzt bis Fotografen, von Musikerin bis Psychologin, von Statiker bis Waldorf-Kindergärtnerin. Auch Carolin Huder, Chefin der Spielstätte, hat eine kleine Rolle in dem Stück übernommen und unterstützt Schneider organisatorisch.

Profis unterstützen das Laienensemble

Die Choreographin Eva-Maria Otalora arbeitet mit dem Chor, der in dem Stück kommentierende Funktion hat, und Olaf Rehan, Szenenbildner beim Film, hat sich mit David Münch professionell um das Bühnenbild gekümmert. Schneiders Mann Joachim Kosack, Geschäftsführer bei der Filmfirma Ufa, zeichnet als Regisseur verantwortlich. Beide haben sie hohe Ansprüche, sagt Schneider: „Wir wollen kein Bauerntheater – ohne das despektierlich zu meinen.“

Angefangen hat die Theatergruppe innerhalb eines Freundeskreises mit dem Stück „Frau Müller muss weg“ im Jahr 2016. Damals lief alles noch ganz laienhaft ab: Als Bühne diente der Waldorf-Kindergarten, spezielle Beleuchtung gab es keine, die Tische wurden als Kulisse genutzt.

Für Herbst ist das Zwei-Personen-Stück „Oleana“ geplant

Aufgrund des großen Erfolges gab es 2017/18 eine zweite Produktion: Bei „Richtfest“ spielten bereits elf Leute im Gemeinderaum der Christengemeinschaft im Meiereifeld mit, sogar eine Aufführung in den Kammerspielen wurde organisiert. „Biedermann musste sofort auf die große Bühne“, sagt Schneider, die seit zehn Jahren auch Kinder- und Jugendtheater macht.

Im Herbst ist die nächste Aufführung geplant: „Oleana“, ein Zwei-Personen-Stück, in dem es um das Verhältnis von Machtposition und Untergebener geht, passend zur #MeToo-Debatte. Läuft das gut, möchte sich Schneider mit ihrem Ensemble, den Kammerspielen und anderen Gruppen an ein großes Stück anlässlich der 100-Jahr-Feier Kleinmachnows wagen.

Termine15. und 16. März, 20 Uhr, 31. März, 18 Uhr, 1. April 10.30 Uhr, Neue Kammerspiele Kleinmachnow, Karl-Marx-Straße 18.

Von Konstanze Kobel-Höller

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