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Potsdam-Mittelmark Klinkengrund im Sucher
Lokales Potsdam-Mittelmark Klinkengrund im Sucher
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00:29 19.06.2015
Die Borkheiderin Natalia Mertes, Fotograf Wolfgang Ruppel und Initiator Carsten Tarrach (r.) bei der Bildauswertung am Computer. Quelle: U. Klemens
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Bad Belzig

„Der Weg ist das Ziel“, sagt Carsten Tarrach von der Interkulturellen Begegnungsstätte „Stübchen Vielfalt“ am Busbahnhof. Mitte Mai hatte er zur fotografischen Erkundung des Wohngebietes Klinkengrund aufgerufen. Mit einem halben Dutzend Interessierten blieb die Resonanz weit hinter den Erwartungen zurück.

Nicht so sehr das Fehlen der Aufnahmen vom Stadtteil bereitet ihm Kopfzerbrechen. Vielmehr hatte er gehofft, der Streifzug mit der Kamera in der Hand, würde Licht- und Schattenseiten des Viertels hervorkehren; vor allem aber bei den Beteiligten – womöglich mehr oder weniger weit Zugezogenen – Identität stiften oder gar zur Integration beitragen.

Problematische Perspektive

Der Klinkengrund ist neben Altstadt, Kurparksiedlung und Gewerbegebiet Seedoche einer der vier Bad Belziger Stadtteile. In den 50er-Jahren wurden die ersten Neubauten fertig gestellt.
Rund 2500 Bewohner leben heute dort. Etwa die Hälfte der Bewohner ist zwischen 26 und 65 Jahre alt. Wie überall, wird hier mit einer Zunahme des Durchschnittsalters gerechnet.
Das Quartier gilt aufgrund seiner Bevölkerungsstruktur als Problemzone. Seit dem vergangenen Jahr arbeitet die Stadt Bad Belzig daher an einem Integrierten Entwicklungskonzept und bemüht sich um Aufnahme in das Förderprogramm „Soziale Stadt“.
Der Umzug der Interkulturellen Begegnungsstätte „Stübchen“ vom Busbahnhof in den Klinkengrund steht bevor.

„Dieses Anliegen – halb Foto-, halb Sozialprojekt – war für mich der entscheidene Grund zum Mitmachen“, sagt Wolfgang Ruppel. Er hat vor knapp 40 Jahren seine Fotografenausbildung absolviert, wohnt seit vier Jahren in der Kur- und Kreisstadt und konnte für die professionelle Anleitung gewonnen werden. Derweil ging Carsten Tarrachs Mitmach-Idee unter anderem aus ziemlich schlichten Gründen bisher nicht auf. „Im Asylbewerberheim gibt’s keinen Fotoapparat“, sagt er.

Info

Carsten Tarrach, Bad Belzig, 0162/9010394.

Zwei Abende lang zog dennoch eine achtköpfige Gruppe durchs Quartier und bannte auf Chip, was ihr festhaltenswert erschien: Schmucke und hässliche Fassaden, wilde Müllablagerungen und blühende Gehölze, verwaiste Spielplätze und die Imbissbude an der Ecke samt Kunden sind nun verewigt. Eine Vorstellung von dem, was das Leben im Klinkengrund ausmacht, liefern die bisher entstandenen Bilder dennoch nur im Ansatz, wie die Organisatoren eingestehen.

Vor allem die Menschen sind es, die, bis auf wenige Ausnahmen, auf den Bildern fehlen. „Ein guter Anfang ist es dennoch“, sagt Wolfgang Ruppel bei der ersten gemeinsamen Bilderschau. Dass zum genannten Auswertungstermin Natalia Mertes aus Borkheide als einzige der sechs Teilnehmer erschien, macht es nicht leichter, das Projekt – wie ursprünglich gedacht – zu einem glücklichen Ende zu führen.

Geht es nach Carsten Tarrach wird trotzdem eine kleine Exposition entstehen. Denn noch in diesem Sommer soll seine Einrichtung ein neues Domizil im Klinkengrund finden. Dass sich bis dahin weitere Fotofreunde finden, die den Klinkengrund in den Sucher nehmen, ist sein Wunsch.

Von Uwe Klemens

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