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SPD stagniert und wird überholt

Zehn Parteien und Gruppierungen im Kreistag Potsdam-Mittelmark SPD stagniert und wird überholt

„Es ist erstaunlich, wie die Taktik der Scheinkandidaturen aufgegangen ist.“ Die Bitternis in den Worten von Wolfgang Blasig (SPD) war deutlich zu hören. Denn die Sozialdemokraten haben zwar bei der Wahl zum Kreistag Potsdam-Mittelmark ihr Ergebnis von vor fünf Jahren bestätigt. Dennoch haben sie die seinerzeit eroberte führende Rolle wieder verloren.

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Wahlgewinner: Günter Baaske (SPD) zieht wieder mit dem mit Abstand besten Ergebnis in den Kreistag Potsdam-Mittelmark ein. Die bisherige Fraktionschefin Susanne Melior gehört künftig dem Europaparlament an.

Quelle: D. Fröhlich

Bad Belzig. Die Christdemokraten– unter anderem mit Vizelandrat Christian Stein (CDU) aus Pritzerbe im Wahlkreis IV, Kerstin Hoppe (CDU), Bürgermeisterin in der Gemeinde Schwielosee im Wahlkreis III, und dem parteilosen Treuenbrietzener Bürgermeister Michael Knape im Wahlkreis V – haben sich indes als stärkste Kraft zwischen Havel und Fläming zurückgemeldet.
Bis gegen Mitternacht waren die 91671 Stimmen ausgezählt worden, was einer Wahlbeteiligung von 52,4 Prozent entspricht (2008: 57,4 Prozent). Solange dauerte das Kopf-an-Kopf-Rennen an, ehe sich die Union laut vorläufigem Endergebnis mit 28,3 Prozent 16 Mandate, drei mehr als zuletzt, gesichert hatte. Die SPD mit 26,7 Prozent stellt wieder 15 der 56 Mitglieder des Parlamentes.
Sie hat es vor allem Günter Baaske zu verdanken, dass es nicht zum Drama wurde. Der 56-Jährige hat sein ohnehin exklusives persönliches Ergebnis im Hohen Fläming von 10331 auf 12823 Stimmen steigern können. „Davon bin ich selbst überrascht“, sagte der populäre Minister aus Lütte. Zum Vergleich: Werner Große (CDU) fuhr mit 8392 Stimmen in Werder/Havel und Umgebung das zweitbeste Ergebnis ein. Der Bürgermeister der Blütenstadt hatte freilich angekündigt, seinen Posten aufgeben zu wollen und wird nun tatsächlich im Plenarsal an der Niemöllerstraße in der Kur- und Kreisstadt erwartet.

Insofern sieht seine Kreisparteichefin der Kritik der Konkurrenz gelassen entgegen. „Zum einen war es hier und ist es anderenorts noch eine übliche SPD-Taktik, die angewendet worden sei“, sagte Saskia Ludwig (CDU). Zum anderen sei die Bestätigung der Bürgermeister der Beleg für gute Kommunalpolitik der Union.
Hinter den beiden großen Parteien ist die Linkspartei die drittstärkste Kraft. Allerdings stellt sie in Zukunft nur noch acht statt elf Mandate. Mit Ausnahme von Konstantin Gräfe aus Stahnsdorf sind es allesamt bekannte Gesichter. Im landesweiten Abwärtstrend konnten die nominierten Nachwuchskader nicht punkten. Mehr noch bedauerte allerdings Jan Eckhoff, Vorsitzender des Kreisverbandes Potsdam-Mittelmark, dass die CDU mit ihren „Tricks“ den Sieg davongetragen habe.

Das restliche Drittel im Parlament wird künftig von sieben Parteien und Wählervereinigungen besetzt. Während Bündnis 90/Die Grünen einen Sitz hinzugewonnen haben (jetzt fünf), stellen Freie Demokraten sowie Freie Bauern und Bürger nur noch zwei bzw. drei statt bislang fünf Abgeordnete. Der Bürgerverein Brandenburg/Freie Wähler hat zwei statt ein Mandat, die Bürgerinitiative Kleinmachnow/Teltow ist ebenfalls wieder mit einer Person vertreten.

Während die Piraten den Sprung ins Parlament verpasst haben, sind Alternative für Deutschland (3 Mandate) und NPD (1 Mandat) dabei.
„Obwohl es insgesamt noch ein zurückhaltender Zuspruch ist, macht er betroffen“, sagte Wolfgang Blasig (SPD) zum Ergebnis der Rechtsextremen speziell und sieht allgemein noch erheblichen Analysebedarf im Wahlausgang.

Von René Gaffron

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