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Konzert des Handglockenchors

Caputh Konzert des Handglockenchors

Der Caputher Handglockenchor beweist, dass Glocken mehr als nur Weihnachtsschmuck sind. Die Mitglieder des Peace Bell Choirs begeistern in der Caputher Kirche mit ihren Konzert.

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Der Friedensglockenchor beim Konzert in der Caputher Kirche.

Quelle: Franziska Appelt

Caputh. Statt der Turmglocke ertönen am späten Samstagnachmittag gleich mehrere Glocken in der Caputher Kirche. Viele Gäste saßen das erste Mal in einem Glockenkonzert: „Wir sind sehr gespannt“, sagte Helga Kindmann aus Potsdam. Gespannt auf die Melodien, die mit 61 verschiedenen Glocken von 13 Musikern des Peace Bell Choir Caputh (Friedensglockenchor) gespielt werden und erklingen. Ein Stahnsdorfer Besucher freute sich auf die besondere Akustik in der Kirche und wollte das Zusammenspiel des Chores genau beobachten: „Die müssen genau wissen, wann sie zu klingeln haben.“

Seine Erwartungen und die der anderen Gäste wurden nicht enttäuscht: „Wir sind ganz begeistert von dem Klang und dem Zusammenspiel“, sagte Helga Kindmann. Besonders staunte sie über die schweren Glocken, die ebenfalls aus der Hand zum Klingen gebracht werden mussten. Die schwerste wiegt fünf Kilogramm. „Das ist dann Männersache“, erklärte Julia Dallorso. Sie selbst spielt die ganz kleinen Glocken – jede von ihnen nur wenige Zentimeter groß im Durchmesser. Aber genau wie jede andere Glocke erzeugt auch sie einen wichtigen Ton oder Halbton. „Unser Chor ist wie ein Klavier mit dreizehn Pianisten“, sagt die Glockenspielerin. Jeder einzelne sei notwendig für das Gesamtmusikwerk.

Es ist das letzte Konzert in der Reihe der Caputher Musiken, bevor der Orgelsommer am 24. Juli beginnt. Während der Chor zuletzt Heiligabend in der Caputher Kirche spielte, reicht das Repertoire über Weihnachtslieder hinaus und entführt auf eine Reise „durch die Welt, die Zeit und die Genres“, unterstützt von zwei Instrumentalisten des Potsdamer Sinfonieorchesters Collegium musicum.

Waren die ersten hohen Töne noch etwas schrill und laut, gewöhnte man sich schnell an das bekannte „Kling“ der Glocken und wurde gleichzeitig immer wieder von neuen Variationen in Geschwindigkeit, Lautstärke und Glockenklang überrascht. Die bekannten Melodien aus dem Musical „Phantom der Oper“ oder der Filmmusik aus „Harry Potter“ gefielen dem Publikum besonders gut. Am meisten Applaus bekam aber die Folklore zum Ende des Konzertes, die von den Besuchern gerne und laut – sofern textsicher – mitgesungen wurde.

Der Chor setzt sich zusammen aus Studenten, Mathematikdozenten oder Bioladenbesitzer – einmal wöchentlich greifen die fünfzehn Mitglieder des Caputher Peace Bell Choirs unter der Leitung von Andra Sauerborn zu den Glocken: „Alleine können wir nicht üben, erst zusammen erklingt die Melodie“, sagt Chormitglied Julia Dallorso. Das sei die besondere Herausforderung beim Musizieren, da jeder mit je zwei bis drei Glocken nur ebenso viele Töne abdecken kann. „Von Anfang bis Ende zählen wir, um den richtigen Moment für das Anstimmen der Glocken zu finden“, erklärte Tomas Dallorso: „Wer mitmachen möchte, sollte dieses Taktgefühl mitbringen.“ Eine Art Vorschule für den Glockenchor bietet der Chimes-Chor, der sich aus Jugendlichen der Gemeinde zusammensetzt. Die Melodien werden ähnlich wie mit den Glocken erzeugt. Allerdings sind die Chimes-Klangstäbe (die einem Xylophon ähneln) leichter zu bedienen, nicht so empfindlich und nicht so variantenreich wie die Glocken. Deshalb eignen sie sich für den Einstieg ins Glockenspiel.

Thomas Dallorso ist seit der Gründung vor etwas mehr als einem Vierteljahrhundert dabei. Seine Neugier wurde geweckt, als eine amerikanische Glockenspieler die Gemeinde besuchten und spielten. Daraufhin gründete sich der Peace Bell Choir Caputh. Die Glocke spendeten die Amerikaner. Und so erzählt auch jede dieser Glocken ihre eigene Geschichte: „Meine Glocke wurde von einem katholischen Kabarett-Klub gespendet. Ich spiele sie noch immer“, erzählte der Caputher aus der ersten Generation von Handglockenspielern. Auch sein Bruder ist von Beginn an im Chor. Seine Schwiegertochter Julia spielt inzwischen seit vier Jahren. Die dreijährige Enkelin war am Sonnabend unter den Zuhörern und wird ja vielleicht die Tradition fortsetzten.

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Von Franziska Appelt

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