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Im Winter blieb die Heizung kalt

Kleinmachnow Im Winter blieb die Heizung kalt

In Kleinmachnow kämpfte Mieterin Ute Vanicek drei Jahre lang um die Erneuerung der maroden Heizungsanlage in ihrer Wohnung, die in ihrer Leistung immer mehr nachließ. Doch der Vermieter reagierte nicht auf ihre Hinweise. Am Montag kamen endlich die Heizungsinstallateure, um die Anlage zu reparieren.

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Margareta (l.) und Ute Vanicek warten auf die Heizungsmonteure. Am Mittwoch wurde die Anlage endlich repariert.

Quelle: H. Helwig

Kleinmachnow. Endlich haben Ute Vanicek und ihre 92-jährige Mutter Margareta wieder eine warme Wohnung, sagen sie. „Es ist wie in einer neuen Welt. Jetzt wird uns erst bewusst, wie kalt es zuvor in unserer Wohnung war“, meint die 61-jährige Kleinmachnowerin erlöst. Schon bevor die marode Heizungsanlage am vorigen Wochenende komplett ausgefallen war, mussten sich die beiden Frauen bei dem feuchtkalten Wetter auch drinnen warm anziehen. „Wir hatten zwar warmes Wasser, aber in den Räumen blieb es kalt“, so Vanicek. Am Mittwoch kamen nun die Handwerker und erneuerten das Heizsystem. Zum Glück hatten sie den Frauen beim ersten Besichtigungstermin für die Reparatur in der vorigen Woche zwei Elektroradiatoren da gelassen, die Ute Vanicek je nach Aufenthaltsanlass zwischen Räumen, Küche und Bad hin- und herschob.

Die mobilen Heizkörper konnten es aber auch nur auf eine jeweilige Raumtemperatur zwischen 18 und 19 Grad Celsius bringen, meint Vanicek. Es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, wie warm die Zimmer einer Wohnung in der kalten Jahreszeit sein müssen. Doch einige Rechtsprechungen, die als verbindlich angesehen werden dürfen, haben Mindesttemperaturen zwischen 20 bis 23 Grad Celsius festgeschrieben.

Seit mehr als drei Jahren kämpft Ute Vanicek schon mit den Problemen ihrer Heizung – und mit ihrem Vermieter, der Gemeindlichen Wohnungsgesellschaft (Gewog) Kleinmachnow. „Ich habe gemerkt, wie die Heizleistung in den vergangenen drei Wintern immer mehr nachließ.“ Die Gewog habe aber auf ihre Hinweise hin nichts unternommen. Vanicek war froh, dass diese Winter besonders mild ausfielen. Im Mai dieses Jahres hatte die Mieterin wieder die Gewog angerufen und im August noch einmal ihren Wunsch nach einer Heizungsüberprüfung bekräftigt. Als die Gesellschaft wieder nicht reagierte, wandte sich Vanicek an die Teltower Vereinigung des Deutschen Mieterbundes. Ihr versprach die Gewog schließlich Mitte August, dass eine Firma „etwaige Mängel“ untersuchen und sich dazu „bezüglich der Terminabsprache mit Frau Vanicek in Verbindung setzen“ wird. Sollten ein oder mehrere Fehler festgestellt werden, wolle die Gesellschaft „diese umgehend beheben lassen.“ Umgehend war am 9. November.

Ute Vanicek hat keinen regelmäßigen Job gefunden, weil sie sich um ihre 92-jährige Mutter kümmern muss. Margareta Vanicek hat die Pflegestufe II. Ihre Tochter lebt von Erspartem sowie von einem Honorar, das sie für die Aushilfe in einer Stahnsdorfer Praxis einmal in der Woche bekommt. Schon öfter musste sie in der Vergangenheit ihre Stundenarbeit absagen, um auf Handwerker zu warten, die dann nicht kamen, sagt sie.

Manches in der Wohnung hat sie schon selbst auf eigene Kosten renoviert, obwohl sie noch einen alten Mietvertrag aus DDR-Zeiten hat, der den Vermieter dazu in die Pflicht nimmt. Ein Anwalt habe ihr empfohlen, bei Reparaturen selbst eine Firma zu suchen und die Kosten anschließend dem Vermieter in Rechnung zu stellen. Doch kein Betrieb habe sich darauf eingelassen, so Vanicek.

Die Gemeindliche Wohnungsgesellschaft Kleinmachnow war für die MAZ trotz mehrerer Versuche nicht zu erreichen.

Haus wurde 1946 aus Ruinen erbaut

Das Zweifamilienhaus in Kleinmachnow soll im Jahr 1946 aus Ruinen erbaut worden sein.

Die Familie Vanicek wohnt seit 1956 in dem Haus. In der DDR wurde es von der Kommunalen Wohnungsverwaltung (KWV) verwaltet.

Zu DDR-Zeiten wurden in den Wohnungen neue Decken eingezogen.

Der Hausflur ist ebenfalls dringend sanierungsbedürftig. Von den Wänden hat sich schon die Schutzfarbe gelöst.

Von Heinz Helwig

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