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Potsdam-Mittelmark Kompromiss für geplanten Erweiterungsbau
Lokales Potsdam-Mittelmark Kompromiss für geplanten Erweiterungsbau
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13:47 02.03.2018
Die Brücker Grundschule braucht dringend mehr Platz. Quelle: Thomas Wachs
Brück

Lehrer aus der Grund- und der Oberschule in Brück haben die jüngste Stadtverordnetenversammlung (SVV) genutzt, um einmal mehr ihre Hoffnungen und Wünsche für den geplanten Erweiterungsbau auf dem Schulcampus zu äußern. Mit der Planung geht es weiterhin nur mäßig voran, einzig der Standort ist entschieden. Auch in der SVV ist die Abstimmung zu Vorplanung und Auftragsvergabe mit einem Kompromiss zu Ende gegangen.

Mit dem Vorentwurf für den Bau sind die Abgeordneten noch nicht einverstanden. Grundsätzlich solle noch einmal über die Raumaufteilung und die Multifunktionalität mit dem Planer gesprochen werden. Bei der Beauftragung der Planungsphasen einigte sich die SVV auf den Vorschlag von Lars Nissen, dem Leiter des Ressorts Soziales und Verwaltung im Amt Brück. Er schlug vor, die Phasen 3 und 4 zu beschließen, allerdings nur Phase 3 – also die Entwurfsplanung – seitens der Amtsverwaltung zu beauftragen. Wenn diese genehmigt wird, kann der Bauantrag in Phase 4 für das Objekt erarbeitet werden.

Lehrer sind mit jetziger Situation unzufrieden

Die große Unbekannte, die die Brücker in ihre Planungen zum Erweiterungsbau mit einbeziehen müssen, ist nach wie vor die Kreistagssitzung am 30. März. Erst dann soll eine endgültige Entscheidung fallen, wo künftig die neue Gesamtschule für die Fläming-Region stehen soll.

Der Abstimmung war eine rege Diskussion vorausgegangen. „Uns fehlen Fachräume und außerschulische Räume, außerdem ist es eine Belastung für die Oberschule, dass wir die dortigen Räume nutzen“, sagte Grundschulleiterin Kerstin Schindler. Die Arbeit mit den Schülern könne so nicht dem Konzept entsprechend durchgeführt werden. Schindler appellierte außerdem an die Stadtverordneten, dass der Schulstandort Brück attraktiv gestaltet werden müsse für Leute, die in die Stadt ziehen wollen. „Es ist notwendig, in die Zukunft zu denken und zu investieren, bevor zu viele Kinder da sind“, schloss Schindler.

Bürgermeister mahnt: Mit Augenmaß entscheiden

Barbara Neupauer wies darauf hin, dass die Oberschule sehr von der Wahl der Eltern abhängig sei. „Die Eltern gucken auf die Ausstattung und auf die Bedingungen. Außerdem sind wir eine Ganztagsschule mit Betreuung auch in der Freizeit, und haben somit wieder andere Bedingungen als beispielsweise eine Regelschule“, sagte die amtierende Leiterin der Oberschule. Sie bemängelte auch die fehlende Möglichkeit für eine Gästebetreuung außerhalb der Klassenzimmer. „Wir sollten dem Bildungscampus Brück eine Chance geben, denn etwas besseres, als in die Kinder zu investieren, gibt es nicht“, sagte sie weiter.

Der amtierende Bürgermeister, Michael Klenke (SPD), sagte, die Entscheidung dürfe nicht einseitig getroffen werden. Eine Zusammenarbeit von Grund- und Oberschule sei auch weiterhin notwendig. „Wenn die geplante Gesamtschule in Treuenbrietzen eröffnet wird, dann sinken an unserer Oberschule die Schülerzahlen und es sind wieder Räume frei“, so Klenke. Deshalb müsse mit Augenmaß und unter Berücksichtigung der Frage „Was machen wir danach?“ entschieden werden. Lücken bei den Geburtenzahlen – wie zuletzt 2014 – müssten bedacht werden. Hatte es 2013 noch 38 Neugeborene in Brück gegeben, so war die Zahl ein Jahr später auf 25 gesunken.

Kurze Wege für die Schüler

Um im Vorfeld des 30. März positive Signale an den Kreistag zu senden, haben die Brücker einen Brief sowie ein Verfahrenskonzept für den Bildungsausschuss formuliert.

Darin wird die Idee eines Gesamtschulverbundkonzepts beschrieben. Es sieht den Erhalt einer zweizügigen Sekundarstufe I in Treuenbrietzen, Bad Belzig und Brück vor.

Außerdem solle die Sekundarstufe II in zentraler Lage der Region etabliert werden.

So sei es möglich, die Kinder nahe ihres Wohnortes zur Schule zu schicken. Auch könne so die funktionierende Struktur in der Region mit den weiterführenden Schulen ab Klasse 7 in Bad Belzig, Treuenbrietzen und Brück stabilisiert werden.

Matthias Schimanowski (Pro Brück) bekräftigte in der Sitzung seine Position: „Der Erweiterungsbau muss kommen.“ Andreas Sägner (CDU) ergänzte, dass mit der Entscheidung für den Erweiterungsbau hoffentlich positive Signale zum Kreistag gesendet würden. Sägner zeigte sich auch überzeugt, dass es in Zukunft mehr Anfragen von Familien geben wird, die nach Brück ziehen wollen. Die Frage sei, ob auf diese Anfragen gewartet werden solle – oder ob die Stadt mutig vorangehe.

Von Josephine Mühln

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