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Knochenjob statt Kuschelkurs

Arbeit als Pferdewirt ist körperlich anstrengend Knochenjob statt Kuschelkurs

Streicheln, putzen und reiten – wenn junge Schulmädchen an die Arbeit eines Pferdewirten denken, fallen ihnen als erstes meist die positiven Seiten des Berufes ein. Doch die Tätigkeit ist vielseitig und anstrengend. „Es ist ein Knochenjob“, sagt Janina Herzig. Die 22-Jährige ist auszubildende Pferdewirtin im dritten Lehrjahr und weiß, wovon sie spricht.

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Die angehenden Pferdewirtinnen Celina Maaß (links) und Janina Herzig mit den Kaltblut-Wallachen Othello und Erich.

Quelle: N. Giese

Brück. „Man sollte die Arbeit nicht unterschätzen.“ Sie selbst wusste, worauf sie sich einließ, als sie 2012 ihre Lehre auf dem Brücker Kaltbluthof Haseloff bei den Titanen der Rennbahn begann. Zuvor hatte Herzig, die ursprünglich aus Potsdam stammt, bereits ein Einstiegsqualifizierungsjahr (EQJ) absolviert und dabei in das Berufsbild hineingeschnuppert. „Im EQJ lernt man den Beruf kennen und weiß dann, was einen erwartet“, erzählt sie. Beim Pferdewirt sei das eben nicht nur das allseits beliebte Streicheln, Putzen und Reiten.

Das weiß auch Celina Maaß, die zweite Auszubildende des Hofes. „Ich sitze schon seit ich fünf Jahre alt bin auf dem Pferd und habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt die 19-Jährige, die derzeit im zweiten Lehrjahr ist. Zu den täglichen Aufgaben der beiden jungen Frauen gehöre zum Beispiel das Füttern am frühen Morgen. „Außerdem müssen wir den Hof sauber halten und die Boxen ausmisten“, erzählt Maaß.

Auf dem Hof sei es zudem wichtig, dass alle der rund 70 Pferde möglichst jeden Tag bewegt werden. Um für das Kaltblutrennen „Titanen der Rennbahn“ zu trainieren, werden die Tiere zudem regelmäßig vor Trainingswagen gespannt. Das internationale Pferdesportspektakel zieht als eines der größten Volksfeste Brandenburgs dieses Wochenende gerade wieder Tausende Besucher nach Brück. „Hin und wieder geben wir auch Reitunterricht“, sagt Celina Maaß. Eine weitere Aufgabe ist das Umkoppeln von Pferden. Alles in allem sei der Job körperlich sehr anstrengend, so Janina Herzig.

Theorie in Groß Kreutz

Pferdewirt/in ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf. Das Oberstufenzentrum Werder unterrichtet seine Azubis im Schulteil in Groß Kreutz.
Schwerpunkte der Ausbildung sind unter anderem Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, klassische Reitausbildung, Pferderennen sowie Spezialreitweisen.
Gelernte Pferdewirte arbeiten in Pferdezuchtbetrieben, Gestüten, Reitställen, Voltigierschulen, Renn- und Trainingsställen sowie im Bereich „Urlaub auf dem Pferdehof“.

Neben der praktischen Arbeit auf dem Pferdehof, die die Azubis gemeinsam mit einer Facharbeiterin und einem Stallhelfer erledigen, steht für Herzig und Maaß zudem die Theorie in der Berufsschule auf dem Lehrplan. Auf zwei Wochen im Betrieb kommt eine Woche Schule. Dort erfahren sie etwa, wie Skelett und Muskulatur beim Pferd aufgebaut sind, welche Ausrüstung beim Reiten dazugehört und was es bei der Zucht zu beachten gibt. Außerdem im Stundenplan stehen Futterrationierung und Reitunterrichtsplanung.

„Der Beruf hat viel mit Konzentration zu tun, man darf nichts vergessen“, erzählt Janina Herzig. In der Nachtwachensaison, die sich von März bis Mai erstreckt, kommt den angehenden Pferdewirtinnen überdies eine weitere veranwortungsvolle Funktion zu: die Fohlenwache. Nachts müssen sie dabei ein Auge auf die Neugeborenen werfen. Die Erlebnisse und Erfahrungen mit den Fohlen gehören für Azubi Janina Herzig zu den schönsten Momenten der Ausbildung. Die Stute Elisa hat es ihr daher besonders angetan: „Sie hat ihre Fohlen immer bei mir abgefohlt.“ Der kleine Hermann kam sogar genau einen Tag vor ihrem Geburtstag auf die Welt. Die ersten beiden Tage zog Herzig ihn mit der Flasche auf.

Von Norman Giese

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