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König der Wälder als Blickfang

Raben König der Wälder als Blickfang

Der Naturpark Hoher Fläming besteht seit 20 Jahren Zum Jubiläumsauftakt gibt es eine Rothirsch-Ausstellung. Ein lebensgroßes Präparat ist Blickfang im Naturparkzentrum Raben. Mit dem Wolf kann der König der Wälder durchaus leben, sagen Experten. Aber ein anderes Hindernis steht seiner Ausbreitung buchstäblich im Wege.

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Ein Rothirsch-Präparat kann ab sofort im Naturparkzentrum Raben in Augenschein genommen werden. Nicht nur der Vereinsvorsitzende Bernd Schade ist beeindruckt.

Quelle: Andreas Trunschke

Raben. Das ursprünglich an der Stelle geplante Standpräparat aus dem Naturkundemuseum Potsdam hätte nicht durch die Tür der Alten Brennerei gepasst. Aber der liegende Rothirsch aus Berlin ist nicht minder eindrucksvoll. Anlass für seine Aufstellung ist die Sonderausstellung nlässlich des bevorstehenden Jubiläums. Der Naturpark „Hoher Fläming“ besteht jetzt 20 Jahre.

Am Freitag Abend präsentierte der Leiter des Naturparks Hoher Fläming, Steffen Bohl, nicht nur den ausgestopften König der Wälder und eine informative Ausstellung über das herrliche Tier, sondern stellte auch die geplanten Höhepunkte vor.

Tierfotograf braucht viel Gelduld

Außerdem sind viele Aufnahmen des Tierfotografen Roland Hennig zu sehen. Seine Bilder vom Rothirsch sind fast ausschließlich im Niederen Fläming entstanden. Er war von 1997 bis 2011 Revierförster auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog. „Die Arbeiten sind das Ergebnis mehrere Jahre“, so Hennig. „In manchem Jahr habe ich vielleicht zwei, drei gute Fotos machen können.“ Die aber lassen die Besucher staunen. „Man braucht viel Geduld, Ausdauer, Ortskenntnisse und gute Technik“, verrät Hennig sein Herangehen.

In den Hohen Fläming breitet sich der Rothirsch erst langsam aus. Die Autobahn A 9 zerschneidet trotz der Wildbrücke und der sogenannten Jahrtausendbrücke sein natürliches Ausbreitungsgebiet. Das Problem ist, dass Mensch und Rothirsch denselben Lebensraum bevorzugen, die offene und lichte Waldsavanne. Das bestätigt der Rotwildexperte Burckhard Stöcker von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Schalenwild macht nicht nur Schaden

Neben vielen interessanten und überraschenden Details aus dem Liebes- und sonstigem Leben des Hirsches unternimmt es der Fachmann, seinen zahlreichen Zuhörern im Gasthaus Hemmerling nicht nur den Schaden zu aufzuzeigen, den das Schalenwild anrichten kann, sondern auch neuere Forschungen zu dessen ökologischer Bedeutung. Der Rothirsch verbeißt, schält, schlägt und fegt nicht nur, wie es in der Jägersprache heißt. Er schafft durch sein Suhlen und Hufescharren hochspezialisierten Pflanzen und Pilzen einen Lebensraum. Die verbissene Kiefer, die dadurch zum Strauch oder Bonsaikiefer wird, ärgert den Förster, bietet jedoch Insekten und Vögeln einen geschützten Lebensraum. Die Eberesche, die das Schalenwild begeistert verbeißt, lenkt übrigens gut von wirtschaftlich interessanten Baumarten ab. Auch über die geschichtliche und kulturgeschichtliche Bedeutung des Hirsches weiß Stöcker Interessantes zu erzählen. Der Hirsch war für Steinzeitmenschen vergleichsweise leicht zu jagen, bot viel Fleisch und vielfältiges Material für bis zu 40 verschiedene Handwerkzeuge und auch Schmuck. Stöcker hat dafür ein eingängiges Bild: „Der Rothirsch war der Tante-Emma-Laden und der Baumarkt der Steinzeit.“ Der Hirsch steht nicht zufällig am Beginn der Kunst. Unter einer der ältesten Malereien der Welt in der Lascaux-Höhle in Frankreich befinden sich Darstellungen des stattlichen Tieres.

Wolf und Hirsch passen in den selben Lebensraum

Natürlich kommt auch der Isegrim zur Sprache. Der Experte hält Wolf und Rothirsch für fein aufeinander abgestimmte Tierarten, die durchaus in denselben Lebensraum passen. Sie haben Jahrtausende nebeneinander existiert. Die feine Nase des Hirsche wäre wohl ohne den Wolf kaum zu erklären. „Der Hirsch muss nur sein evolutionäres Gedächtnis wieder abrufen.“ Sogenannte Angstrudel lösen sich laut Burckhard Stöcker auf, wenn sich der Hirsch wieder an den grauen Räuber nebenan gewöhnt habe.

Von Andreas Trunschke

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