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Kommunen sollen Strafe zahlen

Zu viel Wasser landete im Abwasserkanal Kommunen sollen Strafe zahlen

Kommunen in den Zweckverbänden „Mittelgraben“ und „Teltow“ drohen Strafzahlungen, weil große Mengen Regenwasser von ihren Straßen in die Abwasserkanäle geflossen sind.

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Regen gehört nicht ins Abwasserrohr.

Quelle: dpa

Michendorf/teltow. Als erste Kommune hat Michendorf eine Rechnung auf den Tisch bekommen: Die Gemeinde soll 71767 Euro an den Mittelgraben-Verband zahlen, der das Geld aber nur weiterleitet ‒ an die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP), deren Leitungen mitgenutzt werden, um das Abwasser ins Klärwerk Stahnsdorf zu transportieren. Auch die anderen Mitgliedskommunen der beiden Verbände ‒ Nuthetal, Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf ‒ müssen mit Nachzahlungen in vergleichbarer Größenordnung rechnen, sagte Torsten Könnemann, Prokurist der Mittelmärkischen Wasser- und Abwasser GmbH (MWA). Die MWA ist Geschäftsbesorger der Verbände.

Das Regenwasser hat in Abwasserkanälen nichts zu suchen und wird normalerweise von den Straßen über Regenkanäle oder Mulden abgeleitet. Weil jedes Jahr größere Mengen Niederschlagswasser im Abwassernetz und damit im Klärwerk Stahnsdorf landen, werden Verträge verletzt, in denen "Höchsteinleitungsmengen" fürs Schmutzwasser festgelegt sind.

Bei Überschreitungen sind Strafen zu zahlen ‒ an die Berliner Wasserbetriebe, die das Klärwerk Stahnsdorf betreiben. In der Vergangenheit waren finanzielle Sanktionen größtenteils an der Potsdamer EWP hängen geblieben, die nun Druck macht, die Kosten nach dem Verursacherprinzip zu verteilen. Das ist technisch inzwischen möglich. Es gibt Messstationen in den Leitungssystemen, an denen die durchgeleiteten Wassermengen registriert werden. An diesen Stationen und im Stahnsdorfer Klärwerk war aufgefallen, dass an manchen Tagen die Durchleitmengen deutlich höher lagen, obwohl die Leute nicht mehr Trinkwasser als sonst verbraucht haben, sagte Reinhard Mirbach, Verbandsvorsteher im "Mittelgraben", der MAZ. "Es ist festgestellt worden, dass es an solchen Tagen stärker geregnet hatte." Laut Könnemann wurde dann die drei- bis fünffache Wassermenge registriert ‒ im Vergleich zu Tagen mit trockenem Wetter. Die MWA will in den nächsten Tagen eine Dokumentation vorlegen, in der auch die Stellen, an denen das Regenwasser im falschen Kanal landet, genau lokalisiert sind. Funktioniert die Fahrbahnentwässerung nicht richtig oder fehlt sie ganz ‒ etwa an unbefestigten Straßen ‒, kann das Regenwasser über Lüftungsöffnungen in den Kanaldeckeln der Abwasserschächte ins Schmutzwassersystem fließen, erklärte Könnemann. Michendorf muss nun für "Fehlleitungen" in den vergangenen drei Jahren zahlen. In der Kommune sorgt die Strafe für Unmut. Kritisiert wird, dass nicht rechtzeitig vorher betroffene Straßen benannt wurden. "Wir hätten dann früher handeln können", so Linksfraktionschef Peter Pilling. Für die 70 000 Euro Strafe hätte man vielleicht die Probleme beseitigen können, meint auch Mirbach, Verbandsvorsteher und Michendorfs Bürgermeister.

"Es war sehr aufwendig, die Ursachen zu ermitteln. Die Messtechnik dafür wurde erst in den letzten Jahren schrittweise installiert und wird auch weiter ausgebaut", sagte Könnemann. Erst jetzt gebe es "die genaue Datengrundlage, um Problemstellen zu ermitteln und die Kosten nach dem Verursacherprinzip zu verteilen".

Von Jens Steglich

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