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Kompromiss für Radfahrer soll kommen

Brück Kompromiss für Radfahrer soll kommen

Nach dem Streit zwischen dem Landesbetrieb Straßenwesen und der Stadt Brück um den Ausbau der B 246 an der Straße des Friedens darf es jetzt dort eine Doppelllösung für Radfahrer geben. Sie sollen einen Schutzstreifen erhalten, parallel aber auch auf dem Gehwege radeln dürfen. Allerdings nur im Schritttempo.

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Radfahrer sollen in der Brücker Straße des Friedens weiter auf dem Gehweg fahren dürfen. Aber nur im Schritttempo.
 

Quelle: Thomas Wachs

Brück.  Im Konflikt zwischen dem Landesbetrieb Straßenwesen (LS) und der Stadt Brück um die künftige Führung von Radfahrern auf der Straße des Friedens gibt es jetzt eine Kompromisslösung. Sie ist in ienem Gespräch mit den Planern des LS ausgehandelt und am Donnerstagabend während einer intensiven Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) gebilligt worden. Demnach soll es auf der für nächstes Jahr zur Sanierung vorgesehene Ortsdurchfahrt der B 246 eine Doppellösung geben dürfen. Zwar hält der Landesbetrieb an den heute von ihm allgemein favorisierten Schutzstreifen für Radfahrer fest. Sie werden jeweils 1,5 Meter breit auf der Fahrbahn markiert.

Radler nur im Schritttempo auf dem Gehweg

Parallel sollen Radfahrer in dem Abschnitt aber auch – so wie derzeit – auf einem Bereich des Gehweges in beide Reichtungen fahren dürfen. Dazu muss die Kommune in ihrer Zuständigkeit für die Nebenanlagen der Straße den Gehweg statt der vom Land geplanten 1,80 Meter nun 2,50 Meter breit ausbauen lassen. Das verteuert die von der Kommunen und somit von den Anliegern zu tragenden Kosten erheblich. Radler dürfe dort dann aber offiziell nur im Schritttempo fahren.

Erhebliche Mehrkosten

Der Ausbau der B 246 in der Brücker Straße des Friedens ist frühestens ab Juni 2017 geplant.

Kalkuliert sind Gesamtkosten von rund 785 000 Euro. Etwa die Hälfte muss die Stadt Brück aufbringen. Sie ist für Nebenanlagen wie Gehwege, Parkflächen und Beleuchtung zuständig.

Die Stadt erhofft sich eine Förderung in Höhe von circa 100 000 Euro aus dem Programm „Maßnahmen im kommunalen Straßenbau zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinde“.

Auf Anlieger umgelegt werden rund 322 000 Euro. Diese bisher projektierte Summe könnte sich erhöhen, da der nun gewünschte breitere Bürgersteig etwa 100 000 Euro mehr kostet. Die Hälfte davon ist auf die Eigentümer der 96 beitragspflichtigen Flurstücke umzulegen.

Für die Anlieger ist ein Informationsabend geplant. Dessen Termin steht noch nicht fest.

Die künftige Führung der Radfahrer war seit mehr als einem Jahr Streitpunkt. Der Landesbetrieb beabsichtigt, ab Frühsommer 2017 die Straße des Friedens zwischen der Brandenburger Straße und Ortsausgang Richtung Beelitz zu sanieren.

Kombi-Radweg auf dem Bürgersteig favorisiert

In der vorherigen Sitzung der SVV Anfang Oktober machten die Abgeordneten ihren Unmut zu den Vorschlägen der Landesplaner deutlich. In der ganzen Stadt sein bisher kombinierte Rad- und Fußwege gebaut worden. Das müsse auch weiterhin möglich sein, forderten die Abgeordneten am 6. Oktober. Damals stellten sie den Beschluss zum Vertrag mit dem Landesbetrieb zurück. Befürchtet wurden eine Gefährdung von Radfahrern sowie der Verlust von Parkplätzen an der Straße. Diese werden vor allem bei Veranstaltungen auf dem Marktplatz oder in der Lambertuskirche benötigt, hieß es.

Auch in Brück-Gömnigk gibt es bereits Radfahrstreifen

Auch in Brück-Gömnigk gibt es bereits Radfahrstreifen.

Quelle: Thomas Wachs

 „Es wäre etwas mehr Kreativität des Planers nötig“, sagte Matthias Schimanowski (Pro Brück), der ebenfalls einen Kombi-Radweg auf dem Bürgersteig favorisiert. Dieser sei grundsätzlich möglich, sagte Marion Jahn, die Leiterin des Ressorts Bauen und Ordnung der Amtsverwaltung auf Anfrage der MAZ. Allerdings nur in einer Breite von 2,5 Metern.

In der eigens zu dem Thema anberaumten Sondersitzung der SVV wurden am Donnerstag unter Mitwirkung einiger Anlieger nun die Eckpunkte für die neue Vereinbarung mit dem Landesbetrieb beschlossen. „Es fand ein Gespräch mit dem Planer statt, es gab ein Entgegenkommen, wir müssen diese Punkte jedoch heute einzeln abstimmen“, erklärte der amtierende Bürgermeister, Michael Klenke (SPD).

Radstreifen für Parkplätze ausgesetzt

Kompromiss gab es auch bei weiteren Punkten. So werde die geplante Mittelinsel mit Querungshilfe für Fußgänger in Höhe der Kirche nicht gebaut und durch einen Zebrastreifen ersetzt. In dem Bereich der Kirche werde auf 200 Metern Länge auf die Kennzeichnung des Radstreifens verzichtet, damit dort geparkt werden darf. Insgesamt erhöhe sich mit dem Ausbau die Zahl der offiziellen Parkplätze.

Eine weitere Neuerung ist der Wiederaufbau des einstigen Stadttores am Ortseingang aus Richtung Beelitz. Auch dort wird daher auf eine ursprünglich vorgesehene Mittelinsel verzichtet. Auch die Pfeiler des früheren Tores würde Kraftfahrern optisch deutlich machen, dass dort das Wohngebiet beginnt und die Geschwindigkeit zu reduzieren ist, hieß es von den Stadtverordneten.

Mit diesen Vorschlägen wollen sie jetzt an den Landesbetrieb herantreten, den bisher vorliegenden Vertrag ändern und in der kommenden Sitzung beschließen.

Von Andreas Koska

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