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Komödiant kommt nicht in Fahrt

Treuenbrietzen Komödiant kommt nicht in Fahrt

Ein Abend zwischen Gaumen- und Ohrenschmaus sollte der Auftritt von Kalle Pohl werden. Am Ende hatte nur das Buffet das Kommen gelohnt. Die Witze des einst berühmten Komödianten rissen niemanden vom Hocker.

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Wenn Kalle Pohl zum Akkordeon greift, lohnt sich das Zuhören noch immer. Das Programm an sich enttäuschte.

Quelle: Foto: Uwe Klemens

Treuenbrietzen. Genügsam schmausen und danach herzhaft lachen? Wem danach war, fand im Treuenbrietzener Gasthaus „Treffpunkt“ Gelegenheit dazu. Nach einem Buffet der Extraklasse lud Komödiant Kalle Pohl zum Zuhören und Schmunzeln.

Doch der Humor des nahe Köln geboren gelernten Polizeihauptwachmeisters und studierten Klassikgitarristen, der sich in den 90er Jahren einen Namen als Fernsehkomödiant erwarb, hat’s im Brandenburgischen sichtlich schwer. Bis auf eine kurze Episode über die Massenseuche der Handy-Selbstpor-träts bleibt der 65-Jährige dem Motto des Abends „Selfi in Delfi“ komplett untreu. Wenn 92 Prozent aller Smartphonebesitzer tatsächlich, wie Pohl behauptet, hauptsächlich das fotografieren, was sie am liebsten haben, nämlich sich selbst, hätte das Thema ganz sicher das Potenzial zum abendfüllenden komödiantischen Ausloten.

Mehr oder weniger komische Kneipenwitzeleien

Stattdessen verliert sich das Minuten lange Programm in endlosen Witzeleien über skurrile Zeitgenossen, die man sich weder am Familien-, noch am Stammtisch als Sitznachbarn wünscht. Kalles erfundener Vetter Hein Spack mit seinem ewigen „Dumme Sau Du“ geht einem spätestens nach dessen drittem Auftritt ebenso auf die Nerven, wie Pohls dummschwätzende, ewig unter „Magen-Darm“ leidende Tante.

Was da am Ende rauskommt sind mehr oder weniger komische Kneipenwitzeleien. Die einzige Gemeinsamkeit, die Kalle Pohls Episoden besitzen, ist die, dass ihnen allesamt der rote Faden fehlt, der das Programm tragen könnte.

Enttäuschtes Publikum

Das wilde Agieren tatendurstiger Animateure, die einem die schönsten Stunden im Ferienparadies rauben, das unbeholfene Dasein junger Eltern, für mangels Smartphone-App nicht wissen, wie man bei einer vollen Windel Abhilfe schafft und dümmliche Touristen, die das Orakel von Delfi aufsuchen wollen, um die nächsten Lottozahlen zu erfahren, macht Kalle Pohl zu den Helden seiner Possen. Das taugt zwar hin und wieder für ein paar Lacher – mehr ist jedoch nicht drin und der Adelstitel „komödiantisch“ rückt im Laufe des Abends mehr und mehr in weite Ferne.

Zur Autogrammstunde kamen dann nur wenige Fans

Zur Autogrammstunde kamen dann nur wenige Fans

Quelle: Uwe Klemens

„Schade“, lautet dann auch das Resümee einer Jüterbogerin, die Kalle Pohl noch aus seinen besseren Fernsehzeiten kennt und sich zusammen mit einer Freundin auf einen entspannten und hintersinnig-humorvollen Abend gefreut hatte. „Der Mann quält sich da vorne ganz schön einen ab.“

Nur wenige Besucher nutzen am Ende die Autogrammstunde, um sich vom Künstler eine seiner CD’s mit Highlights seiner Komödianten-Karriere signieren zu lassen, die im Programm fast vollständig fehlten.

Von Uwe Klemens

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