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Koalition für Wohnungsbau mit Sozial-Aspekt

Kleinmachnow Koalition für Wohnungsbau mit Sozial-Aspekt

Fraktionsübergreifend drängen Kleinmachnower Gemeindevertreter auf einen Grundsatzbeschluss, der die Kommune verpflichtet, selbst Geld in die Hand zu nehmen, um bezahlbaren Wohnraum auch für Einwohner mit mittleren Einkommen zu schaffen und die Quartiere unter kommunaler Vergabekontrolle zu belassen.

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Einig: Bernd Bültermann (SPD/Pro), Klaus-Jürgen Warnick (Linke/Piraten), Michael Martens und Henry Liebrenz (beide Grüne/v.l.)

Quelle: Krause

Kleinmachnow. Ein deutliches Zeichen der Gemeinde für die Förderung preisgünstigeren Wohnraums in Kleinmachnow fordert ein Bündnis von SPD/Pro Kleinmachnow, Linke/Piraten, der Grünen Henry Liebrenz und Michael Martens sowie der fraktionslosen Viktoria Brammer. Der vorgelegte präzisierte Antrag geht über den bereits bestehenden Grundsatzbeschluss von Dezember 2015 hinaus, legt Verbindlichkeiten sowie „Handlungsempfehlungen“ für die gemeindeeigene Gewog und die Entwicklungsgesellschaft P & E fest.

Mit ihrem gemeinsamen Antrag, der am 3. November in der Gemeinderatssitzung abgestimmt werden soll, wollen die Kommunalpolitiker konkret den Bau von 140 barrierefreien Wohnungen mit „möglichst geringem Energieverbrauch“ im kommunalen Entwicklungsgebiet zwischen der Pascalstraße und dem Wohnblock des Eichenhofes von der Gemeinde gefördert wissen. Die Wohnungen sollen von der Gewog errichtet und in drei Preiskategorie vermietet werden. Durch „geeignete Kubatur, Auswahl der Architekten, Bauausführung, Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten und einen finanziellen Zuschuss der Gemeinde“, soll sichergestellt werden, dass die Kalt-Mieten im Schnitt bei 8 Euro/qm liegen. Außerdem soll per Vergaberichtlinie gesichert sein, dass „vorrangig Mieter mit geringeren Einkommen berücksichtigt werden“. Gedacht ist etwa an Mitarbeiter im Kita-Verbund, im Schwimmbad, in der Gemeindeverwaltung oder im Bauhof und bei ortsansässigen Altenpflege– und Dienstleistungseinrichtungen. Es gehe zudem um eine „gute Durchmischung“ im Ort, in dem es nicht nur Besser- und Großverdiener gebe und um Möglichkeiten für Umzüge innerhalb der Bewohnerschaft – z. B. erwachsene Kinder, Geschiedene, Ältere, die ihr Eigenheim aufgeben wollen.

„Wir wollen per Beschluss sichern, dass die Gemeinde dauerhaft Einfluss auf bezahlbares Wohnen nimmt“, sagt Bernd Bültermann, Fraktionschef von SPD/Pro. Schließlich wachse der Wohnungsdruck weiter in den Ballungsräumen und „Kleinmachnow lebt nicht losgelöst vom Rest der Welt“, ergänzt Liebrenz, weshalb sich die Gemeinde „Gedanken um verträgliche Angebote machen muss“. Klaus-Jürgen Warnick (Linke/Piraten) sähe am liebsten, dass Kleinmachnow damit ein „Pilotprojekt in Brandenburg“ starten und vor allem so schnell wie möglich die günstigen Zinskonditionen auf dem Markt ausnutzen könne, „jeder weitere Monat, der verstreicht, macht es teurer“. Michael Martens fragt sich, „wer, wenn nicht unsere wohlhabende Gemeinde könnte selbst Geld in die Hand nehmen für ökologischen Wohnungsbau mit sozialem Aspekt?“ Liebrenz hält den Argumenten der Gegner in den eigenen Reihen, die Infrastruktur wäre dann überlastet, entgegen: „Wenn unsere Infrastruktur nicht noch 600 Menschen verkraftet, wären wir jetzt schon am Limit“. Angesichts der nahegelegenen öffentlichen Verkehrsmittel im Umfeld des Entwicklungsgebietes hält er die Befürchtungen eines ausufernden Verkehrs für unbegründet. Außerdem brächten die Wohnungen „Wertsteigerungen, von denen alle etwas haben“, so Liebrenz.

Viktoria Brammer sieht noch einen anderen Aspekt: „Wir müssen anfangen, den Menschen wieder Hoffnung zu geben, dass es nicht immer nur um Kohle geht, sondern auch um die Menschen.“

Neues Wohnquartier

Per Grundsatzbeschluss hat sich die Gemeindevertretung im Dezember 2015 mehrheitlich zur Entwicklung im Bereich „Wohnen und Arbeiten nördlich und südlich der BAB A 115“ zur Wohnbebauung entschieden.

Es geht um eine 43 000 Quadratmeter große Fläche links und rechts des Stahnsdorfer Damms, das für Gewerbe gedacht war. Aufgrund des Wohnungsdrucks werden Flächen für Wohnungsbau umgewidmet. Etwa 270 Quartiere für rund 700 Menschen könnten entstehen. Die kommunale Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH hält davon knapp ein Drittel, wo 140 geförderte Wohnungen entstehen sollen.

Ein Gewerbehof und in ihrer Höhe von der Gemeinde festgelegte Mauern sollen zur Autobahn hin einen Lärmschutzriegel für die Wohnbebauung bilden. Insgesamt brächten Wohnungen weniger versiegelte Fläche und Verkehr als ein komplettes Gewerbegebiet.

Von Claudia Krause

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