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Knackige Äpfel auf Werders Plantagen

Kernobsternte hat begonnen Knackige Äpfel auf Werders Plantagen

Seit etwa zwei Wochen holen viele fleißige Erntehelfer die ersten Äpfel von den Plantagen in Werder und Umgebung. Das Wetter hat dem Apfel kaum zu schaffen gemacht, sodass die Obstbauern von einer durchschnittlich guten Erntemenge ausgehen. Bei Havelfrucht in Glindow sind derzeit etwa 70 Erntehelfer dabei, die frühen Sorten von den Bäumen zu pflücken.

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Da greift man gerne zu! Die Apfelernte läuft.

Quelle: Archiv/MAZ

Glindow. Pinova, Elstar, Piros: Bei Havelfrucht in Glindow hat die Apfelernte begonnen. Etwa 70 Erntehelfer aus Polen sind gerade dabei, das knackige Obst von den Plantagen in Glindow und Schenkenberg zu pflücken. Bis zum Ende der Ernte Mitte Oktober sollen insgesamt 1200 Tonnen Äpfel zusammenkommen, sagt Thomas Giese, Geschäftsführer bei Havelfrucht. Damit könne man in diesem Jahr weder von einer überdurchschnittlichen noch von einer übermäßig geringen Erntemenge sprechen. Im kommenden Jahr soll sich das ändern, denn die Havelfrucht-Plantagen haben Zuwachs bekommen.

Mit Piros hat vor zwei Wochen alles begonnen. Momentan wird die Sorte „Delbar“ vom Baum geholt und in der kommenden Woche ist dann der Elstar dran. Äpfel baut Thomas Giese auf etwa 70 Hektar an. Insgesamt sind seine Obstbäume und Sträucher auf einer Fläche von 180 Hektar verteilt. Neben Äpfeln wachsen dort auch Pflaumen, Süßkirschen und Birnen sowie Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren, die in Gewächshäusern untergebracht sind.

Äpfel können lange gelagert werden

Unter den Saisonarbeitern sind einige, die schon viele Jahre zur Ernte bei Havelfrucht kommen. Eingewiesen und angeleitet werden sie in Arbeitsgruppen jeweils von einem deutschen Mitarbeiter, der gleichzeitig auf die Qualität achtet. „Jeden Tag fahren sie zusammen in einem Personentransporter auf die Plantage oder laufen zu Fuß zu denen, die hier nah dran sind“, sagt Giese. Nach der Ernte wandern die Äpfel direkt in die Kühlräume, in denen es zwei bis fünf Grad kalt ist. Der Elstar kann so bis Anfang nächsten Jahres gelagert werden. Giese leitet das Obst ausschließlich an das Unternehmen Werder Frucht weiter, die es dann vermarkten. Ein Teil der Äpfel geht auf direktem Weg zur Mosterei nach Hohenseefeld, die ebenfalls für Werder Frucht produziert, und wird dort zu Saft oder Wein verarbeitet.

Auch beim Obsthof Lindicke in Werder hat die Apfelernte begonnen. Aktuell sind im Hofladen die Sorten Piros, Discovery und Sunrise zu haben. „Wir erwarten die durchschnittliche Erntemenge von guter Qualität“, sagt Inhaber Stefan Lindicke. Die Selbstpflücke der Äpfel und Birnen startet dort am 10. September. Auch bei Obsthof Deutscher in Werder können ab Anfang September die Sorten Gala, Elstar, Boskoop und Jonagold eigenhändig vom Baum gepflückt werden.

Einige Äpfel haben einen Sonnenbrand bekommen

Laut Angaben des Landesamtes für Statistik erwarten die Obstbauern in diesem Jahr eine sehr gute Apfelernte. Sie soll mit 309 Dezitonnen die Ernte des vergangenen Jahres deutlich übersteigen. Insgesamt sollen in Brandenburg rund 25 000 Tonnen Äpfel geerntet werden, im Jahr zuvor waren es 22 064 Tonnen. Diese Schätzungen sind immer abhängig vom Wetter. Das eine extrem heiße Wochenende im Juli hat Gieses Äpfeln ein bisschen zugesetzt, berichtet er. „Einige haben einen Sonnenbrand bekommen, wonach sich die Haut bräunlich färbt. Dann sind sie für den Handel nicht mehr zu gebrauchen“, so Giese. Der Schaden habe sich aber in Grenzen gehalten.

Betroffen war Havelfrucht auch von der einwöchigen Unterbrechung des Brauchwasserwerkes im August in Glindow. „Gerade jetzt, wenn viele Äpfel noch wachsen, brauchen sie einfach Wasser“, sagt der Chef. Generell hätte es zu bestimmten Zeiten im Frühjahr und Sommer mehr regnen können. Für solche trockenen Phasen gibt es in den neuen Plantagen die Bewässerungsanlagen. Entscheidend ist für die Äpfel die Temperatur zur Blütezeit im April, so Giese. Was ihm jetzt noch die Ernte vermiesen könnte ist Hagel. „Bis jetzt haben wir in der Region aber immer Glück gehabt.“

Regionale Produkte weiter im Trend

20 000 neue Apfelbäume stehen seit ein paar Jahren auf den Havelfrucht-Plantagen. Sie werden dafür sorgen, dass Giese künftig bis zu 2000 Tonnen Äpfel ernten kann. Die Erntemengen sind bei ihm in den vergangenen Jahren immer stabil geblieben, doch die Nachfrage steigt. „Die regionalen Produkte sind weiter sehr beliebt“, sagt Giese.

Dominierende Obstart

Seit mehr als 120 Jahren verkaufen Obstbauern aus Werder und Umgebung ihre Erzeugnisse auf Märkten in Berlin und Brandenburg. Das Unternehmen Werder Frucht hat sich 1990 aus einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft heraus gegründet und fühlt sich mit der Tradition des Werderaner Obstanbaus seitdem eng verbunden.

Äpfel sind mit landesweit 809 Hektar die dominierende Obstart und bestimmen somit wesentlich das Ergebnis der gesamten Obsternte. Die Hauptanbaugebiete liegen in Potsdam-Mittelmark, Märkisch-Oderland und Frankfurt/Oder.

Vor 15 Jahren hat er das Unternehmen Havelfrucht gegründet und beschäftigt abgesehen von den Saisonkräften das ganze Jahr über 50 Festangestellte.

Von Luise Fröhlich

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